Charles I., König von England (1600-1649). Dokument mit eigenh. U. ("Carolus R.").

Westminster, 12. II. 1641.

Lateinische Handschrift, Kalligraphie und Kupferstich (Herrscherportrait) auf Pergament. Ca. 600:510 mm (bei eingefalteter Plica). Durchzogener Pergamentstreifen erhalten; es fehlt das Siegel.

Königliche Bestätigung über die gerichtliche Eigentumsübertragung der Herrschaft Worthen in Shropshire, mit allen zugehörigen Gütern und Pertinenzien (darunter eine Mühle, Wälder, Land, Wiesen und Weiden, untertänige Höfe in Brockton, Over und Nether Tickley, Hampton, Hayes, Ewerne, Westbury, Alberbury, und Marton sowie das Pfarrhaus zu Worthen). Verkäufer waren Isaac Morgan und Samuel Whitehall. Da die Herrschaft fideikomissarisch vinkuliert war, bedurfte es zum Verkauf an die Herren John Parker und John Sand eines umwegigen, als "Common Recovery" bezeichneten Gerichtsverfahrens, bei dem die Käufer vor dem Court of Common Pleas ihr angebliches Erbe gegen einen fiktiven Dritten einklagten. Das derart erworbene Gut war dann freies Allodium. Die königliche Urkunde stellt eine sog. "Exemplification of a Common Recovery" dar, eine offizielle Zusammenfassung des gerichtlichen Vorgangs in elaborater, mittelalterliche Formen nachahmender Kanzleihand mit der Unterschrift und dem (hier verlorenen) Siegel des Landesfürsten (wir danken Michael Webb, Bodleian Library, für wertvolle Hinweise zur Beschreibung).

Im folgenden Jahr brach der englische Bürgerkrieg aus; im Jänner 1649 wurde Charles I. vom Parlament zum Tode verurteilt und als Hochverräter hingerichtet.

Die Tinte stellenweise berieben; im ganzen wohlerhalten. Gefaltet.