"Bleiben doch die ew'gen Juden / Fremdlinge sind wir auf Erden"

Reinhardt, Max, Regisseur, Intendant, Theatergründer (1873-1943). 2 eigenh. Gedichte.

O. O. u. D., (ca. 1895).

3 beidseit. u. 1½ einseit. beschriebene Bll. 8vo.

Wohl an Sonja Kornfeld, ein umfangreiches Gedicht mit 22 Strophen (eine ausgestrichen): "Unsre Weihnacht liebe Sonja | Heißer ist sie, wild und bebend | Und um taumelndes Genießen | dichte schwarze Schleier webend [...] Bleiben doch die ew'gen Juden | Fremdlinge sind wir auf Erden | Und trotz aller Christenfeste | Werden nie wir christlich werden [...] Unsre Weihnacht liebe Sonja | Komm' ich flüstre Dirs ins Ohr | Doch nur mündlich! Heut indessen | Grüßt Dich herzlich Matador". Das zweite Gedicht mit 8½ Strophen beginnt: "Junge goldne Sonnenstrahlen | kosten mild die starre Erde | Und sie lachet unter Thränen | Kündend daß es Frühling werde [...]". Vier Verse unter dem Titel "Tief": "Und es wurzelt tief im Innern | dieses reichen Kommens Schöne | Und es perlt wie Herzblut leise | durch die mächtig starken Töne".

In violetter Tinte, auf dünnem Papier, mehrfache Ausstreichungen, Tinte teils etwas durchgeschlagen.