[Karl VII.]. Vollständiges Diarium von den merckwürdigsten Begebenheiten, die sich vor, in und nach der höchst-beglückten Wahl und Crönung des Allerdurchlauchtigsten, Großmächtigsten und Unüberwindlichsten Fürsten und Herrn, Herrn Carls des VII. Erwehlten Römischen Kaysers, [...] im gantzen Heil. Röm. Reich, und sonderlich in dieser Freyen Reychs- und Wahl- Stadt Franckfurt am Mayn zugetragen [...].

Frankfurt, Johann David Jung, 1742-1743.

3 Teile in einem Band. (100), 306, 80, (2), 38, (4), 96, (10), 28 SS. (20), 128, 52, (2), 26, (2), 34, (2), 30 SS. (4), 20, 8, (2), 10, (2), 26, (48) SS. Alle 3 Titel in rot und schwarz gedruckt. Mit 1 gest. Frontispiz, 19 gest. Porträts, 18 zum Teil mehrfach gefalteten Kupfertafeln, 2 gest. Plänen sowie 17 Kopfstücken in Holzschnitt (8) bzw. Kupferstich (9). Pergamentband der Zeit mit goldgeprägtem Rückentitel (Bindebänder fehlen). Folio (230 x 360 mm).

 6.500,00

Vollständiges Exemplar des am reichsten ausgestatteten aller Krönungsdiarien: Der prachtvoll illustrierte Bericht über die Krönung des Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern zum Römischen Kaiser Karl VII. am 12. Februar 1742 und von dessen Gattin Maria Amalia von Österreich zur Kaiserin. Die großen Faltkupfer nach Lentzner, Funck, Lippold, Diehl u. a. zeigen die Krönungsfeierlichkeit, Einzüge, Festmahl, andere Feierlichkeiten (auf dem Platz vor dem Römer), Soldaten, Wagen, Festaufbauten, die Festbeleuchtung etc. sowie Porträts des Kaiserpaares und der Kurfürsten. Der am Schluss des dritten Bandes angefügte Bericht an den Buchbinder erwähnt nur die Tafeln in den Teilen II und III.

Ein ausführliches und überaus wichtiges Quellwerk, nicht zuletzt wegen der ergänzenden Teile, wie der umfangreichen Fourierlisten mit den Hunderten von Namen, Standesbezeichnungen der Begleitpersonen und des Personals bis hin zur namentlichen Nennung der Köche, Bäcker und Kellermeister. "In questo assai grosso volume di circa mille pagine sono compresi tutti gli atti pubblici precedenti e susseguenti l'Incoronazione e l'Elezione. Cominciano le tavole col frontespizio, seguono 15 ritratti, e 18 grandi tavole intagliate [...] con molta e dispendiosa cura" (Cicognara).

Aus der Sammlung Karl Bacher mit schönem, farbigem Exlibris am Innendeckel. Am Frontispiz verso Besitzvermerk "Johannes Lang 1832". Einband berieben, das Pergament an den Kanten etwas gelöst. Stellenweise etwas fingerfleckig aber kaum gebräunt; fliegender Vorsatz mit Eckverlust.

Vollständig von großer Seltenheit. Aus der Sammlung des Frankfurter Insolvenzrechtlers Wilhelm A. Schaaf (1929-2015).

Lipperheide Sba 28. Kat. der Ornamentstichslg. Berlin 2898. Cicognara 1510. Kat. Sauer 259. Nicht bei Ruggieri.