"Ich hab mein Sach auf Nichts gestellt"

Stirner, Max (d. i. Johann Kaspar Schmidt). Der Einzige und sein Eigentum.

Leipzig, (J. B. Hirschfeld für) Otto Wigand, 1845.

1 w. Bl., Titel, 491, (1) SS., (2) SS. Anzeigen, l. w. Bl. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückentitel. Buntpapierspiegel. 8vo.

Erste Ausgabe, erschienen im Oktober 1844 (vordatiert auf 1845) bei Otto Wigand, dem berüchtigten Verleger der "Deutschen Jahrbücher" und der radikalen Junghegelianer. Das Hauptwerk des Philosophen Stirner (1806-56) wurde sofort nach Erscheinen beschlagnahmt. In seiner radikalen Ablehnung von Staat und gemeinschaftlichen Institutionen hatte das Buch großen Einfluss auf die anarchistischen Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts: Ein "Werk [...], das mit einer den Zeitgenossen unfaßbaren, noch heute kaum erreichten Kühnheit und verwegenen Rücksichtslosigkeit den durch die Gedankenarbeit der Jahrtausende mühsam geschlossenen Kompromiß zwischen dem Einzelwesen und der Welt zu zerreißen und auf diesen Scherbenberg der Vergangenheit das überweltliche Denkmal des anarchischen Ich aufzurichten wagte" (Houben). "Streckenweise meint man einen Theoretiker der Psychoanalyse zu hören, dann wieder scheint ein Marxist oder Existenzialist zu sprechen. Stirners kühner Entwurf nimmt bestimmte Momente der modernen Auseinandersetzung zwischen dem Individuum und den Apparaten der gesellschaftlichen Macht vorweg" (KLL).

Mit dem oft fehlenden Blatt Verlagsanzeigen. Teils etwas stockfleckig und gebräunt. Alter Besitzvermerk "F. Wagner" am hinteren Innendeckel.

Stammhammer I, 241. Nettlau 35. Houben I, 577f. Ziegenfuß 642. Borst 2187. KLL 3013 f. Kayser X, 394. ADB XXXVI, 258.