[Hydrotherapie]. Vorbericht. Uiber die Anwendung des kalten Wassers.

O. O., um 1840.

Deutsche Handschrift auf Papier. 66 beschr. SS. auf 38 Bll. Marmorierter Halblederband der Zeit mit goldgepr. Rückenfileten und blindgepr. Blütenstempeln. Gr.-8vo.

 450,00

Hübsche, sauber ausgeführte medizinische Handschrift über verschiedene medizinische Anwendungen kalter Güsse und Bäder sowie Schwitzkuren und Umschläge. Obwohl Johann Siegmund Hahn schon 1738 sein klassisches Werk zur Hydrotherapie vorgelegt hatte, sollte die Wasserheilkunde erst Mitte des 19. Jahrhunderts mit Sebastian Kneipp ihren Durchbruch erleben. Die vorliegende Schrift gehört jedenfalls noch der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an und bezieht sich u. a. auf die Methoden des seinerzeit berühmten schlesischen Naturheilkundlers und "Wasserdoktors" Vincenz Prießnitz (1799-1851). Der ungenannte Verfasser versammelt hier hydrotherapeutische Verfahren gegen Husten, Halsweh, Fieber, Zahnschmerzen, Nasenbluten, Augenleiden, aber auch Gicht, Koliken, Kindbettfieber, Lachkrampf, Frostbeulen, Tripper, ja sogar Pilzvergiftungen, Krebs und Geisteskrankheiten:

"Behandlung eines Irren. Er wird in eine Wanne mit abgeschreckten Wasser gesetzt, welches 2 Zoll unter den Nabel geht, und dabei an Händen und Füßen gerieben, der Rüken wird ihm ebenfalls gerieben, und öfter Wasser über den Kopf und Nacken gegossen, auch läßt man ihn trinken, wen es möglich ist. Wenn sich das Wasser erwärmt hat, und man sieht, daß der Körper noch mehr Kälte ertragen kann, so wird noch mehr kaltes zugegossen, bis der Kranke starken Schauer bekommt. In diesem Zustand wird fort behandelt bis die natürliche Wärme wiederkehrt, dann läßt man ihn heraus, stelt ihm die Füße, und läßt ihm wo möglich 10 Mi. Bewegung machen, worauf er zu Bette gebracht." - Mit mehreren Fallstudien.

Einband leicht berieben, sonst wohlerhalten. Besitzstempel "Mifka" am vorderen Vorsatz.

Art.-Nr.: BN#24781 Schlagwörter: , ,