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Huchel, Peter, Lyriker u. Redakteur (1903-1981). Der Garten des Theophrast. Eigenhändiges Gedichtmanuskript mit U.... O. O., [um 1970]. O. O., [um 1970]. 1 S. 4to.

EUR 1,800.00

Eines der berühmtesten Gedichte Huchels, zuerst gedruckt im letzten von ihm redigierten Heft von "Sinn und Form" (Bd. 14, 1962), dann in "Chausseen, Chausseen" (Frankfurt 1963): "Wenn mittags das weisse Feuer | Der Verse über den Urnen tanzt, | Gedenke, mein Sohn. Gedenke derer, | Die einst Gespräche wie Bäume gepflanzt. | Tot ist der Garten, mein Atem wird schwerer, | Bewahre die Stunde, hier ging Theophrast, | Mit Eichenlohe zu düngen den Boden, | Die wunde Rinde zu binden mit Bast. | Ein Ölbaum spaltet das mürbe Gemäuer | Und ist noch Stimme im heissen Staub. | Sie gaben Befehl, die Wurzel zu roden. | Es sinkt dein Licht, schutzloses Laub". - Schwache Faltspuren.

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Jean Paul (d. i. J. P. Friedrich Richter), Schriftsteller (1763-1825). Eigenh. Brief mit U. Bayreuth, 26. III. 1819. Bayreuth, 26. III. 1819. 3 SS. auf Doppelblatt. Kl.-8vo.

EUR 6,500.00

An seinen Freund, den Philologen und Übersetzer J. H. Voss, der nach einem geplanten Besuch bei seinem Bruder Abraham, damals als Gymnasiallehrer in Rudolstadt tätig, eine gemeinsame Reise zu Jean Paul nach Bayreuth geplant hatte: "Dein Fruchtblatt, guter Heinrich, bekam ich gerade an meinem Geburtmorgen. Nur zog eine große finstere Wolke über den ganzen Tag, in welche Jacobis Leiche eingewickelt war, weil mir die Meinigen aus falscher Schonung dessen Tod durch Unterschlagen einiger Zeitungen zu verhehlen gewußt. - Nur deinem Wunsche gemäß schreib' ich dir; denn sonst bei dieser Nähe mündlicher Worte wären schriftliche ein Telegraph in der Stube. - Leider muß ich es mir meiner Verhältnisse wegen gefallen lassen, daß du nicht bei mir wohnst, da du deinen lieben Abraham mitbringst, was mich wieder auf die andere Art entschädigt. Steige ja in der Sonne ab, dem besten Gasthause, worin ich immer in meiner jüngern Zeit so wie Siebenkaes logierte - Den Tag deiner Ankunft schreibe mir so bestimmt wie möglich. - Außer Gegend u. außer den Meinigen hab' ich Euch wenig anzubieten. - Über Heidelberg u. meine Lebensbeschreibung hast Du mich misverstanden; nur aufgeschoben hab' ich das Genießen beider, nicht aufgegeben. Und nun reise so glücklich als du in Rudolstadt sein wirst! | Jean Paul". - Friedrich Heinrich Jacobi, der Philosoph und Freund Goethes, war am 10. März gestorben. Mit Siebenkäs ist die Hauptfigur seines 1796/97 erschienenen Romans über das Eheleben des Armenadvokaten Siebenkäs gemeint. Abraham Voss gab 1833 den Briefwechsel zwischen seinem Bruder und Jean Paul heraus. - Mit kleinem Falzrest auf Bl. 2 verso.

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Jean Paul (d. i. J. P. Friedrich Richter), Schriftsteller (1763-1825). Eigenh. Brief mit U. ("Richter"). [Bayreuth], o. D. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 2,500.00

An den Lehrer seines Sohnes Max, Lorenz Heinrich Wagner (1774-1841) in Bayreuth, dem er für eine "seelen-erhebende Stunde" anläßlich eines Unterrichtsbesuchs dankt: "[...] Ihre Primaner waren ihres Lehrers werth; keiner darunter war gemein u. Cloeter [wohl ein Sohn von Richters Freund Johann Gottfried Cloeter] u. einige andere, mir anonyme, ragten vor". Er empfiehlt noch ein Werk des Philosophen Dietrich Tiedemann und kündigt "Mehreres und anderes" mündlich an. - Etwas knittrig.

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Kafka, Franz, writer (1883–1924). Autograph letter signed ("Kafka"). Prague, December 1922. Prague, December 1922. 8vo. 3½ pages.

EUR 120,000.00

A deeply personal, eloquently critical letter to his friend Franz Werfel, who had just visited him. Written in German from his sickbed, the letter, which was probably never sent, contains a discussion of Werfel's play "Schweiger", which had been a severe disappointment to Kafka: "Dear Werfel | After the way I behaved at your last visit, you could not come again. I realized that. And I would surely have written to you before this were it not that letter-writing has gradually become as hard for me as talking, and that even mailing letters is troublesome, for I already had a letter all written for you. But it is useless to go over old things. Where would it end, if one were never to stop defending all one's old wretched mistakes and apologizing for them. So let me only say this, Werfel, which you yourself must know: If what was involved here was only an ordinary dislike, then it might possibly have been easier to formulate and moreover might have been so unimportant that I might well have been able to keep it to myself. But it was a horror, and justifying that is difficult: One seems stubborn and tough and cross­grained, where one is only unhappy. You are surely one of the leaders of this generation, which is not meant as flattery and cannot serve as flattery of anyone, for many a man can lead this society, so lost in its bogs. Hence you are not only a leader but something more (you yourself have said something similar in the fine introduction to Brand's posthumous works, fine right down to the phrase 'joyous will to deception') and one follows your course with burning suspense. And now this play. lt may have every possible merit, from the theatrical to the highest, but it is a retreat from leadership; there is not even leadership there, rather a betrayal of the generation, a glossing over, a trivializing, and therefore a cheapening of their sufferings. - But now I am prattling on, as I did before, am incapable of thinking out and expressing the crux of the matter. Let it be so. Were it not that my sympathy with you, my deeply selfish sympathy with you, is so great, I would not even be prattling. - And now the invitation; in written form, it assumes an even realer and more magnificent appearance. Obstacles are my illness, the doctor (he definitely rules out Semmering once again, though he is not so definite about Venice in the early spring), and I suppose money too (I would have to manage on a thousand crowns a month). But these are not the chief obstacles. Between lying stretched out on my Prague bed and strolling erect in the Piazza San Marco, the distance is so great that only imagination can barely span it. But these are only generalizations. Beyond that, to imagine that for example I might go to dinner with other people in Venice (I can only eat alone) - even the imagination is staggered. But nonetheless I cling to the invitation, and thank you for it many times. Perhaps I will see you in January. Farewell [...]" (translated from the German original). - Provenance: auctioned at Stargardt in 1999 (sale 671, 30 March, lot 222), and again in 2001 (sale 675, 13 Nov., lot 226). Last in the Collections Aristophile. Published (with departures from the original) in Briefe (ed. Max Brod), S. Fischer 1958, pp. 424 f. English translation published in: Letters to Friends, Family, and Editor (NY, Schocken Books, 1977).

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Körner, Theodor, deutscher Dichter und Dramatiker (1791-1813). Hoch lebe das Haus Österreich. Aus der Geschichte... der Schlacht von Aspern. 1812. Eigenh. Manuskript mit U. O. O. u. D. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to.

EUR 2,500.00

Es schweigt die Nacht, die Erde träumt, | Und bleich der Mond die Wolken säumt. | Was bist du, Welt, so still, so leer! | Was lauerst du wie ein falsches Meer? | Es saust so öde durch dein Reich, | Und Schauder faßt die Seele gleich, | Als wolltest du mit leisem Beben | Des Morgens blut'gen Schleier heben. | Noch schlummert's tief in Lagers Raum, | Die Sterne steigen auf und nieder, | Die Totenstille regt sich kaum! | O laß der Welt den schönen Traum - | Der nahe Tag verscheucht ihn wieder! | Im Osten graut's, es sinkt die Nacht. | Gottlob! der Morgen ist erwacht! | Gottlob! der neue Tag bricht an! | Seht euch noch mal die Sonne an! | Wohl viele, die jetzt rüstig stehn, | Sehen sie nie wieder untergehn. | In manchen Herzen pocht das Blut | Nach raschen Streites Übermut; | Und eh' die nächsten Stunden tagen, | Hat manches Herz schon ausgeschlagen. | Die Sonne kommt, der Nebel reißt, | Ein stumm Gebet den Vater preist. | Nun lebt und regt sich alle Welt, | In blanken Waffen glänzt das Feld. | Der Jüngling schreitet kühn hinaus, | Er schaut hinauf ins Vaterhaus, | Und leise Ahnung füllt sein Herz | Und zieht ihn dämmernd himmelwärts. | Da trägt der tiefbewegte Sinn | Die Träume zu der Liebsten hin. | Sie weinte, als er scheiden mußt' - | Und Wehmut haucht in seine Brust, | Und er gedenkt der schönen Zeiten! | Er fühlt's, es war ein ewig Scheiden! | Die Sonne steigt, der Lärmschuß kracht, | Laut jubelnd zieht das Heer zur Schlacht. | 'Seht ihr den Stephan herüberwinken | Und dort die fränk'schen Adler blinken? | Auf, Brüder! stürzt euch mutig drein, | Die Adler müssen unser sein! | Lebt wohl, lebt wohl, ihr meine Lieben, | Weint nicht, ich wollt' euch nicht betrüben!' | Es wogt der Kampf, es brüllt der Tod, | Die Wunden klaffen blutigrot. | 'Mir nach! mir nach! dort ist der Ruhm, | Ihr kämpft für euer Heiligtum!' | Und neben ihm und unter ihm | Würgt rasch des Todes Ungestüm, | Und Mann und Roß zusammenbrach; | Er aber jauchzt: 'Mir nach! mir nach!' | Da pfeift eine Kugel durch seine Brust, | Daß gleich das Auge brechen mußt'; | Doch hat er mit der letzten Kraft | Den letzten Atem zusammengerafft | Und ruft und stürzt zu Boden gleich: | 'Hoch lebe das Haus Österreich!' | Der Adler sinkt, die Fahne fliegt. | Heil dir, mein Volk, du hast gesiegt! - Wohlerhalten.

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Libelt, Karol, Philosoph, Schriftsteller und politischer Agitator (1807-1875). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 13. II. 1869. Berlin, 13. II. 1869. 1 S. 8vo.

EUR 1,500.00

In polnischer Sprache an einen Freund, bei dem er sich für die verspätete Antwort entschuldigt. Berichtet über die geplante Reise nach Lemberg (Lwow), wo er im April literarische Vorträge halten wolle. Wenn er durch Breslau komme, werde er nicht versäumen, den Freund zu besuchen. - Mit Stempel des "Archiv Schöppl".

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To Daniel Chodowiecki, engraver of "Twelve Ways to Propose"
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Lichtenberg, Georg Christoph, writer (1742-1799). Autograph letter signed ("GLichtenberg"). Göttingen, 25. X. 1779. Göttingen, 25. X. 1779. Large 8vo. 2 pages on bifolium. With autogr. address.

EUR 12,500.00

To the engraver and illustrator Daniel Chodowiecki (1726-1801), about producing a series of engravings. - Lichtenberg's landlord, publisher, bookseller, wine merchant, and friend Johann Christian Dieterich (1722-1800) was also publisher of the "Musenalmanach", continued after the death of its editor Erxleben by Lichtenberg (as "Göttinger Taschen Calender"). The periodical targeted a wide audience of limited education. Shrewdly, Dieterich had made it a point from the beginning to include engravings, and the engagement of Chodowiecki, one of the most-sought illustrators of his time, was an additional factor that appealed to the picture-hungry audience. The issue discussed here by Lichtenberg was published in 1781, containing 2 fashion engravings and 12 monthly engravings by Chodowiecki on the subject of "Twelve Ways to Propose". - Slight defect to f. 2 due to broken seal. Such early letters by Lichtenberg are uncommon: auction records list no similarly early letters, nor any part of Lichtenberg's correspondence with Chodowiecki.

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London, Jack, American writer (1876-1916). Autograph letter signed. Piedmont, Cal., 7. II. 1903. Piedmont, Cal., 7. II. 1903. 4to. 1 page.

EUR 3,500.00

To the editor of the "Metropolitan Magazin": "In the 'Metropolitan' of July, 1901, was published a story of mine, entitled 'A Hyperborean Brew', I have not yet collected this story in book form, & I find, on looking over my file, that I have no copy of it - the old story, the friend who will borrow. So, will you kindly mail me a copy of that number [...]". - With stamped address; mounting strip on reverse.

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To his friend Otto Grautoff
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Mann, Thomas, German writer and Nobel laureate (1875-1955). Important series of ca. 90 early autograph letters... and postcards, to Otto Grautoff. Various places, mostly 1894-1901. Various places, mostly 1894-1901. 92 items, ca. 260 pages in all, mainly 8vo, autograph address panels to the postcards, some on Mann's printed stationery, with a few unpublished greeting cards, mainly 1894-1901, together with letters to Erna Grautoff and Karl Federn, mainly Munich and Rome and a few items from Naples, Unterach, Riva del Garda, Dresden, Bad Tölz, Oberammergau and Paris, September 1894-7 July 1925, about twelve letters incomplete (mostly undated letters from ca. 1895-1896), the first two letters with sections cut away, occasional dust-marking and splitting at folds, each letter carefully annotated in pencil by the Austrian National Library (July 1938) and some also with editorial dating (ca. 1975).

EUR 300,000.00

Important series of ca. 90 early autograph letters and postcards, to Otto Grautoff, about Buddenbrooks, including eleven unpublished items, with poems and transcriptions about his writing, reporting his commission from the publishers Fischer to write a long prose work, specifying the mid-nineteenth-century milieu to be treated in Buddenbrooks, its length and plans to finish it, and finally giving Grautoff a long analysis of its Germanic and Wagnerian nature, discussing Goethe (with quotations of "Alles Vergängliche", from Faust), Shakespeare (Hamlet; Romeo and Juliet), Wagner (Tristan und Isolde), Turgenev, Nietzsche, his brother Hermann, Balzac, Dehmel, Fontane and many other writers, the publisher Fischer, the journals "Simplicissimus" and "Neue Deutsche Rundschau", and reporting his travels in Italy, mainly Rome during the years 1895 to 1897; the collection also includes two autograph poems by Mann, 'Weihnacht' ("O festlich Sternenzelt!"), and, in a letter of 1898, the apparently newly-composed poem 'Nur Eins' ("Wir, denen Gott den trüben Sinn gegeben"), together with a transcription from the love duet in Tristan und Isolde ("Bricht mein Blick sich..."), and from Romeo and Juliet ("Komm, Nacht...Verhülle mit dem schwarzen Mantel mir"), poems by August von Platen and others.
¶ T. Mann, Briefe an Otto Grautoff 1894-1901 und Ida Boy-Ed 1903-1928, ed. by Peter de Mendelssohn (1975).

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Hoch Mao-Dutschke!
40

Mehring, Walter, Schriftsteller (1896-1981). Eigenh. Brief mit U. Zürich, Hotel Urban, 21. IV. 1968. Zürich, Hotel Urban, 21. IV. 1968. 1 S. Qu.-gr.-8vo.

EUR 1,500.00

An den Journalisten, Theaterkritiker und Herausgeber der Berliner Tageszeitung "Der Tagesspiegel" Walter Karsch in Berlin, kurz nach dem Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968: "Ich hoffe, von Ihnen bald, sehr bald bessere Nachrichten zu erhalten - Grüsse von Ihrer Rückkehr - aus Berlin. Ob ich da noch einmal - vor meinem Nekrolog im TAGESSPIEGEL - erscheinen werde, ahne ich nicht. Einst waren auch wir: die Jugend - und dagegen (gegen jedes 'Establishment' - modern ausgedrückt - gegen jedes 'HEIL ..!') Aber: Hoch Mao-Dutschke! Nieder mit (na, wenn schon!) Springer! - Nope! Da mache ich nicht mehr mit! So senil bin'ck noch nich! [...]". - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des Hotel Urban in Zürich.

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41

Meyrink, Gustav, Schriftsteller (1868-1932). Eigenh. Widmung und Unterschrift in "Des deutschen Spießers... Wunderhorn". Gesammelte Novellen. Dreizehntes bis Fünfzehntes Tausend. Albert Langen. München. 1922. Starnberg, 25. VIII. 1923. Starnberg, 25. VIII. 1923. 8vo.

EUR 2,500.00

Die mit Starnberg, 25. VIII. 1923 datierte Widmung an Anna Werner: "Der Mensch soll dem Staate schaden, wann, wo und wie immer er kann, auf dass es ihm wohlergehe und er lange lebe auf Erden". - Ohne Schutzumschlag. Gebräunt und leicht fleckig. Mit einem Exlibris von Emmanuel Moses.

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42

Nabokov, Vladimir, writer (1899-1977). Autograph postcard signed ("V. Nabokoff"). [Berlin, 5 August 1936]. [Berlin, 5 August 1936]. Oblong 8vo. 1 p. With autogr. address and return address.

EUR 12,000.00

To the Belgian writer Robert Mélot (ps. Mélot du Dy, 1891-1956), thanking for sending Mélot's book "Signes de vie" (Paris, Denoël et Steele, 1936) in which he added an autograph note to Nabokov. Nabokov lists his favourite poems of the book and announces a journey to Belgium in autumn: "Cher monsieur et ami, je vous remercie beaucoup pour vos 'Signes de Vie' (un titre plein d'esprit poétique!) et les gentils mots, que vous y avez mis. Vous avez bien raison de dire 'en goûter la rondeur plûtot que le travers' - car je crois que sans ce gout de la vie que vous avez (gout de 'pommes vertes') il serait impossible de faire de beaux vers. J'ai spécialement aimé 'la vielle son miroir', puis le magnifique 'je pense aux tiroirs des poètes' et le 'jeune homme preux'. Merci encore une fois pour ce charmant cadeau. J'ai bien l'intention de venir en Belgique cet automne - et ce sera un grand plaisir que de vous revoir [...]". - In "Nestorstr. 22", as Nabokov writes in the return address, he and his family were living from 1932 to 1937. - Early Nabokov letters such as the present example are exceedingly rare.

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Platen, August Graf von, Dichter (1796-1835). Eigenh. Brief mit U. ("Ihr Freund u. Diener... | Gr Platen"). Innsbruck, 24. IV. 1833. Innsbruck, 24. IV. 1833. 1¾ SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 6,500.00

An den Mediziner Karl von Pfeufer in München über italienische Reisepläne: "Ich schreibe Ihnen früher, als Sie es wohl vermuteten, da ich meinen Reiseplan abermals verändert habe. Ich werde mich, nach reiflicher Ueberlegung, dießmal mit Venedig und Dalmatien begnügen u nicht nach Neapel gehn, da sich die sicilianische Reise allzuschwer damit vereinigen ließe. Wenn ich nicht im Winter über die Alpen wollte, was höchst unangenehm ist, so müßte ich unmittelbar, nachdem ich an der ohnedem beschwerlichen Fahrt aus Sicilien u Calabrien zurückgekommen, in einem Hui bis nach München reisen, was für eine Lustreise eine allzugroße Anstrengung sein würde. Ich werde mir also Sicilien bis zum nächsten Frühjahr aufsparen, u dann schon Ende März von München abgehn. Auf diese Art läßt sich Alles bequemer einrichten. Ich bitte Sie also, alle meine Briefe nach Venedig, poste restante, addressiren zu lassen, u auch Fräulein Linder u meine Mutter darin zu benachrichtigen. An letztere werde ich nächstens schreiben. Wenn es gewiß ist, daß der König nach Italien geht, so brauchen Sie mir kein Exemplar der Geschichte mit der Post zu schicken, wohl aber zwei Exemplare von jedem Werk auf die Post geben lassen. Ich hatte auch Unrecht, hier zu verweilen, u hätte mit dem Eilwagen wenigstens sogleich bis über den Brenner gehen sollen, um der rauhen Luft so bald als möglich zu entfliehn. Die Vegetation ist hier zwar weiter als in München vorgerückt; aber die Witterung regnerisch und unfreundlich, u ich habe ein Paar traurige Tage hier zuzubringen. Noch trauriger die Nächte von wegen der deutschen Federbetten, die mich allein abhalten könnten, jemals eine Reise in Deutschland zu unternehmen. Die Reisegesellschaft war nicht übel, u. die Innsbruckerin, die mir, wie Sie gesehen haben, gegenübersaß, war eine sehr verständige u. interessante Frau […]". - Karl von Pfeufer, der zwei Jahre zuvor promoviert hatte, sollte in späteren Jahren eine erfolgreiche Laufbahn als Professor in Zürich, Heidelberg und München absolvieren. Sich dem Erbe seines Freundes sehr verpflichtet fühlend, gab von Pfeufer 1860 bei Cotta zusammen mit einem anderen Freund Platens dessen Tagebücher in Auszügen heraus. - Bl. 2 mit kleinem Ausriß durch Siegelbruch.

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44

Platen, August Graf von, Dichter (1796-1835). Eigenh. Brief mit U. ("P."). Venedig, 4. VI. 1833. Venedig, 4. VI. 1833. 1 1/3 SS. auf Doppelblatt. 4to. Mit Adresse, Oblatensiegel und Poststempel.

EUR 3,000.00

An die Brüder Giovanni und Federico Frizzoni in Bergamo: "Sie sehen, liebe Freunde, daß ich noch immer hier bin, auch werde ich diesen Sommer hierbleiben, da ich eine historische Arbeit begonnen habe. Die Hitze würde mich zwar nicht abgeschreckt haben, nach Neapel u. Sicilien zu gehn; denn den neapolitanischen Sommer bin ich bereits gewohnt, wohl aber die Kürze der Zeit, da ich doch im Herbst, meiner Mutter wegen, wieder nach München muß. Hoffentlich werden Sie nun endlich die beiden Werke erhalten haben […] Meine Bücher lassen Sie nur in Bergamo. Sollte sich jedoch einmal zufällig eine Gelegenheit finden, so bitte ich Sie, mir den Luden zu schicken […] Ich habe hier eine recht angenehme u. billige Wohnung, unweit des Rialto nebst Aussicht auf diese Brücke u. einen Theil des großen Kanals, Segel u. Masten unter meinen Fenstern. Dafür bezahle ich nicht mehr als einen Napoleon den Monat. Von unserm Baron [d. i. Carl Friedrich von Rumohr] weiß ich nichts, u. hoffte etwas durch Sie zu erfahren. Das interessante Werk des Silvio Pellico [d. i. "Le mie prigioni". Turin, 1832] habe ich gelesen. Wird Gündel gar nicht mehr nach Italien kommen? […]". - Platen hatte die Brüder gebeten, ihm die "Allgemeine Geschichte der Völker und Staaten" von Heinrich Luden zu besorgen. Der ehemalige Theologe und Erzieher Gustav Gündel (1794-1860) kam 1818 nach Bergamo in das Haus der aus Graubünden eingewanderten Kaufmannsfamilie und unterrichtete die beiden jüngeren Söhne Giovanni und Federico. "Acht Jahre blieb er dort nicht nur als Lehrer, sondern auch als Freund der Brüder, die er in seiner Muttersprache erzog; sie wieder bewiesen ihm rührende Anhänglichkeit, und ihr Interesse an deutscher Literatur sollte später Platen den Eintritt in ihr Haus erleichtern" (Peter Bumm, S. 464). Im Mai 1828 lernte Platen Gündel in Florenz kennen und machte ihn mit Rumohr bekannt. - Im "Briefwechsel", Band V, unter Nr. 136 gedruckt.

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45

Putlitz, Gustav (Gans Edler Herr) zu, Schriftsteller und Theaterintendant (1821-1890). Eigenh. Brief mit U. O. O., 12. II. 1886. O. O., 12. II. 1886. 1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.

EUR 950.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ew. Excellenz erlaube ich mir zur Erinnerung an gute Stunden[,] die ich Ihrer liebenswürdigen Gastlichkeit verdanke, eine leider nur gedruckte Einladung in 'Mein Heim' zu senden. Das kleine Buch ist der Abschluß meiner schriftstellerischen Thätigkeit […]". - Nach einem erfolgreichen Debut als Lustspielautor aus dem Regierungsdienst austretend, verfaßte der promovierte Jurist in Folge zahlreiche, an französischen Vorbildern (vor allem Eugène Scribe) orientierte Lustspiele und verschiedene Prosaarbeiten. Sein Märchenidyll "Was sich der Wald erzählt" (1850) erlebte bis zur Jahrhundertwende 50 Auflagen und zahlreiche Übersetzungen. Auch veröffentlichte Putlitz Autobiographisches sowie eine kommentierte Ausgabe der Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Karl Immermanns; von 1863-67 war er Intendant des Hoftheaters in Schwerin, seit 1873 in derselben Funktion in Karlsruhe tätig.

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46

Raabe, Wilhelm, Schriftsteller (1831-1910). Eigenh. Brief mit U. ("WilhRaabe"). Braunschweig, 11. III. 1874. Braunschweig, 11. III. 1874. 2 SS. 8vo.

EUR 1,800.00

An seinen Verleger Ernst Julius Günther in Leipzig, der ihm zunächst Teile eines fälligen Honorars zugeschickt hatte: "Ich unterließ also, Ihnen die Quittung zu schicken, sowie meinen Dank für die übersendeten Freiexemplare, da ich nicht anders glauben konnte, als daß Sie Ihrem Briefe Folge geben würden. [...] Eine Reclame für meine Bücher, wenn es sich nicht um eine drollige Einführung wie beim Chr[istoph] Pechlin handelte, konnte ich doch nicht gu[t] machen. Das verstehen eben Andere meiner Herrn Collegen besser: Ich habe nur meine Leser und werde dieselben zu jeder Zeit behalten. Sie müssen durch Anzeigen etc. für die Schriften wirken [...]".

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47

Redwitz, Oskar Frh. von, Schriftsteller (1823-1891). Eigenh. Albumblatt mit U. Hamburg, Sommer 1887. Hamburg, Sommer 1887. 1 S. (12 Zeilen). 8vo.

EUR 120.00

Voll Gemeinheit ist die Welt, | Voll Gewaltthat, Trug und List; | Trotzdem, wie drob heil'ger Zorn | Oft das Mannesherz mir schwillt, | Bin ich doch kein Pessimist; | Denn an dreifach heil'gem Born | Halt' ich Kopf und Herz mir klar. | Vaterland und Haus und Kunst | Sind für mich der Weihaltar [...]. - Redwitz gehörte seit 1858 als Vertreter der liberalen Partei der Zweiten Kammer des bayerischen Abgeordnetenhauses an. Seit 1872 lebte er in seiner Villa "Schillerhof" in Meran. Er starb, schwer nervenkrank und morphiumabhängig, in der Heilanstalt St. Gilgenberg. - Aus einem Poesiealbum mit zwei gedr. Gedichten anderer Verfasser.

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48

Redwitz, Oskar Frh. von, Schriftsteller (1823-1891). Neuer Frühling. Eigenh. Gedicht mit U. O. O., April 1876. O. O., April 1876. 2½ SS. (45 Zeilen) auf Doppelblatt. Gr.-8vo.

EUR 800.00

Oft hegt das Herz den düstern Glauben: | Nun könne nie und nimmermehr | Sich seiner Freuden Baum belauben | Weil er nun gar so blätterleer [...]. - Redwitz gehörte seit 1858 als Vertreter der liberalen Partei der Zweiten Kammer des bayerischen Abgeordnetenhauses an. Seit 1872 lebte er in seiner Villa "Schillerhof" in Meran. Er starb, schwer nervenkrank und morphiumabhängig, in der Heilanstalt St. Gilgenberg.

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49

Rollenhagen, Georg, poet and educator (1542-1609). Letter signed ("Georg Rollenhagen / der Schulen Rector... / und seyne Collegen"). Magdeburg, 26. II. 1580. Magdeburg, 26. II. 1580. Folio. 2 pp. on bifolium. With integral address leaf and papered seal.

EUR 6,500.00

Writing as director of the Cathedral school to the mayor and council of Kitzingen, intervening on behalf of his student Abraham Dinckel, whose scholarship he suggests should be renewed. Dinckel is said to have been attending his school for four years and intends to prolong his studies, "if only he could find more convenient access to the necessary clothing and books [...] Whilst said Abraham Dinckel has behaved himself honourably and assiduously throughout his time with us, we therefore do not doubt that he will achieve something useful if he thus continues here, as it becomes us to testify for the truth and look after young students and especially our pupils [...]" (transl. from the German original). - Slight tear to central fold. Provenance: Stargardt, 19 Sept. 1992, lot 63.

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Unpublished manuscript in the Marquis de Sade's hand
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Sade, Donatien Alphonse François, Marquis de, French writer (1740-1814). Table générale des matières. Baile. Martial. Tite-Live.... [Vincennes Donjon, between 1777 and 1782]. [Vincennes Donjon, between 1777 and 1782]. Folio. 15 pages.

EUR 15,000.00

Reading notes for the redaction of his own works. As usual, de Sade composes a list of names of historical characters that interest him, indicating the page or chapter number of the source so as to find them again more easily. The section on Pierre Bayle spans three pages; it is particularly interesting for proving that the marquis de Sade indeed had read Bayle. A French Huguenot exiled in Rotterdam, the author of the "Dictionnaire Historique et Critique" promoted the atheist and materialist doctrines of the Enlightenment. While Bayle scholar was widely appreciated in the 18th century, his Dictionary was banned in France, and he was accused of heresy, obscenity and pyrrhonism. - The next five pages are taken up by references to the Latin poet Martial; subsequent notes are more expansive and concern various districts of Rome, their history (the circus, the baths), Tivoli, antiquities, religion, wine etc. The final page forms a table of contents of the Life of Famous Men and Women of Italy. Here, we find the name of Laura, Petrarch's lover and de Sade's ancestor, but also that of Aretino, an ancestor in spirit if not in blood. Notwithstanding the title, the present pages contain no reference to Livy: "Douceur du séjour de Tivoli, l'ivoire y conserve sa blancheur, bibliothèques leur antiquité, à Rome: invention de l'imprimerie [...] Forum novum, ou marché neuf: on envoyait à Rome des roses d'Egipte pendant l'hiver, ensuite on en éleva toute l'année [...] Respect de Silius pour le jour de la naissance de Ciceron. Pour son sépulcre à Naples, le poète Sannazar en fait autant, ainsi que pour une maison de Ciceron; tombeau de Virgile [...] Église de St André à Rome était l'ancien cimetière des Gaulois. Espèce de culte que les anciens rendaient aux statues semblables au notre [...] Montagne d'Albe: bon vignoble, c'était celui des princes. Vin de Souriente [in the margin: ou de Surrente]. Vin de Letie et de Situation, vin de Foudi: dissertation de Pline pour tous les bons vins [...]".

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Sand, George, Schriftstellerin (1804-1876). Eigenh. Brief mit U. [Paris], 2. IV. 1844. [Paris], 2. IV. 1844. 3 SS. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 1,800.00

An Gabriel Falampin (1803-1860), der Sands Geschäfte besorgte, wegen eines Vertrags mit dem Verleger Charles Arthur Perrotin. Die Forderung Perrotins von 1000 Franc gefiele Sand zwar überhaupt nicht, jedoch habe sie akzeptiert, die Summe innerhalb von fünf Jahren nach Beendigung des Vertrags zu erstatten. Sand möchte damit verhindern, dass Perrotin mit der Beschwerde komme, es würde sich für ihn dabei um ein Risikogeschäft handeln. Im weiteren Verlauf erläutert sie noch andere Abmachungen, die mit Perrotin getroffen wurden: "La réclamation des mille Francs donnés par Mr Perrotin à titre d'arrangement avec Buloz [d. i. François B., der Herausgeber der "Revue des Deux Mondes"] ne me regarde pas [...] Seulement comme je ne veux pas que Perrotin ait sujet de se plaindre des hasards de l'affaire, j'accorderai le remboursement de cette somme à l'expiration des cinq ans de notre traité, si, à cette époque, Perrotin ayant établi ses comptes, m'affirme en conscience que ses bénéfices ont été moindres que les miens. En échange de la radiation de l'article des quatre ouvrages [...] je lui accorderai d'éditer in-18 Consuelo et La Ctesse de Rudolstadt sans préjudice de toute autre édition illustrée [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Monogramm; ein kleines Loch an der Siegelstelle ohne Beeinträchtigung des Textes.

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52

Schnitzler, Arthur, Schriftsteller (1862-1931). Ms. Brief mit eigenh. U. Wohl Wien, 12. I. 1924. Wohl Wien, 12. I. 1924. 1 S. Kl.-4to.

EUR 800.00

An den Tenor Otto Wolf: "Ich erhalte heute einen Brief von meiner Tante Frau Julie Markbreiter, in dem es heisst: 'Obzwar ich heutigen Tages nicht wie früher empfange, wird es mich doch sehr freuen, Herrn Furtwängler bei mir zu sehen und ihn meinen musikalischen Freunden vorzustellen. Meine Telefonnummer ist Hampstead 2804, falls er mich anrufen will.['] Vielleicht, verehrter Herr Doktor, sind Sie so freundlich diesen Brief Herrn Furtwängler nachzusenden, eines weiteren Empfehlungsschreibens bedarf es in diesem Falle absolut nicht […] Die Adresse meiner Tante in London lautet: 17, Wedderburn Road Hampstead NW3". - Auf Briefpapier mit gepr. Briefkopf.

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53

Stendhal (i. e. Beyle, Marie-Henri), French writer (1783-1842). Autograph letter signed ("H. Beyle"). [Paris], "a Mercredi matin [21 March 1827]. [Paris], "a Mercredi matin [21 March 1827]. 8vo. 4 pp. on bifolium.

EUR 12,000.00

Important letter in French, to Sophie Duvaucel, about Manzoni's "Promessi Sposi" ("The Betrothed"). Stendhal is to receive the third volume of the novel from General La Fayette: "There is a problem, it does not exist, or at least M. Manzoni only published the first half of this third volume. He thinks his novel is boring and it is said that he will not finish it. […] Mr. Ugoni from Brescia is the man in Paris who could most probably purchase the first half of the third volume for you. Mr. Fauriel, the only scholar in Paris who is not pedadantic, the old friend of Mme de Condorcet, is a close friend of Mr. Mazoni and has 'Gli Sposi' translated for a Mr. Trognon. This Mr. Trognon is the brother of the tutor of Monseigneur the Count of Beaujoulais or the Prince of Joinville, or it is the tutor himself. The princes live at the royal palace. Mr. Fauriel visits Mlle Clarke, where Mme Alexander could speak to him […]" (transl.). Though Stendhal made references to Manzoni's novel in Rome, Naples and Florence, its success probably displeased him. In his "Mélanges de littérature", Stendhal characterizes Manzoni as "excessively devout" and writes that "The Betrothed" are "overly praised", although he recognizes the book shows the existence of "Bravi" during the Spanish Government. - Sophie Duvaucel (1789-1867), daughter-in-law of Georges Cuvier, was one of the most endearing figures of the group of the "Jardin des Plantes". She assisted the naturalist in his works.

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54

Stowe, Harriet Beecher, American writer (1811-1896). Autograph letter signed. Mandarin, Florida, 6. I. 1882. Mandarin, Florida, 6. I. 1882. 8vo. 1½ pp. on bifolium.

EUR 2,500.00

To Alexander Hesse: "Your letter being written in the German schrift was entirely unintelligib[l]e to me, until I sent it for translation to a gentleman in a neighbouring city & learn from him that it is a request for an autograph, with which I now hasten to comply, wishing you the best wishes for 1882 [...]". - In the 1870s and 80s until 1884, Stowe and her family use to winter in Mandarin. In 1882 Stowe started building the Mandarin Church of Our Saviour and purchased for this use a plot of land.

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55

Suttner, Bertha von, Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin (1843-1914). Eigenh. Postkarte mit U. Harmannsdorf, 19. III. 1897. Harmannsdorf, 19. III. 1897. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 350.00

An die Schriftstellerin Clara Schachne (Pseudonym Clara Schott) in Leipzig: "In Erwiderung Ihrer geschätzten Anfrage: ich gebe keine Bibl. für junge Mädchen heraus. Nur ausnahmsweise habe ich für Weihnachten eine Anthologie für die weibl. Jugend 'Frühlingszeit' zusammengestellt; dieses Buch wird aber keine Wiederholungen haben [...]".

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56

Tranströmer, Tomas, Swedish poet and Nobel laureate (1931-2015). Autograph letter signed and typescript with several autograph... corrections signed. No place [Västerås], [6 Nov. 1985 and 1972/73]. No place [Västerås], [6 Nov. 1985 and 1972/73]. Letter: Large 8vo, ½ page. Typescript: 4to, 1 page. Includes an addressed envelope.

EUR 850.00

In German, to a collector, sending her the poem "Markgenomskådande" (12 lines) which he typed "in 1972 or 1973", the signature of which he "wrote now".

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57

Varnhagen von Ense, Rahel, Schriftstellerin und Salonnière (1771-1833). Eigenh. Brief (Fragment). O. O., 25. IV. 1832. O. O., 25. IV. 1832. 3 SS. auf 2 Bll. 4to. Mit eh. Adresse.

EUR 1,500.00

An den Oberstallmeister und Diplomaten Friedrich Adolph von Willisen: "Sie sind mir nicht zugedacht; ich nehme auch das auf meinen Nacken; da ich mein Haupt ganz beuge; aber nur gegen den Allerstärksten, u Einzigen, der alles ist. Nicht gegen einzelne arméecorps [!], oder gar Capitaine - ich meine auf Ehre nicht Sie - noch gegen die größte schönste Fürstin, anders, als in nachgebender Liebe. Geben Sie gütigst die Tieck'sche Novelle unserer holden Gräfin mit meinem Dank zurück. Welche lose, bequeme Erfindung: wie gar die Verhältniße darin nicht auf dem pied d'estale, woraus die Bürgerwelt besteht, die wir alle kennen, die uns alle hemmt; in der, und auf der alles[,] was Weltleben ist, vorgehn muß |: wenn es nicht leer u willkürlich erscheinen soll :| u uns einzig zu Betrachtungen anreitzt, die alle große Autoren uns zu machen zwingen, weil sie sich wahren Boden nehmen; auf dem genug zu fantasiren ist; er selbst aber muß nicht fantasirt werden; außer absichtlich, etwa um uns ernst ein Vorbild zu zeigen, wie es zugehn sollte; oder uns lächlen zu laßen, oder uns zu empören; wie es zugeht […]". - Siegelreste.
¶ Gedruckt in: Varnhagen von Ense, Rahel: Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde. Bd. 3. Berlin, Duncker und Humblot, 1834.

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58

Verne, Jules, French writer (1828-1905). Autograph letter signed. Amiens, 1. III. 1880. Amiens, 1. III. 1880. 12mo. 1 page.

EUR 1,500.00

To an unnamed autograph collector who had asked for a few lines from his hand: "Monsieur, Je vous prie d'excuser le rétard que j'ai mis à vous envoyer ces quelques lignes sans valeur, mais j'etai absent, quand votre lettre est arrivé. Veuillez me croire bien cordialement [...]".

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59

Vogl, Johann Nepomuk, Schriftsteller (1802-1866). Calavresella. Eigenh. Manuskript mit Namenszug im Titel. O. O. u. D. 2½ SS. (33 Zeilen) auf Doppelblatt. 4to.

EUR 750.00

Schwarzumlocktes schlankes Kind, | Mit den wilden Feuerblicken, | Sprich, was eilst du so geschwind | Mir vorbei mit flücht'gem Nicken? | Komm und setze dich zu mir, | Stell' den Krug vom Haupte nieder, | Bist erschöpft vom Laufen schier, | Sieh, wie hebt sich nur dein Mieder. | Calavresella | Acconcia e bella, | Calavresella, | Calavresè [...]. - J. N. Vogl gehörte der Literatengruppe im Wiener "Silbernen Kaffeehaus" an, wurde Mittelpunkt einer Tafelrunde von Künstlern und gab zahlreiche Almanache und Taschenbücher heraus; viele seiner in der Tradition der Wiener Spätromantik stehenden Balladen wurden von Carl Loewe vertont, einige Lieder auch von Franz Schubert. - Gering fleckig und angestaubt; Faltspuren.

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60

Werfel, Franz, Schriftsteller (1890-1945). Blick der Kreatur. Eigenh. Gedicht mit U. O. O. u. D. 1 S. Zwei Strophen zu je vier Zeilen. Kl.-4to.

EUR 1,500.00

Du streicheltest den großen braunen Hund | Durchdringe, sprachst du, seinen Augengrund | Und deute mir die ungeheure Trauer, | Die uns umfasst in leiderstarrter Dauer. | Wenn Engel tief in Menschenaugen schaun, | Gab ich zur Antwort, unter edlen Braun, | Dann werden sie bestürzt dasselbe fragen, | Und weg sich wenden, weil sie's nicht ertragen. - Leicht abgewandelt abgedruckt in "Schlaf und Erwachen", II. Unruhe, 1935.

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