1

Andersen, Hans Christian, Danish poet (1805-1875). Autograph letter signed. Copenhagen, 19. X. 1874. Copenhagen, 19. X. 1874. 8vo. 1 page. With autogr. envelope.

EUR 8,000.00

To "Velbaarne Hr. Iwan Berner stud. mag. Nørregade No 168 i Kjøbenhavn". - From the diaries, October 19, 1874: "Letter from an arts undergraduate student, Berner, who wanted to translate my writings into English, as he believed that only a small part of my work had been translated into this language. But everything has been translated and published in numerous editions, and I think this should be known to a gentleman such as he, who talks about introducing the great Danish poets in England. Sent letter to Mr Berner […]" (transl.). - Provenance: The Danish Hans Christian Andersen collector Kay Høeg (1894-1947).

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das ‘Genialische’ im Manne
2

Altenberg, Peter, Schriftsteller und Literat (1859-1919). Eigenh. Brief mit U. [Wien], 27. IX. 1917. [Wien], 27. IX. 1917. 2 SS. auf 2 Bll. 4to.

EUR 1,800.00

Begeisterter Brief an den Schauspieler Edgar Klitsch: "Ich habe Sie zum erstenmale im Leben in dem Stücke 'Gabriel Schilling's Flucht' erlebt! Ja, ich wußte bis dahin nicht einmal, daß Sie überhaupt existiren, also gänzlichst unbeeinflusst, weder pro noch contra, ich weiß bis heute [...] nicht, wie Sie im realen Dasein aussehen, habe niemals ein Bild von Ihnen gesehen. Ich halte Sie für einen der allerwertvollsten, innerlichst männlichen, nüchtern-gediegensten, selbstverständlichsten, aus natürlichen, überschüssigen, geistig-unbewußten Kräften heraus funktionirenden Künstler, der mehr, viel mehr kann als er will; also das 'Genialische' im Manne [...] 'Egmont' ist Ihre Rolle; aber auch 'Wallenstein'. Ich spüre in Ihnen den ewig in der Erinnerung fortlebenden Eichen-starken 'Ludwig Gabillon'! Überlassen Sie doch die sogenannten 'Liebhaber' den 'Lieb-habern'!!! [...]". - Einige Falteinrisse mit (durchfettendem) Klebefilm repariert; Bl. 1 mit einem kleinen (etwas in einen Buchstaben hineinreichenden) Ausriß.

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3

Benrath, Henry (d. i. Albert H. Rausch), Schriftsteller (1882-1949). Eigenh. Brief mit U., eh. Bildpostkarte mit U.,... eh. Manuskript mit Namenszug im Titel, eh. Manuskript ohne U. und Typoskript mit eh. Namenszug im Titel. Magreglio am Comer See und Nervi (Genua), 1948 und 1949. Magreglio am Comer See und Nervi (Genua), 1948 und 1949. Korrespondenz: 5 SS. auf 3 Bll. Gr.-4to und qu.-8vo. Mit 2 eh. adr. Kuverts. - Manuskripte: (4¾+1¾ =) 6½ SS. auf 8 Bll. (Qu.-)8vo. - Typoskript: 10 SS. auf 10 Bll. Gr.-4to. Mit einigen Beilagen (s. u.).

EUR 2,500.00

An Anna (auch Aenne) Weber in Mailand: "Ich kann mich leider erst heute für Ihren lieben Besuch und Ihren lieben Brief bedanken, denn ich konnte erst heute Abend wieder auf ein paar Stunden an meinen Schreibtisch gehen. Es geht mir - leider - sehr schlecht. Die Störungen wollen und wollen nicht aufhören. Ich weiss nicht, was [...] seit einem Jahr in der ganzen Welt ist. Alles ist krank und kommt nicht zu sich. Ich habe seit Oktober zwei meiner allerbesten und drei andere, sehr liebe Freunde verloren. Jeden Tag trifft eine neue Krankheitsnachricht ein. Die Kontakte mit Deutschland sind sehr locker, die Menschen schreiben ganz einfach nicht. Man bekommt keine Antwort - und wenn eine, so eine hingehuschte. Es ist eine Lähmung über der Welt, schlimmer als im Krieg [...]" (a. d. Br. v. 15. II. 1949). - Das Manuskript "Gesang der Chthon" (aus dem 25. Kapitel des Buches "Chthon") mit 4¾ SS. auf 7 Bll. (8vo), das über den Kampf, der sich im apollinischen Dichter abspiele, mit 1¾ SS. auf 1 Bl. (qu.-8vo); das Typoskript "Der Schatten (aus dem Buche 'Mnemosýne')" mit 10 SS. auf 10 Bll. (gr.-4to). - Beiliegend eine Visitenkarte und fünf von anderer Hand beschriebene Bildpostkarten, die tls. mit Grüßen und U. des mitreisenden Benrath versehen sind.

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4

Blei, Franz, Schriftsteller (1871-1942). Eigenh. Brief mit U. München, Jänner 1901. München, Jänner 1901. 1 S. 4to.

EUR 950.00

An den Verleger Hans von Müller, dem er - wohl in seiner Funktion als Mitherausgeber der "Insel" - berichtet, daß er von einem Projekt des Philologen Carl Schüddekopf gehört habe, der eine Heinse-Ausgabe vorbereite. Er schlägt vor (durch die Vermittlung seines Verlegers) "etwas Ungedrucktes von Heinse in der 'Insel' zu veröffentlichen, wobei ihm auch eine schöne Gelegenheit gegeben wäre, auf seine Gesamtausgabe eventuell aufmerksam zu machen. Auch wäre der Insel-Verlag nicht abgeneigt, eine Gesamtausgabe des Heinse in seine Publikationen aufzunehmen" (dieser letzte Satz ist rot unterstrichen - vermutlich von Müller, den so ein Konkurrenzunternehmen wohl nicht wirklich erfreut haben mag). - Gut erhalten; feines Papier mit Wasserzeichen "Irish Crown Linen".

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Marx und Engels lebten in den finstersten und grausamsten Zeiten
5

Brecht, Bertolt, Schriftsteller (1898-1956). Texte für Kanon. Typoskript (Durchschlag) mit zwei eigenh.... Korrekturen. O. O., [um 1950]. O. O., [um 1950]. ¾ S. Folio.

EUR 4,500.00

Marx und Engels lebten in den finstersten und grausamsten Zeiten. Sie waren die heitersten und zuversichtlichsten Menschen. - Darunter der Vierzeiler "Du der du sitzend im Buge des Bootes […]" aus den "Svendborger Gedichten" (Berliner und Frankfurter Ausgabe, Bd. 12, S. 81): "Du, der du sitzest im Buge des Bootes | Siehst du am unteren Ende das Leck | Wende lieber den Blick nicht weg | Denn du bist nicht aus dem Auge des Todes". - Der daran anschließende (1950 entstandene) Vierzeiler ist unter der Überschrift "Rätsel" ebendort (Bd. 15, S. 220) zu finden: "Was ist das: es ist weiss | Wie die Wolke dort am Himmel. | Und sieht hinten grad so gut wie vorn? | Toter Schimmel". - Auf Durchschlagpapier; etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren; die Überschrift mit rotem Farbband, die zwei Korrekturen mit rotem Kugelschreiber verändert aus: "Und sieht vorn so gut wie hinten?".

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6

Bürger, Gottfried August, Dichter (1747-1794). Eigenh. Brief mit U. ("GAB"). A[ppenrode], 24. V. 1783. A[ppenrode], 24. V. 1783. 1¼ SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und blindgepr. Siegel.

EUR 3,500.00

An seinen Freund und Verleger Johann Christian Dieterich in Göttingen, der ihn eingeladen hatte: "Ehe gestern, liebes Männchen, da deine Citation einlief, war ich in Amts Verrichtungen aus. Gestern hatte ich Gerichtstag und muste mich fast bis um 4 Uhr mit allerlei liederlichem Gesindel herumplacken. Da gab es Hundelochs Schauspiele mit Musik von Ach und Weh und Cetermordio. Heute habe ich mit d[em] H[errn] Gerichts Sch[ulzen] Compe zwischen Obernjesa und Sieboldshausen eine Feld- und Gränzbesichtigung. Sol[l]te ich früh genug fertig werden, so kann es seyn, daß ich noch zum Mittagsessen zu dir komme. Doch hast du weder auf mich warten, noch deine Kochegeister sich mit den sonst schuldigen Delicatessen sich bemühen zu lassen. Nachmittag komme ich aber nach aller Wahrscheinlichkeit. Ich kann aber nicht länger, als höchstens bis Morgen nach Tische bleiben. Sollte mich je ein unversehener Vorfall dennoch an dem heutigen [K]ommen hindern, so werde ich mich doch Morgen wenigstens um 4 Uhr schon auf die Beine machen und dich aus dem Bette hohlen. Ubrigens wird auf Morgen Mittag hiermit eine extrafeine Krebs Suppe, samt Spargel ganz ausdrücklich und ohne allen Mangel beordert. Die übrigen Delicatessen werden zwar deiner Wahl überlassen, allein sie müssen demohngeachtet alle von der Beschaffenheit seyn, daß sie dermalen in Göttingen und Viermeilen auf die Runde nicht besser zu haben sind. Wornach du dich also zu richten und vor großer Ungelegenheit zu hüten hast. Wenn du keine Paquete von besserm Inhalte, als das lezte, zum M[usen] A[lmanach] zu schiken hast, so siehts immer noch sehr übel aus. Das meiste bisherige ist nicht nur Stroh, ohne alles Korn, sondern noch dazu mulstriges Stroh, welches zu nichts weiter, als ins Dünger Magazin dienet [...]". - Etwas fleckig.
¶ Joost Nr. 72.

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7

Bukowski, Charles, German-born American poet, novelist, and short story writer (1920-1994). Autograph letter signed and nicely illustrated. [Long Beach, 27. VI 1990]. [Long Beach, 27. VI 1990]. 4to. 1 page. With autogr. envelope.

EUR 1,800.00

To a collector: "I found your letter when I was cleaning my room. Hello to your friends. What the hell [...]".

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To the Greek patriot Giorgio Vitali
8

Byron, George Gordon Noel, British poet and leading figure in the Romantic movement (1788-1824). Letter signed (as "Noel Byron, Pair d'Angleterre"). Genoa, 9. VII. 1823. Genoa, 9. VII. 1823. 4to. ¾ page. Bifolium with integral address-leaf.

EUR 11,000.00

This evocative letter, written in Italian and in the hand of Count Pietro Gamba (the brother of his beloved Teresa Guiccioli), was written while Byron was making his final preparations for his voyage to Greece, where he was to die nine months later "that Greece may still be free". The recipient is the Greek patriot Giorgio Vitali (1776-1854) at Leghorn, from an ancient Venetian family and the commander of the Ionic vessel "Hercules" that Byron wanted to take. Byron states that in order not to lose a moment of his time, he has resolved not to stop at Leghorn except to take him on board along with another English gentleman (James Hamilton Browne), and asks Vitali to tell his compatriots to have any despatches and instructions relating to his mission ready for his arrival. - Byron was to bid farewell to Teresa and board the "Hercules" on 13 July. However, his departure was to be delayed by calms, and then a storm. By some accounts, his mood at this time was despondent, almost fatalistic. During the delay he went on shore again to visit the house outside Genoa that he had shared with Teresa; as her brother recalled: "His conversation was somewhat melancholy on our way to Albaro, he spoke much of his past life, and of uncertainty of the future, 'where', said he, 'shall we be in a year?'" (quoted by Leslie A. Marchand, Byron: A Biography [1957] III, 1089). They eventually set sail from Genoa on the 16th. During the couple of days spent at Leghorn, Byron received a verse-tribute from Goethe and dashed off his famous reply: "I sailed from Genoa some days ago - was driven back by a Gale of Wind - and have since sailed again - and arrived here (Leghorn) this morning to receive on board some Greek passengers for their struggling country" (22 July 1823). They set sail once again on 24 July, and finally reached Cephalonia on 2 August. - In fine condition.

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9

Carmen Sylva, Königin von Rumänien (1843-1916). 3 eigenh. Manuskripte, davon 2 mit eh. U. Bukarest, Schloß Segenhaus bei Neuwied und von unterwegs "im Wiedbachsthal", 1898. Bukarest, Schloß Segenhaus bei Neuwied und von unterwegs "im Wiedbachsthal", 1898. Zusammen (2+2+2 =) 6 SS. auf 6 Bll. Qu.-8vo.

EUR 650.00

Zwei Manuskripte zu je 16 bzw. 20 Zeilen in Reinschrift auf Briefpapier mit kalligraphiertem Namenszug in Blindprägung und ein Bleistiftentwurf auf Konzeptpapier - geschrieben während eines Spazierganges "im Wiedbachsthal" - mit dem Titel "Der Wald in Moll" zu 20 Zeilen. - Ein Manuskript mit eh. Widmung für den schwedischen Komponisten Ivar Hallström, der nach einem Text von Carmen Sylva 1884/85 die Oper "Neaga" komponiert hatte, die am 24. Februar 1885 in Stockholm ihre Uraufführung erlebte.

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Sankt Pölten bleibt Sankt Pölten
10

Celan, Paul, German-language poet (1920-1970). Autograph poem signed ("Unkel Paol"). No place, "zum 9. Juni 1960". No place, "zum 9. Juni 1960". Oblong 8vo. 2 pp.

EUR 7,500.00

An attractive and touchingly humorous poem for Jakob Demus (born on 9 June 1959), the son of the art historian and writer Klaus Demus, one of Celan's closest friends: "Bare Fässer sind nicht faßbar, | Fahre-Bässe fahren sölten, | doch Sankt Pölten bleibt Sankt Pölten. | Frag den Vater, frag die Mutter, | beide wissen von der Butter [...]". - Jakob would go on to become a celebrated artist, noted for his diamond drypoint etchings. One of his earliest teachers was the graphic artist Gisèle Celan-Lestrange, who married Celan in 1952.
¶ Paul Celan, Die Gedichte aus dem Nachlaß, ed. B. Badiou, J. C. Rambach and B. Wiedemann (Frankfurt am Main, 1997).

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11

Céline, Louis-Ferdinand, French writer (1894-1961). Autograph letter signed. No place, [March 1954]. No place, [March 1954]. 4to. ¾ page.

EUR 1,600.00

Probably to the Czech publisher František Borový (1874-1936), announcing his return to Paris, and enquiring about his play "L'Église" and his novel "Voyage au bout de la nuit": "[...] Comment va 'L'Église' et le 'Voyage'? [...]". - Somewhat spotty; small tears in the centerfold; with receipt stamp.

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12

Chamisso, Adelbert von, poet (1781-1838). Autograph letter signed. Saturday evening, no year. 8vo. 1 page. Bifolium with integral address panel and papered seal.

EUR 2,800.00

To his friend, the German writer and critic Friedrich Wilhelm Gubitz in Berlin and editor of a magazine named "Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz", recommending a student interested in writing for literary magazines: "Ueberbringer Studirter Herr van Berg, mir fremd, aber mir sehr zusagend, und wohlgefallend - ist in der Lage etliche Zeit von Litterarischen Arbeiten sich ernähren zu müßen. - Uebersetzungen, Auszüge, und was das Erforderniß litterarischer Blätter sonst ist. - Er hat sich mit Zutrauen an mich gewandt [...] Ich bitte Dich, nimm ihn freundlich auf, und kannst Du ihn nicht beschäftigen, so ertheile ihm guten Rath [...]" - Slight defect to fol. 2 due to opening the seal.

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Der heßliche Nordwind wehet noch...
13

Claudius, Matthias, Dichter (1740-1815). Eigenh. Brief mit Monogramm "MC". W[andsbek], 11. V. 1802. W[andsbek], 11. V. 1802. 1 S. (230:185 mm). 4to. Mit Siegelrest und Adresse.

EUR 4,500.00

An Caroline Ilsabe Perthes (1774-1821), seine mit dem Verleger Friedrich Christoph Perthes verheiratete jüngere Tochter, in Hamburg, "Breitgiebel": "Liebe Caroline, der heßliche Nordwind wehet noch, und wir sind bange, daß d[er] H[err] Doctor Coppenberg eine Sentenz zu unserm Aerger abgebe. Nun, wir werden sehen. Wenn Du kommst, und reichlich mit Butter versehen bist, bittet Mama, daß Du ein paar £ mitbringest, bis sie gekauft hat. Und noch eine Commißion. Der Baron Gravenstein hat eine Kinderwärterinn die nicht taugt. Wenn die Frau Schreck nicht engagirt wäre und Lust hätte; so wollten sie wohl diese Frau Schreck engagiren. Die Frau Baronesse stillt bis dato selber, und die Frau Schreck hat nichts zu thun als das Kind zu warten und zu pflegen. Sind noch nicht Briefe aus Quedlinburg angekommen? Theile sie doch mit, wir sind sehr begierig darauf, um Perthes und Johannes willen [...]". - Leicht knittrig und mit kl. Randdefekten, an den Faltspuren gering gebräunt und wenige kl. Fehlstellen. - Provenienz: Laut beiliegender Bleistiftnotiz ein Geschenk von Elisabeth Perthes, einer Urenkelin von Caroline Perthes, datiert Gotha, 14. Sept. 1948. Elisabeth hatte gemeinsam mit ihrer Schwester Magdalena in den 1940er und 1950er Jahren einen Großteil des Nachlasses ihres Großvaters Andreas Perthes (1813-90) verschenkt oder verkauft (vgl. D. Moldenhauer, Geschichte als Ware: Der Verleger Friedrich Christoph Perthes, S. 49, Anm. 209).

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14

Dickens, Charles, novelist (1812-1870). Cheque signed and filled out in the hand... of Charles Dickens. London, 16. V. 1863. London, 16. V. 1863. 183:82 mm. 1 page.

EUR 2,500.00

Part-printed document completed by Dickens, a cheque for Twelve pounds and 2 shillings to be drawn on the Coutts & Company Bank in London.

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15

Döblin, Alfred, Schriftsteller (1878-1957). Ms. Brief mit eigenh. U. ("Döblin"). Mainz, 7. IV. 1952. Mainz, 7. IV. 1952. 1 S. 4to. Mit einer Beilage (s. u.).

EUR 1,500.00

An den Schriftsteller und Übersetzer Hellmut Draws-Tychsen (1904-1973) in Pappenheim/Mittelfranken, dem er "die in der ehemaligen Redaktion des 'Goldenen Tors' noch lagernden Manuskripte" sendet: "Sie stellen an das nicht vorhandene Liquidierungsbüro der ehemaligen Zeitschrift 'Das Goldene Tor' einen finanziellen Anspruch in Höhe von DM 100.- und nennen ihn ein Ausgleichshonorar, weil Sie im Sommer 1950, damit die Redaktion später keine Devisenschwierigkeiten hätte, dem Lyriker Babiczky seinen Honoraranteil für Stücke ausgezahlt [hätten], die noch nicht erschienen waren. Das ist eine völlig private Aktion. Die Redaktion wurde darüber nicht befragt, hat auch bis heute nichts darüber erfahren. Sie schreiben von dem Nachlass von Ernst Wilhelm Lotz und regen an, ihm in der Schriftenreihe der Akademie 'Verschollene und Vergessene' einen Band zu widmen. Da die Finanzlage der Akademie noch ungeklärt ist, wird nichts daraus werden […]". - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung). Beiliegend der vorangegangene ms. Brief Draws-Tychsens mit eh. Paraphe.

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16

Dürrenmatt, Friedrich, Schweizer Schriftsteller, Dramatiker und Maler (1921-1990). Portraitphotographie mit eigenh. U. O. O. u. D. 133:187 mm.

EUR 280.00

BN#47401

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17

Favart, Charles-Simon, Opern- und Komödiendichter (1710-1792). Eigenh. Brief mit U. Belleville, 15. X. 1767. Belleville, 15. X. 1767. 1 S. 4to.

EUR 450.00

An eine namentlich nicht genannte Madame in Theaterangelegenheiten und mit Erwähnung des Abbé Voisenon, der zugleich mit Justine Duronceray, Favarts berühmter Gattin, an vielen Stücken mitarbeitete, und der der Adressatin empfiehlt, seinen Namen nicht auf einen nicht näher erläuterten Sammelband zu setzen: "[...] il vous recommande de ne point faire imprimer son nom a la tête du recueil mettez par M… […]". - Charles-Simon Favart war der Komponist von rund 150 Singspielen, die seinerzeit so populär waren, dass die Komische Oper in Paris den Beinamen "Salle Favart" verpasst bekam. - Etwas knittrig und mit kleinen Randläsuren.

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18

Freiligrath, Ferdinand, German poet (1810-1876). Autogr. poem (12 lines) signed ("F. Freiligrath"). N. p. o. d. Large 8vo. 1¼ pages.

EUR 6,500.00

Da kommt es wiederum heran | Das Heer von Schiffern und von Mohren | Das in der Nordsee Uferbann | Mein einsam brütend Hirn geboren. | Doch sind es kaum die alten mehr | In Ruderwams- und Reiterkleide; | Wie Herren schreiten sie einher | Im Gurt von Gold, im Rock von Seide [...]. - Slightly browned and with small tear in lower margin.

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19

Fried, Alfred Hermann, Schriftsteller und Pazifist (1864-1921). Ms. Brief mit U. Wien, 30. XII. 1912. Wien, 30. XII. 1912. 1 S. Folio.

EUR 650.00

An die Feministin und Sexualreformerin Grete Meisel-Hess (1879-1922): "Ich möchte gerne am 29. vor dem Vortrag ein paar Leute bei mir um Sie versammeln. Dann machen Sie sich auch ein ganz falsches Bild von dem Logenvortrag, bei dem höchstens 100 bis 150 Personen anwesend sind, weil, wie Sie als Gattin eines Freimaurers wissen sollten, nur Logenangehörige dem Vortrag beiwohnen können. Die von Ihnen bezeichneten Personen können daher nicht teilnehmen, auch Ihre Mutter nicht [...]". - Mit einer Notiz am rechten unteren Rand: "Komme am 29. morgens an".

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20

Fried, Erich, Schriftsteller (1921-1988). Eigenh. Manuskript mit U. O. O., [wohl 1970er Jahre]. O. O., [wohl 1970er Jahre]. 1 S. 4to.

EUR 950.00

Bitte noch dies für mich dann noch vorlesen. Herr Prof. Dr. Bungenstab hat gestern als Diskussionsleiter angesagt, Prof. Leithäuser sollte auf meinen Wunsch noch sprechen. Dies war ein Irrtum, für den er nichts kann, aber - so sehr ich dann mit dem übereinstimmte was Prof. Leithäuser sagte und vorlas, ich hatte nichts gewünscht oder nicht gewünscht, sondern nur Prof. Bungenstab informiert, daß Prof. Leithäuser ebenfalls sprechen wollte. Das als meinen Wunsch darzustellen, könnte von manchen aufgefaßt werden, als hätte ich da manipuliert. Nicht meine Art: Ich bin eher ein Hund als eine Katze [...]. - Im linken Rand gelocht (keine Textberührung).

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21

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter (1749-1832). Eigenh. Brief mit U. ("Goethe"). Frankfurt a. M., 13. I. 1775. Frankfurt a. M., 13. I. 1775. ½ S. 4to.

EUR 35,000.00

An den in Straßburg (der Ortsname von fremder Hand ergänzt) weilenden "Herrn Hauptmann v. Knebel", der Goethe Mitte Dezember des Vorjahres zusammen mit den Prinzen Carl August und Konstantin von Sachsen-Weimar (dessen Erzieher er war) in Frankfurt besucht hatte: "Lieber Knebel ich bitte Sie gar sehr um ein Wort von Ihnen und um meine Sachen. Wo sind Sie? Bin ich in gutem Andenken unter Ihnen? Addio. Ich hab einige sehr gute produktive Tage gehabt [...]". - Knebel, der sich mit den Prinzen auf Bildungsreise nach Paris befand, war mit diesen nach Straßburg weitergereist, im Gepäck zahlreiche Manuskript-Fragmente von Goethe sowie dessen erste Arbeiten zum "Faust". - In dieser Woche war Goethe das erste Mal mit Lili Schönemann zusammengetroffen. Sophien-Ausgabe Band II, Nr. 278. Aus dieser Epoche von größter Seltenheit. - Mit (gebrochenem) Siegel und Adresse; leicht gebräunt und etwas fleckig; größere Ein- und Ausrisse unsachgemäß ausgebessert.

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22

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter (1749-1832). Eigenh. Brief mit U. ("v. Goethe"). Weimar, 28. I. 1789. Weimar, 28. I. 1789. 1 S. 4to.

EUR 18,000.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Ew. Hochedelgeb. überschicke ich hier die schuldigen fünf Thaler zwölf Groschen und frage zugleich an was Sie verlangten [für] das Brustbild des Genius, welches Sie mir in Gyps gesendet[,] in Carrarischem Marmor in eben der Größe [...]". - In der Sophienausgabe nicht gedruckt.

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23

Goethe, Johann Wolfgang von, German poet (1749-1832). Autograph document signed ("G"). W[eimar], 3. X. 1827. W[eimar], 3. X. 1827. 138:50 mm.

EUR 6,500.00

Loan slip: "Seldenus (de Diis Syr[is])". - The English polymath John Selden (John Seldenus, 1584-1654) had published his work on the mythology of the Orient in 1617. - At the time, when Goethe requested this book, he was working on several arcticles for "Kunst und Althertum" (cf. his diary records from October 2 of that year).

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24

[Goethe, Johann Wolfgang von]. - Buff, Charlotte Sophie Henriette, (1753-1828), Vorbild der Lotte in Johann Wolfgang von Goethes "Die Leiden des jungen Werthers". Eigenh. Stammbucheintrag mit Namenszug. Hannover, 6. III. 1780. Hannover, 6. III. 1780. 1 S. 8vo.

EUR 1,500.00

Eine Strophe aus Höltys "Aufmunterung zur Freude": "Die Freude winkt auf allen Wegen, | Die durch dies Pilger-leben [sic] gehn; | Und bringt uns selbst den Kranz entgegen, | Wenn wir am Scheidewege stehn". - Mit montierter Silhouette von Buffs Konterfei.

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25

[Goethekreis]. - Haza, Johanna von, Schriftstellerin (1794-1849). Eigenh. Brief mit U. ("v. Haza"). O. O., 28. IV. 1837. O. O., 28. IV. 1837. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief) und Siegelmarke. Beiliegend eine eh. Visitenkarte.

EUR 450.00

An Ottilie von Goethe: "Darf ich Sie bitten [...] mir nur mündlich sagen zu lassen [...] ob Sie mich morgen Abend brauchen können, falls nicht unabwendbare Staatseinladungen mich zwingen anders über meinen Tag zu disponiren, was, wie Sie wissen, bey einem kurzen Aufenthalt zuweilen nicht zu vermeiden ist [...]". - Beiliegend eine eh. Visitenkarte "Mlle de Haza | p[our] p[rendre] c[ongé]".

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26

Gries, Johann Diederich, Schriftsteller und Übersetzer (1775-1842). Eigenh. Brief mit U. Göttingen, 26. IV. 1799. Göttingen, 26. IV. 1799. 2 SS. 8vo.

EUR 1,500.00

Zwei eng beschriebene Seiten an einen Freund, dem er einen Taschenbuch-Beitrag übersendet. Sein langes Stillschweigen begründet er mit seiner Arbeit an der Übersetzung des Tasso: "[...] Nehmen Sie, was ich Ihnen anbieten kann mit Nachsicht auf. Es ist weder Vieles noch viel; aber ich rechne auf Ihre Gefälligkeit [...]". - Weiters ersucht er Kapellmeister Naumann zu dem Trauungslied eine Melodie zu setzen; das Lied sei ihm lieb, deshalb möchte er es nicht in geringere Hände geben. Dankt für Aufnahme seiner Phantasien in die "Erholungen". Um ständig daran teilzunehmen, sei er zu sehr mit Geschäften überhäuft: "[...] Ich bleibe noch ein Jahr in Göttingen, u. hoffe mich dann einmal wieder mit Ihren Dresdner Schätzen für diese Klausur schadlos zu halten [...]".

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27

Grillparzer, Franz, Schriftsteller (1791-1872). Eigenh. Albumblatt mit U. ("F. Grillparzer"). Baden bei Wien, 18. VIII. 1858. Baden bei Wien, 18. VIII. 1858. 1 S. Gr.-qu.-8vo.

EUR 2,500.00

Wie fromm in Baden unsre Lebensweise | Merkt wer verfolgt dort unsers Wandels Spur: | Sankt Anna gab uns unsre Leibes-Speise, | Den Geistestrank die heilige Natur. | Doch hat der Himmel uns zu fühlbar fast gesegnet, | Da es in unsre Wallfarth [!] meist geregnet. - Schönes Widmungsblatt auf feinem Velinpapier für den k. k. Hofschauspieler (Karl) Joseph Schmidt (1797/98-1866), einen Freund Ferdinand Raimunds und regelmäßigen Kurgast in Baden. - Stellenweise unbedeutend braunfleckig; im ganzen von sehr schöner Erhaltung.
¶ Grillparzer, Sämtliche Werke I (München 1960), S. 553.

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28

Hesse, Hermann, Swiss writer and Nobel laureate (1877-1962). Ein paar Gedichte von Hermann Hesse. No place, [15 August 1935]. No place, [15 August 1935]. Typescript comprising 6 poems (altogether 6 pp.), each illustrated with an original watercolour. 6 bifolia within autograph wrapper. 4to.

EUR 22,000.00

Presentation copy of the kind Hesse repeatedly prepared for close friends, comprising the poems: "Immer wieder", "Blumen nach einem Unwetter", "Karfreitag", "Der Klang", "Häuser am Abend" and "Tessiner Winter". Dedication to his sister Adele Gundert (1875-1949) on the occasion of her birthday on 15 August 1935 on the inside of the wrapper.

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29

Hesse, Hermann, Schriftsteller und Nobelpreisträger (1877-1962). Eigenhändiges Gedichtmanuskript "Welkes Blatt". O. O., um 1959. O. O., um 1959. 2 SS. Gr.-8vo.

EUR 2,500.00

Welkes Blatt | Jede Blüte will zur Frucht, | Jeder Morgen Abend werden, | Ewiges ist nicht auf Erden | Als der Wandel, als die Flucht. | Auch der schönste Sommer will | Einmal Herbst und Welke spüren. | Halte, Blatt, geduldig still, | Wenn der Wind dich will entführen. | Spiel dein Spiel und wehr dich nicht, | Laß es still geschehen. | Lass vom Winde, der dich bricht, | Dich nach Hause wehen. - Provenienz: Sammlung Hochstetter, Bad Homburg.

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30

Holz, Arno, Schriftsteller (1863-1929). Eigenh. kalligraphisches Manuskript mit 3 Gedichten und U. O. O. u. D. 3 SS. auf Doppelblatt. 4to.

EUR 1,200.00

Schönes Manuskript mit Varianten bzw. gänzlich unveröffentlichter Lyrik. 1) "Auf dem Rücken". Mit Abweichungen veröffentlicht als "Mählich durchbrechende Sonne" in: Werke. Bd. I. Neuwied, 1961, S. 262. - 2) "Blumen duften. Kein Laut" (Incip.). Unveröffentlicht. - 3) "Über die Welt hin" (Incip.). Mit Abweichungen veröffentlicht als "Leidlösendes Trio" in: Ebd., S. 314.

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