Rudolf II., Kaiser. [Aufruf, das Gebet wegen der Türkengefahr besser zu beachten]. Gedrucktes Mandat.

Wien, 1. VII. 1594.

Einblattdruck. 1 S. Qu.-Folio (428:302 mm). Mit papiergedecktem Siegel über rotem Wachs. Gefaltet.

Erneuerung des Generalmandats vom 22. September 1593 zum Gebet gegen die Türken, das, wie dem Kaiser zu Ohren gekommen sei, wenig befolgt werde: "So gelangt Uns doch mit hocher befrembdung glaubwirdig an, das fast aller ortten bey Euch denen Stätten, unnd sonst in gemain, das FrüGebett undter leyttung der Türckhen Glocken schlechtlich gehalten, die Letaney wenig besuecht, unnd schier niemandts zu Straß noch Hauß gesehen wirdt, der undter der GebettGlocken nider kniet, das Haubt entblesset, oder einer dem andern ein guet Exempel gebe, Sonder ohne schew, unnd hindann gesetzt der obligenden Christlichen gebier seinen weeg fort wandlet, und sich also aller dingsdd erzeigen, alß wann sie das Geleyt oder Gebett nicht angieng, Ja (daß gar abscheuchlich) wann sie gleich andere dißfalß gehorsambe unnd eyfferige Christen vor ihnen sehen, dises hoch nottwendig werkh an ihnen gleichsamb für spöttlich halten, unnd wol darüber schimpfliche reden unnd geberdt treiben [...]". Mit der Schlacht bei Sissek am 22. Juni 1593 war der Lange Türkenkrieg ausgebrochen, der bis 1606 währen sollte.

Dorsalvermerke des 17. Jhs. zum Inhalt. Teils knittrig und im Bug mit Papierdurchbrüchen bzw. etwas gebräunt. Unter dem Urkundentext rechts: "Commissio domini electi imperatoris in consilio". Links mit eigenh. Zeichnung des niederösterreichischen Statthalters Ruprecht von Stotzingen und des Kanzlers Christoph Pirckheimer, rechts mit zwei weiteren Beamtenunterschriften.

Nicht bei Starzer.