Goethe, Johann Wolfgang von. Zur Farbenlehre. 2 Textbände und Tafelband.

Wien, in Commission bey Geistinger, 1812.

4 Bände in 2 u. Tafelband. (2), XL, 318 SS. (4), 296, (4) SS. (2), XX, 368 SS. (4), VIII, 333, (3) SS. Tafelband: 24, 12 SS. Mit 17 (davon 12 kolorierten) Tafeln. Zeitgenössische Leinenbände mit goldgepr. rotem Rückenschildchen bzw. Rückenfileten. 8vo bzw. 4to.

 4.500,00

Zweite Ausgabe der Farbenlehre (Sämmtliche Schriften, Bde. XX-XXIII, mit den Reihentiteln), einschließlich der im Quartformat erschienenen "Erklärung der zur Goethe’s Farbenlehre gehörigen Tafeln" und der ebenfalls meist fehlenden "Anzeige und Übersicht". "Goethe's first publication on optics culminated in his 'Zur Farbenlehre', his longest and, in his own view, best work, today known principally as a fierce and unsuccessful attack on Newton's demonstration that white light is composite" (DSB V, 445). Geistinger veranstaltete 1810-17 eine unrechtmäßige Ausgabe von Goethes Werken; die "Farbenlehre" wurde von ihm sowohl innerhalb dieser "Sämmtlichen Schriften" als auch mit eigenem Titelblatt als selbständige Einzelausgabe von Goethes wissenschaftlichem Hauptwerk aufgelegt. Zur Seltenheit des Geistingerschen Raubdrucks von Goethes Werken (übrigens der einzige zu Lebzeiten Dichters, der die Farbenlehre in seine Auswahl aufgenommen hatte), vgl. vor allem K. Dorn, "Habent sua fata libelli", in: Aus dem Antiquariat 1988, S. 379f. Nach Dorn soll Goethe die Geistinger'sche zu den guten Ausgaben seiner Werke gezählt haben, selbst aber nur ein inkomplettes Exemplar besessen haben.

Wesentlich seltener als die 1810 erschienene erste Ausgabe, die vorliegende auf keiner internationalen Auktion seit 1975 (lt. ABPC), nur zwei Exemplare über OCLC nachweisbar (Johns Hopkins Univ., San Diego Univ.).

Gering gebräunt bzw. leicht braunfleckig; Tafelband stärker stockfleckig; die Tafeln selbst beschnitten und auf Trägerpapier aufgezogen. Sehr schönes Exemplar mit altem Besitzerstempel der Volks- und Hauptschuldirektion Heiligeneich bei Tulln/Donau am Vorsatz des Tafelbands.

Hagen 348, 348 b-c. Kippenberg 387 und 388. Goedeke IV/3, 583, 46 a 1. Schmid 68-71 und 77-79.

Art.-Nr.: BN#26623 Schlagwort: