"der Blitz im Haus eingeschlagen" - Röntgen als Mieter von Prinz Alfons von Bayern

Röntgen, Wilhelm Conrad, erster Nobelpreisträger für Physik, Entdecker der Röntgenstrahlen (1845-1923). Röntgens Mietvertrag und 5 weitere Dokumente zu Röntgens Münchner Mietverhältnis.

München, 1905 bis 1919.

Zus. (2+1½+1+½+½+¾ =) 6¼ SS. auf 7 Bll. Verschiedene Formate.

 4.500,00

Diese faszinierende Dokumentensammlung veranschaulicht eine alltägliche Seite im Leben des großen Physikers.

I: Original-Mietvertrag zwischen Prinz Alfons von Bayern (1862-1933) und Röntgen vom 1. Juli 1905 (Vordruck des Münchner Grund- und Hausbesitzervereins mit den Unterschriften von Röntgen ["Dr. W. C. Röntgen K. Geh. Rath"] und Oberst Ferdinand Frh. von Reitzenstein, dem Adjutanten von Prinz Alfons, sowie mit einigen Ergänzungen von Rechnungsrat Kogler und Korrekturen von Reitzenstein). Im Vertrag ist das mit 1. April 1906 beginnende Mietverhältnis über die 1. und 2. Etage einer Villa in der Äußeren Prinzregentenstr. 1 zu einem Mietpreis von 6000 Mark Jahresmiete sowie einer halb- bzw. ganzjährlichen Kündigungsfrist geregelt.

II: Eh. Brief mit U. von Oberst Reitzenstein vom Dezember 1905 an Röntgen, indem sich der Oberst "ganz entschieden dagegen verwahrt", dass Röntgen Mietbeanstandungen durch die Hausmeisterin habe übermitteln lassen, statt sich direkt an ihn oder den Hofsekretär zu wenden (2. XII. 1905).

III: Eh. Mitteilung mit U. des Hofsekretärs Fetzer über einen Blitzeinschlag und die Bitte von Frau Röntgen um Überprüfung der Leitungen (13. VI. 1907).

IV: Eh. Briefkonzept mit U. Reitzensteins an Röntgen, dem er mitteilt, dass Prinz Alfons die einjährige Kündigungsfrist in eine halbjährige umwandeln wolle (23. XII. 1912).

V: Bescheinigung der Kasse des Prinzen, die bestätigt, von Röntgen die Summe von 1500 Mark als Miete für das zweite Quartal 1915 erhalten zu haben (8. VII. 1915).

VI: Bescheinigung mit U. Fetzers über Röntgens Mietzahlung für das 3. Quartal 1919 (8. XI. 1919).

Nach der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen (1895), für die er 1901 den ersten Nobelpreis für Physik erhalten hatte, war Röntgen zu einer wissenschaftlichen Berühmtheit geworden. 1900 wurde er an die Universität München berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1920 lehrte. Mit seinem Vermieter Prinz Alfons hatte Röntgen ein gutes Verhältnis. Allerdings kam es zu einem Konflikt, als der Prinz nach dem Ersten Weltkrieg aus Nymphenburg vertrieben wurde und in seine von Röntgen bewohnte Villa einziehen wollte.

Art.-Nr.: BN#52028 Schlagwörter: , ,