312

Agricola, Johannes, reformer and close associate of Martin Luther (1494-1566). Autograph letter signed. N. p. o. d. Oblong 8vo (206:107 mm). 1 p.

EUR 12,500.00

To a mayor: "Günstiger her burgermeister schwager, weil canzeley gewonlich jeder zeit copeyschriefften den parten von den ausgebrachten befhelichen, zugestelt werden, nimpt mich wunder, warumb der v. Holzendorff die befheliche zu sehen begheret. Achte demnach man erpiete sich ime wegen des stadtschreibers gebhuer abschriefften darvon zuzustellen, unnd die quittungenn wolle man auch auffsuchen. Etwa nach mittags sollen gezeigt werden, die ich vor meine person darzu berichten wollen, doch auff vorbesserung der anderen gestellet, unnd uberschickt euch des von Holzendorffs selbst ubergebene rechnung auch andere brieffliche urkunden zu derselben sache ergangen, wollen die wol vorwaren lassen. Wunsche euch einen guten morgen [...]". - Browned due to paper. Extremely rare.

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313

Appun, Karl Ferdinand, Botaniker (1820-1872). Eigenh. Brief mit U. Bunzlau, 7. XII. 1868. Bunzlau, 7. XII. 1868. 1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo.

EUR 250.00

An den Geographen Karl Andree (1808-1875), Gründer der Zeitschrift "Globus": "Bereits am 19 Octbr. sandte ich einen Aufsatz über die ‚Neger' für den Globus, der jedoch bis jetzt noch nicht abgedruckt worden ist. Haben Sie irgend ein Bedenken diesen Artikel zum Abdruck zu bringen, so bitte dies mir gefl. mitzutheilen um im Falle abzuändern wo Sie es wünschen […]". - Auf Veranlassung Alexander von Humboldts und mit Unterstützung des Königs von Preußen reiste Appun 1849 zu einer zehn Jahre dauernden botanischen Expedition nach Venezuela. Seine dort zusammengetragene Hölzersammlung gewann auf einer Londoner Industrieausstellung zwei Preise. Im Auftrag der britischen Regierung durchwanderte er dann Guayana und Demerara und erforschte auf eigene Faust weite Teile Brasiliens. Von dort sandte er Berichte an deutsche Zeitschriften. Nach seiner Rückkehr 1868 schrieb er sein Hauptwerk, den umfassenden Reise- und Forschungsbericht "Unter den Tropen" (2 Bde., 1871).

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314

Archenholtz, Johann Wilhelm von, Historiker (1741-1812). Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 10. IX. 1791. Leipzig, 10. IX. 1791. 1 S. auf Doppelblatt. 8vo. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 650.00

An die Spenersche Buchhandlung in Leipzig: "Soeben komme ich hier an, u. finde Ihr Paquet. Ich habe mich bei Ansicht der quest: Stellen durchaus nicht orientiren können, flgl. ist eine überdachte Revision des alten Mscpts nöthig; dies aber ist verpackt, u. die Kuffer [d. i. Koffer] auf dem Wagen überkettet. Wol[l]te ich nun auch meine auf morgen früh angesetzte Reise verschieben, so fehlt es mir doch ganz an der zur Arbeit erforderlichen Geistesruhe. Ich muß es also bis Gotha ersparen. Wollen Sie mir schreiben, in Ansehung der im letzten Bande viel[l]eicht aufgestoßenen Zweifel, so bitte ich den Brief nach Strasburg an die Academische Buchhandlung zu adressiren [...]". - Mit kleinem Ausriß durch Siegelbruch (keine Textberührung).

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315

Baader, Franz von, German Catholic philosopher, theologian, and mining engineer (1765-1841). Autograph letter signed. Munich, 22. V. 1836. Munich, 22. V. 1836. 1 p. on bifolium. 8vo. With autograph address (folded letter).

EUR 1,200.00

To Margerin de Crémon, ancient artillery officer and professor of chemestry, hoping that the present letter would find the addressee in the middle of his analysis, recommanding him at best the messenger, Mons. doctor Kaltorff. Baader asks to send tidings by means of Kaltorff and also a manuscript that concerns the numbers of M. S. Martin. Besides Baader suggests to Margerin the 4th book of his own lectures about dogmatics, and a work about blood sacrifices that should be published some weeks later in Münster. In the end, Baader sends professor de Cazalès his best regards: "Espérant que cette lettre vous trouve au milieu de vos analyses. Je me prends la liberté de vous recommander au mieux son porteur, Mons. le Docteur Kaltorff, en vous priant de me faire donner des nouvelles de vous monsieur par lui, et d'avoir la bonté de lui donner le manuscript sur les nombres de M. S. Martin. Je peu [!] vous recommander Monsieur le 4me Cahier de mes lectures dogmatique, et un ouvrage sur les sacrifices sanglans [!], qui paraitront en quelques semaines à Münster. Je vous salue devant Dieu! [...] ayez la bonté de faire bien d'assurances [...] à M. le Prof. de Cazalès". - Adhesive closure of the letter cut due to opening. Well preserved. Traces of old folding.

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316

Beguelin, Nikolaus von, natural scientist and educator (1714-1789). Autograph letter signed. N. p., 7. XI. 1745. N. p., 7. XI. 1745. 4to. 1 p.

EUR 650.00

To an unidentified recipient, describing his plans to instruct Madame la Comtesse de Becss (?) about the life of Francis I and that of his sister Marguerite de Navarre. To this end, he asks permission to borrow vols. 9 and 10 of Mézeray's "Histoire de France" from his library.

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317

Boisserée, Melchior, Kunstgelehrter und Sammler (1786-1851). Eigenh. Brief mit U. München, 1. XI. 1839. München, 1. XI. 1839. 6 SS. auf 2 gefalt. und geheft. Doppelblättern. Gr.-4to. Mit eh. Adresse verso (Faltbrief).

EUR 4,500.00

Schönes, langes Schreiben an den Kgl. Württembergischen Oberfinanzrat Gottlob von Rapp (1893-1869) hinsichtlich einer möglichen Rückkehr Melchiors und seines Bruders Sulpiz nach Stuttgart: "Verehrtester Freund! Ich beantworte erst heute Ihren lieben Brief, weil die Beantwortung desselben mir etwas schwer geworden, da gar manches zu bedenken und vieles zu berücksichtigen war, so daß ich kaum zu einem Entschluß kommen konnte. - Ehe ich Ihnen jedoch denselben mittheile muß ich Ihnen meinen innigsten Dank ausdrücken, für Ihre so freundschaftliche Theilnahme, die ich schon so oft erfahren habe. Möge es mir gewehrt werden Ihnen die Meinige einst zu zeigen und zugleich wie dankbar ich dafür bin. - Obschon mein Bruder jetzt sehr wohl ist, so habe ich dennoch nicht gewagt ihm ihren Brief mitzutheilen, da dieser ihn sehr beunruhigen würde und leicht eine Stöhrung in seiner Reconvaleszens hervorbringen könnte. Zudem steht die Sache noch in weitem Felde, und muß erst zu Faden geschlagen werden ob sie überhaupt möglich ist. Diesen Versuch glaube ich, kann ich mit Ihnen allein machen. Gelingt er, so daß mir Hoffnung vorhanden ist, aus dem Plan könne etwas werden; so theile ihn meinem Bruder mit, sonst aber laßen wir ihn ganz in seiner Ruhe. - Ihr Gedanke uns wieder nach Stuttgart zu ziehen hat so vieles für sich, daß ich troz manchen trüben Errinnrungen gerne darauf eingehe. Wäre mein Bruder noch so frisch und kräftig wie in alten Zeiten, so möchte die Sache sich leicht oder doch leichter machen wie jetzt. Mein Bruder könnte dann kräftig eingreifen und einen Posten als Direcktor der Kunstschule vollkommen ausfüllen. - Jetzt aber wo seine Gesundheit so schwankend ist, wo er nicht auf sich zählen kann, geht dieses nicht. Er könnte als Direcktor nur die Oberaufsicht führen, seine Gedanken aussprechen und der unter ihm stehende Inspecktor müßte sie ausführen und die Geschäfte besorgen so nemlich daß wenn mein Bruder leidend wäre, diese ohne alle Stöhrung ihren Weg fortgingen. - Ob sich dieses so gestalten und arangieren läßt steht dahin und ist sehr zu bezweifeln. Sollte jedoch die Regierung einen so großen Werth auf die Gewinnung meines Bruders zu dieser Stelle legen, daß sie auf solch eine freie Stellung einginge; so könnte und dürfte das Gehalt des Inspecktors nicht viel geringer als Jenes des Direcktors sein, da ihm die größere Arbeit zu fiele und ich die Ansichten meines Bruders in dieser Beziehung kenne. - Mit der Berufung meines Bruders zu diesem Posten aber wäre meine Versetzung verbunden, da wie Sie wissen er sich nicht von mir trennen mag. - Eine Versetzung von mir, aber ist mit mancherley Opfer verbunden [...] Sollte jedoch der König wünschen, daß meine Glasgemälde in dem neuen Kunstgebäude aufgestellt würden, ich mich also von ihnen trennen müßte, so könnte ich sie nicht anders als gegen Leibrente abgeben [...]". - Ab 1819 hatten die Brüder bereits in Stuttgart gelebt, wo ihre berühmte Altmeistersammlung öffentlich ausgestellt worden war. Rapp hatte vergeblich versucht, die Sammlung dauerhaft für Stuttgart zu gewinnen. König Ludwig von Bayern erwarb sie 1827 für die Münchner Alte Pinakothek. Sulpiz Boisserée heiratete 1828 Mathilde, eine Tochter Rapps. 1835 wurde Sulpiz zum bayerischen Oberbaurat und Generalkonservator ernannt. Melchior Boisserée entwickelte eine einfache Methode Glas zu färben und verwendete diese zur Reproduktion von Werken seiner Sammlung. - Spuren alter Montage. Papierausschnitt durch Brieföffnung.

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318

Brandes, Heinrich Wilhelm, Physiker und Mathematiker (1777-1834). Eigenh. Brief mit U. ("H. W. Brandes"). Eckwarden, 24. II. 1806. Eckwarden, 24. II. 1806. 2¼ SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse am Gegenblatt verso (Faltbrief).

EUR 3,500.00

An den Theologen Heinrich Karl Abraham Eichstädt (1772-1848) in Jena, Professor der Eloquenz und Redakteur der dortigen Allgemeinen Literatur-Zeitung: "Auf den geneigten Antrag der Hrn. Unterneh[mer] der Jenaer Allg. Literatur-Zeitung, Recensionen im Fache der Physik u. Astronomie zu übernehmen, habe ich mir die Freiheit genommen, unterm 31. Octob. vorig. J. Ew. Wohlgeboren meine Geneigtheit diesen Antrag anzunehmen, anzuzeigen. Da ich nun aber seit diesen 4 Monaten, den in dem vorigen Briefe erwähnten Contract nicht erhalten habe und deshalb besorge, daß mein Brief nicht richtig in Ihre Hände gekommen sein mögte, so werden Sie mir erlauben, hier noch mals Ihnen meinen Dank für diesen ehrenvollen Antrag abzustatten, und meine Geneigtheit zu bezeugen, Recensionen besonders in den Theilen der Physik, welche den mathematischen Untersuchungen am meisten verwandt sind, zu übernehmen. Diejenigen Schriften, welche zu sehr der Chemie u. Mineralogie verwandt sind, also auch die Geologischen, verbitte ich, so auch in der Astronomie diejenigen, welche vom Gebrauch oder von der Einrichtung der Instrumente insbesondre handeln, weil ich von letzterm Gegenstande nicht diejenige auf Erfahrung u. häufigen eigenen Gebrauch mannigfaltiger Instrumente gegründete Kentniß besitze, welche zu richtiger Beurtheilung nöthig ist. Dagegen würde ich auch aus der reinen Mathemat. u. zwar aus allen Theilen derselben (blos etwa die combinatorische Analytik u. d. Variations-Rechnung ausgenommen) Bücher zu beurtheilen nicht ungern übernehmen. - Werke in lateinischer, französischer u. englischer Sprache werde ich sehr gerne annehmen. - Ausser den oben erwähnten Fächern könte ich auch die Hydrotechnik, welche jezt mein eigentliches Geschäft ist, zu denen zählen, in welchen ich Ihres Beifalls würdig zu arbeiten hoffe. - Die Packete muß ich ersuchen an Hrn. Buchhändler Schulze in Oldenburg oder an den Buchbinder Fricke daselbst zu addressiren, da ich sie von diesen durch die häufig vorkommende Gelegenheit immer sicher erhalte, u. die hiesige Fußboten Post keine Packete mitnimt. Ich empfehle mich Ew. Wohlgeboren ergebenst [...]." - Kl. Randausriss von Siegelöffnung (keine Textberührung). Wohlerhalten. Brandes, im Zeitpunkt der Briefabfassung Deichinspektor am Jadebusen in Eckwarden (Herzogthum Oldenburg), wurde 1811 Professor der Mathematik an der Universität Breslau und 1826 Professor der Physik in Leipzig. "Er ist der Entdecker der Periodicität der im August wiederkehrenden Sternschnuppen und bestimmte 1823 durch Sternschnuppen die Zeitdifferenz zwischen Breslau und Gleiwitz" (ADB III, 243).

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319

Burckhardt, Jacob, Historiker (1818-1897). Eigenh. Brief mit U. Basel, 15. IX. 1862. Basel, 15. IX. 1862. 2 SS. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 2,200.00

An den Komponisten Hermann Kestner (1810-1890): "Ich bedaure sehr, Ihnen in Betreff der übersandten Durchzeichnungen fast gar kein Urtheil melden zu können. Ich bin seit 8 Jahren nicht mehr in Toscana gewesen, wo sich die meisten Compositionen vorfinden mögen, habe auch keinerlei Kupferstichwerke in der Nähe, und weiß daher nicht einmal zu sagen, wie vieles vielleicht nach bloßen Stichen durchgezeichnet sein könnte. Das sehr wenige was mir hat einfallen wollen, habe ich auf Ihrem Blatte vermerkt […]". - Burckhardt übernahm 1858 den Lehrstuhl für Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Basel, den er bis 1893 innehatte. - Mit Antwortnotiz (signiert "K.") am 2. Blatt.

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320

Calmette, Albert, French physician, bacteriologist and immunologist (1863-1933). Autograph letter signed. Lille, 2. IV. 1906. Lille, 2. IV. 1906. 8vo. 1 page.

EUR 450.00

To Monsieur Levaditi responding positively to the offering of photographs of reptiles and other animals concerning the harvest of venom, the catching of snakes and also reserved the rights to use them in his next publication about venoms and venomous animals for the following autumn in France: "Je veux bien recevoir les photographies de reptiles et d'autres très interessantes pour la récolte du venin, les captures des serpents etc. mais alors je me reserve le droit de récolter ces photos dans le texte du livre que je compte publier à l'automne prochain, en France, sur les venins et les animaux venimeux [...]".

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321

Carnall, Rudolf von, Geologe (1804-1874). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 22. X. 1853. Berlin, 22. X. 1853. 1 S. 4to.

EUR 420.00

An einen Herrn Gurlt, einen "Hütten Expectanten": "Der Oberhütteninspector Nath zu Messingwerk soll plötzlich nach England reisen, um die Anfertigung messingener Siederöhren […] ohne Löthung kennen zu lernen. Da derselbe nicht englisch spricht, so habe ich dem Herrn Handels-Minister vorgeschlagen, Sie, mein lieber Herr Gurlt, den H Nath begleiten zu lassen. Die Reise wird etwa 4-5 Wochen in Anspruch nehmen, d. h. längstens. Es versteht sich, dass Ihnen die Kosten erstattet werden. Indem ich annehmen darf, daß Sie kein Bedenken gegen die Sache haben, ersuche ich, ohne allen Verzug hierher zu kommen, da die Reise sobald als möglich angetreten werden soll. Mündlich mehr […]". Beiliegend eine Abschrift eines Briefes des Handels- und Finanzministers August von der Heydt (1801-1874) an den Hütten Expectanten Herrn Gurlt in Braunschweig vom 1. November 1853: "Auf den Vorschlag des geheimen berg Rath von Carnall, welcher mich von Ihrer brieflichen Erklärung vom 25ten d. M. in Kenntniß gesetzt hat, habe ich bestimmt, daß Sie den Ober-Hütten Inspector Nath von Messingwerk auf seiner, in den nächsten Tagen anzutretenden, Reise nach Belgien und England, wo derselbe die Anfertigung der messingenen Siederöhren aus dem Ganzen kennen zu lernen suchen soll, begleiten […]"(1 S. Folio, gefaltet).

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322

Carrière, Moritz, Philosoph (1817-1895). Eigenh. Brief mit U. München, 13. V. 1877. München, 13. V. 1877. 2½ SS. auf Doppelblatt. Kl.-8vo.

EUR 1,250.00

Verehrter Herr! Wären Sie wie ich 60 Jahre alt geworden, so würden Sie nicht verlangen Mohren weiß zu waschen. Als Edstein mich wiederholt um einen Beitrag bat, da dachte ich der Pflicht nachzukommen und ein ernstes Mahnwort an die leicht-fertige Jugend zu sprechen. Es ist geschehen. Hätte es keinen Erfolg gehabt, so würde mich Goethes Spruch getröstet haben: Der Stein im Sumpf macht keine Ringe. Allein die Wellenschläge des Anstoßes, den ich gab, bewegten sich fast in jede Kammer der Dichterhalle und thun's heute noch. Damit bin ich zufrieden. Wer [...] sich verthieren will, dem kann ich keinen Zwang anthun; wer nicht hören will mag fühlen. Dabei freut mich unter den Grüßen und Glückwünschen, die mir mein alter Freund Arnold Ruge aus England sandte, besonders Ihr jugendlicher Feuereifer für die Sache. Nur glaubte ich daß die Verse über die Münchner Nachtigall in der 'J. J.' nicht verstanden werden; man wird nicht wissen worauf sie sich beziehen. Was Sie mir über den Pessimismus u. Materialismus schreiben, das sollten Sie öffentlich sagen. Das erste ist die Strafe des zweiten [...]. - Carrière habilitierte sich 1842 in Gießen und hielt dort populäre Vorlesungen zu philosophischen und literarischen Themen. Nachdem er sein vielbeachtetes Werk "Die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit in ihren Beziehungen zur Gegenwart" (1847) veröffentlicht hatte, erhielt er den Titel eines a.o.Professors. 1853 folgte er seinem Schwiegervater Justus von Liebig nach München, wo er zunächst Honorarprofessor an der Universität, dann Professor für Kunstgeschichte an der Kunstakademie und endlich 1887 Universitätsprofessor der Ästhetik wurde. Seit 1889 war er Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

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323

Carus, Karl Gustav, Mediziner, Naturphilosoph und Maler (1789-1869). Eigenh. Brief mit U. O. O., 9. III. 1837. O. O., 9. III. 1837. 1½ SS. 8vo.

EUR 850.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Aus Podolien habe [ich] vor kurzem eine Zuschrift erhalten worin von einem Grafen Grocholski ein Arzt welcher Chirurg & Geburtshelfer zugleich seyn soll verlangt wird. Die Stellung scheint eine ähnliche seyn zu sollen als früher Klenzel von hier aus erhielt. - Können Sie mir nicht vielleicht unter Ihren Zöglingen einen bereits erfahrenen Mann hierzu empfehlen? [...]". - Carus, ein Freund Goethes, der auch als Psychologe, Naturwissenschaftler, Philosoph und - unter der Anleitung Caspar David Friedrichs - zuletzt auch als Maler hervortrat, war für die Theorie des Unbewußten im Seelenleben und für die Ausdruckskunde wegweisend.

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324

Carus, Karl Gustav, Mediziner, Naturphilosoph und Maler (1789-1869). Eigenh. Brief mit U. Dresden, 4. IX. 1864. Dresden, 4. IX. 1864. 2½ SS. 4to.

EUR 950.00

An einen Kollegen: "Ihrem Wunsche gemäß werde ich nächstens Herrn v. d Hoeder eine Mittheilung zugehen laßen, obwohl die Einsendung eines Portraits zur Sammlung der Akademie überhaupt dergestalt unter die Pflichten eines Mitglieds mir zu gehören scheint, daß darüber jedesmalige Erwiderung um so weniger erwartet werden sollten als das Bureau d. Akademie an u. für sich mit einer Menge von Arbeit überhäuft ist. Indem mir jedoch jede Gelegenheit mich mit Ihnen hochverehrter College! in erneute Beziehung zu setzen stets höchst erwünscht ist, freue ich mich auch der heutigen Veranlassung […]". - Carus, ein Freund Goethes, der auch als Psychologe, Naturwissenschaftler, Philosoph und - unter der Anleitung Caspar David Friedrichs - zuletzt auch als Maler hervortrat, war für die Theorie des Unbewußten im Seelenleben und für die Ausdruckskunde wegweisend.

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325

Casper, Johann Ludwig, Rechtsmediziner (1796-1864). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 29. X. 1828. Berlin, 29. X. 1828. 2 SS. 4to.

EUR 1,500.00

An einen Hofrat: "Zu den Gefühlen reinster Hochachtung, die ich längst für Sie hegte, verbindet sich, nach Ihrem geehrten [Schreiben] v. 8. v. M. u. der für mich so schmeichelhaften Beilage, das Gefühl wahrer Dankbarkeit für Ihre freundliche Beurtheilung meiner 'Charakteristik' im Hesperus. Als ein kleines Zeichen meines Dankes sende ich Ihnen einliegend auf Ihren Wunsch eine gedrängte Schilderung der Versammlung der Aerzte in Berlin, der ich Ihren Beifall wünsche [...]". - Johann Ludwig Casper war Professor für Medizin und gerichtlicher Physikus der Stadt Berlin. "Die durch Casper herbeigeführte Reform der gerichtlichen Medizin nahm ihren Ausgangspunkt von seinem Grundsatz, dass einer Emanzipation dieser Spezialität von der wissenschaftlichen Medizin im allgemeinen entgegengearbeitet werden müsse. In diesem Sinne leitete er die 1850 unter seinen Auspizien gegründete praktische Unterrichtsanstalt für Medicina forensis und führte sie bis zu seinem Tode fort" (Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts, Sp. 311f.). Neben einer Vielzahl wissenschaftlicher Publikationen hatte er als Medizinstudent die Libretti zu den ersten vier Opern von Felix Mendelssohn Bartholdy verfaßt.

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326

Crelle, August Leopold, German mathematician (1780-1855). Autograph letter signed. Berlin, 18. I. 1822. Berlin, 18. I. 1822. 8vo. 4 pp. on bifolium.

EUR 1,200.00

To an unnamed Monsieur about an incident that happened 8 month earlier. Crelle had send a letter including a memo about the parallelism of lines and about curved surfaces that he dedicated to the addressee. He wanted to ask the addressee to publish it in the annals of Mr. Gergonne. As Crelle had been travalling at that time the provines of the Rhine and stayed there for six month, he handed over the letter to a friend who should care for the letter's arrival making its way over some aquaintances in Paris. Crelle was afraid that his letter got lost, thought about publishing it himself and therefore contacted a certain Mr. Courrier. But he only got an offer which did not suit him. As Crelle contacted Mr. Gergonne afterwards he learned a great surprise that the memo had already been published in the annals. With sincer thanks Crelle concludes his letter: "Il'ya environs huit mois, que je pris la liberté de Vous envoyer un petit mémoire sur le parallélisme des lignes et des surfaces courbes, que je Vous dédiois. Je Vous priois Monsieur, de vouloir bien le faire publier dans les annales de Mr. Gergonne, ou par toute autre voie, qu'il Vous plairoit. Je me trouvais à cette epoque en voyage dans les provinces du Rhin, et j'y restai six mois. Un de mes amis se chargea, de Vous faire passer ma lettre par ses connoissances à Paris. Plusieurs mois s'étant ecoulés sans que je reçusse de réponse, ni d'avis du sort de ma lettre, je pris des informations, et j'appris avec regrèt, que cette lettre devoit d'être perdue à Paris, sans Vous parvenir. Craignant pour mon mémoire, je pensai à le faire imprimer à mes frais, et je m'addressai pour cela à Mr. Courrier. Mais comme celui ci fit des conditions, que ne me convenoient par, alors je hasardai, d'offrir mon mémoire immédiatement à Mr. Gergonne. C'est sur la réponse de ce dernier, que j'ai su à ma grande surprise, que ce mémoire lui avoit été transmis par Vous; Monsieur, et que même il etait deja imprimé dans le numero 1 du 12me tome de ses annales. C'est donc à Vous, Monsieur, que je dois la publication que je desirois! Je ne puis resister au besoin, de Vous remercier de Votre complaisance, et de la peine, que Vous Vous êtes donnée [...]".

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327

Daumer, Georg Friedrich, Religionsphilosoph, Lyriker (1800-1875). Eigenh. Schriftstück mit Namenszug. O. O. u. D. 1½ SS. Auf blauem Papier. 4to und 95:198 mm.

EUR 1,800.00

Betitelt "Über den Begriff des Märtyrerthums. Von G. Fr. Daumer". "Ich habe behaubtet, dass man im romantischen Alterthum unter 'Märtyrer' nicht bloß solche verstanden, die um des Glaubens willen durch Feinde desselben gelitten und getödtet worden, dass der Begriff des Wortes ein weiterer gewesen und dass es auch ein nicht durch widerchristliche [?] Gewaltsamkeiten bewirktes Märtyrerthum gegeben. Ich habe nun in Abulards Briefen an Heloise ein paar Stellen gefunden, welche in dieser Beziehung, sehr ausdrucksvoll und bereichernd scheinen. Die Art, in welcher ich dieselben schon neulich in Otto Wigand's Jahrbüchern für Wissenschaft und Kunst, Bd. I, Heft I erwähnte, war nur eine sehr beiläufige ohne Aushebung und näheres Citat; ich erlaube mir, sie hier bestimmter mitzutheilen. Sie stehen in Abulard's und Heloise's Werken, S. 122 und 129 der Pariser Ausgabe von 1616, epist. VII. de origine sanctimonialium, und lauten wie folgt: Quis ignoret, feminas exhortationem Christi et consilium apostoli tanto castimoniae zelo esse complexas, ut pro conseruanda carnis pariter ac mentis integritate, Deo se per martyrium offerent holocaustum et gemina triumphantes corona, agnum sponsum virginum quoumque ierit sequi studerent? Quam quidem vritutis perfectionem raram in viris, crebam in feminis esse cognovimus […]. Weibliche Personen haben hiernach, vom Eifer der Keuschheit ergriffen und um sowohl die Freiheit des Leibes wie der Seele zu bewahren, sich Gott durch das Märtyrerthum auf den Scheiterhaufen geopfert, und diesen werden auch solche beigeführt, welche aus Tugendeifer und um als reine Jungfrauen zu dem jungfräulichen Bräutigam zu kommen, Hand an sich selbst gelegt […]". - Daumer war als Nürnberger Gymnasiast Schüler Hegels, studierte später evang. Theologie bei Gotthilf Heinrich Schubert in Erlangen sowie an der Univ. Leipzig und lehrte 1823-26 Altphilologie am Gymnasium in Nürnberg; seine kritische Schrift "Über den Gang und die Fortschritte unserer geistigen Entwicklung seit der Reformation" führte zur Suspendierung vom Unterricht. 1828 wurde ihm vom Nürnberger Rat die Erziehung und Ausbildung des Findlings Kaspar Hauser übertragen, die er 1829 nach einem Attentat auf Hauser niederlegte. Daumer behauptete die soziale Inkompetenz der Kirchen, kritisierte ihre Einschätzung von Katastrophen als Strafgerichten Gottes. Später entwickelte er eine auf einen von Gott geschaffenen höheren Menschen bauende "Eremitalphilosophie" und konvertierte 1858 zum Katholizismus.

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328

Ehrlich, Paul, Mediziner und Nobelpreisträger (1854-1915). Eigenh. Postkarte mit U. Frankfurt a. M., 14. XI. 1900 (Poststempel). Frankfurt a. M., 14. XI. 1900 (Poststempel). 1 S. 8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 1,650.00

An den Wiener Pathologen Richard Kretz (1865-1920) betreffs einer verspäteten Sendung: "Sehr geehrter Herr College. In Beantwortung Ihrer Karte theile ich Ihnen ergebenst mit, dass sich meine Sendung [...] mit derselben gekreuzt haben muss. Ich hoffe aber, dass Sie inzwischen das neue erhalten haben. Wenn nicht, bitte ich um eine Zeile der Benachrichtigung [...]". - Für seine Leistungen auf dem Gebiete der Immunologie erhielt Ehrlich 1908 den Nobelpreis für Medizin.

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329

Eucken, Rudolf, Philosoph und Nobelpreisträger (1846-1926). Eigenh. Albumblatt mit U. Jena, 6. I. 1911. Jena, 6. I. 1911. 1 S. 4to.

EUR 250.00

Des Erstarkens des nationalen Lebens kann sich auch der Philosoph freuen denn es führt sowohl das geistige Leben vieler ins Anschauliche hierin als es eine Fülle von ethischen Triebkräften entwickelt [...]. - 1908 erhielt Eucken den Nobelpreis für Literatur "aufgrund des ernsten Suchens nach Wahrheit, der durchdringenden Gedankenkraft und des Weitblicks, der Wärme und Kraft der Darstellung, womit er in zahlreichen Arbeiten eine ideale Weltanschauung vertreten und entwickelt hat".

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330

Flamsteed, John, English astronomer (1646-1719). Autograph document signed ("John Flamsteed, MR"). [London, probably 1 April 1712]. [London, probably 1 April 1712]. Oblong 8vo. 1 p.

EUR 8,000.00

Previously unknown payment certificate for his assistant Joseph Crosthwait, written to the Ordnance Office: "I doe hereby certify that Joseph Crosthwaite has been employed as an extraordinary laborer under me from the last day of December past to the last day of March of this present year 1712 at the Observatory in Greenwich Park by Order of the Board. Being 90 days at 18 d a day - 6.15.00". "A number of similar documents, certifying Crosthwait's quarterly pay at various times, survives in different institutions (though they should properly be part of the Public Records)" (Forbes, p. 931, citing a total of seven known specimens in the Library of the British Astronomical Association, London, Staatsbibliothek Berlin, Edinburgh University Library, Historical Society of Pennsylvania, Columbia University Libraries, and at a 1983 Drouot Sale. - Flamsteed, the first Astronomer Royal, catalogued more than 3000 stars, accurately calculated the solar eclipses of 1666 and 1668, and was responsible for several of the earliest recorded sightings of the planet Uranus. Joseph Crosthwait was his longest serving assistant, remaining with the Observatory from 1708 until Flamsteed's death in 1719. At this point, the whole of the first volume of Flamsteed's "Historia Coelestis Britannica" had been printed together with much of the second. Crosthwait saw the second volume through to completion and organised the preparation and printing of the third.
¶ Cf. Eric C. Forbes (ed.), The Correspondence of John Flamsteed (Bristol/Philadelphia 2002), vol. 3, p. 930f.

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331

Franck von Franckenau, Georg, physician and botanist (1644-1704). Autograph letter signed. Heidelberg, 21. V. 1678. Heidelberg, 21. V. 1678. 8vo. 3 pp. Bifolium with integral address panel.

EUR 2,500.00

Fine, early, and unknown letter to his colleague Günther Christoph Schelhammer (1649-1716) in Jena, who took his doctoral degree only the previous year: "Nobilissime, excellentissime atque experientissime Domine D.! Nae meritissimo meo omnem Tibi videbor exuisse pudorem, quod tanto temporis intervallo et gratissimis et doctissimis Tuis literis responderim? Tu, Excellentissimi Vir, ex iam olim insigni instructissimae Tuae Bibliothecae beneficio beasti (quod maxime meminisse iuvat) immo iam ultro humanissimas mihi festinas Tuas literas. Quod vero non citus responderim, quamplurimae fuerunt caussae. Pessima omnium est, quod honestissimo Tuo desiderio gratificare non potuerim: cum iam illa tempore Sparta petita collata esset Archiatro Electorali D. Winclero, quam Te tamen magis exornare potuisse facile spero [...] Deinde verus itineribus fui impeditus, modo enim hereditatis petitio agenda erat Argentorati, modo aegri me vocabant Philippsburgum, modo Spiram, ut certe pauco tempore Heidelbergae fuerim [...]".
¶ Not in C. S. Scheffel (ed.), Fasciculus epistolarum selectiorum a Schelhammerum (Leipzig 1740).

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332

Hebra, Hans Ritter von, Dermatologe (1847-1902). Eigenh. Brief mit U. O. O., 18. XI. 1884. O. O., 18. XI. 1884. 1 S. 8vo. Mit eh. Umschlag.

EUR 950.00

An Valentin Andreas Heck (1877-1905): "In Beantwortung Ihrer werthen Anfrage erlaube ich mir Ihnen mitzutheilen, dass ich noch im Besitze von Bildern weiland meines Vaters bin & Ihnen dieselben ablassen will. Zugleich bemerke ich aber noch, dass ich einige hundert Bilder von Skoda habe, die ich Ihnen gerne billig hintangeben würde. Ich bitte Sie, sich an einem der nächsten Tage zw. 4 & 5 Uhr zu mir zu bemühen, um den Handel abzuschließen […]". - Nach dem Medizinstudium an der Univ. Wien (Promotion 1870) wurde Hebra Assistent an der Dermatologischen Klinik seines Vaters Ferdinand von Hebra, deren Leitung er 1880 übernahm, jedoch zugunsten einer Weiterbildung auf Reisen bald aufgab.

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333

Himly, Karl Gustav, Mediziner (1772-1837). Eigenh. Widmung mit U. Braunschweig, 25. I. 1796. Braunschweig, 25. I. 1796. 1 S. Qu.-8vo.

EUR 1,500.00

Dekoratives Herderzitat an einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Fließe, des Lebens Strom! Du gehst in Wellen vorüber, Wo mit wechselnder Höh' Eine die andre begräbt. Mühe folget der Mühe; doch, kenn' ich süssere Freuden, Als besiegte Gefahr, oder vollendete Müh? Leben ist Lebens Lohn; Gefühl sein ewiger Kampfpreis. Fließe, wogiger Strom! nirgend ein stehender Sumpf". - Himly veröffentlichte zahlreiche Abhandlungen über Augenheilkunde und war Mitherausgeber der Ophthalmologischen Bibliothek.

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334

Hufeland, Christoph Wilhelm, Mediziner (1762-1836). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 3. X. 1832. Berlin, 3. X. 1832. ½ S. 8vo.

EUR 600.00

Die hochlöbl. Redaktion der Allgemein. Zeitung ersuche ich ganz ergebenst um gefällige Aufnahme beyliegender Anzeige in die Zeitung […]. - Hufeland war 1810 an der Gründung der Berliner Universität beteiligt und übernahm als erster das Dekanat der Medizinischen Fakultät. Er hatte den Lehrstuhl für spezielle Pathologie und Therapie inne und richtete 1810 für den praktischen ärztlichen Unterricht eine Poliklinik für unbemittelte Kranke in Berlin ein. Hufeland wurde Staatsrat, wirkte in der Armendirektion mit, verfaßte eine Armen-Pharmakopoe und gründete eine Medicinisch-chirurgische Gesellschaft (seit 1833 "Hufelandsche Gesellschaft"). - Kl. Randeinrisse.

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335

Hufeland, Christoph Wilhelm, Mediziner (1762-1836). Eigenh. Manuskript (Fragment). [Berlin, Herbst 1824]. [Berlin, Herbst 1824]. 2 SS. 4to.

EUR 3,500.00

Ein Manuskriptblatt, enthaltend einen Teil der ersten Niederschrift von Hufelands Aufsatz über die "Pockenepidemie der Jahre 1823 und 1824, nebst ihren Resultaten, besonders in Beziehung auf modificirte Pocken", der im Oktoberheft 1824 von Hufelands "Journal der practischen Heilkunde" (S. 3ff.) erschien. Die hier vorliegenden Abschnitte wurden noch einer weiteren Revision unterzogen, entsprechen aber weitestgehend dem S. 9-10 und 12-13 abgedruckten Text: "[Am vierten Tage entdecke ich rothe] Flecken, die sich bald als Stigmata variolarum zeigten, die sich dann auch auf die Hände, und am folgenden Tage auf den ganzen übrigen Körper verbreiteten. Genug, es wurde eine sehr heftige Pockenkrankheit, die der Kranke nur mit Mühe überstand [...] Auch bey der jetzigen Epidemie bestätigte sich jene Wahrheit vollkommen. / Die ganze Epidemie wurde über See durch einen Pockenkranken nach Hamburg gebracht, und von da durch einen Handwerksburschen im December nach Berlin [...] Es ist in der That merkwürdig für einen, der eine lange Reihe von Jahren Beobachter des menschlichen Wirkens und Treibens gewesen ist, zu sehen, wie die Vorurtheile der frühern Zeit nur unter veränderter Gestalt sich immer wieder einschleichen [...] Und immer ist es derselbe Kampf [...]". - Mit umfangreichen Streichungen, Einschüben und Überarbeitungen. Das Blatt oben rechts recto alt in Rötelstift numeriert "3". Mittig quer gefaltet.

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Humboldt's farewell to the "Novara"
336

Humboldt, Alexander von, naturalist, geographer, ethnographer and scientific traveller (1769-1859). Autograph letter signed ("A. v. Humboldt"). Berlin, 7. IV. 1857. Berlin, 7. IV. 1857. 4to. 1 p.

EUR 2,500.00

To the Austrian vice admiral Bernhard von Wüllerstorf-Urbair, captain of the frigate "Novara": a letter of farewell but a few weeks before the ship's departure for the Austrian Navy's first circumnavigation of the globe, praising the daring enterprise and offering his calculations, which he hopes will assist the explorers. The "Novara" sailed from Trieste on April 30th and would not return until three months after Humboldt's death. In full: "Ew. Hochwohlg. wollen, als Befehlshaber Sr. Maj. Fregatte Novara, die zu einem grossen, edelen, das deutsche Vaterland und die Wissenschaft ehrenden Unternehmen durch kaiserliche Huld bestimmt ist, den Ausdruck meiner Verehrung nachsichtsvoll empfangen, in dem ich von der Zeit naher Abfahrt in halber Genesung bedrengt es wage Ihnen einige physikalische und geognostische Erinnerungen ganz gehorsamst vorzulegen, von denen Einiges vielleicht den ausgezeichneten Gelehrten die die Expedition zu begleiten das Glück haben, von Nutzen sein kann. Ich würde dies Wenige nicht angeboten haben wenn eine so gnädige und liebenswürdige Aufforderung Sr. kaiserl. Hoheit des Herrn Erzherzog Ferdinand Maximilian mich nicht dazu bestimt hätten. Was ich nautisches über Richtung und Temperatur der Meeresströmungen, über die magnetischen Curven eingeflochten habe, muss ich besonders Ihrer Nachsicht empfehlen. Wenn man erinnert, scheint man belehren zu wollen, und von dieser Anmaßung bin ich weit entfernt. Da kein Entwurf, keine Abschrift meiner wenigstens fleißigen mit Zahlen überladenen Arbeit existirt, so wäre es vielleicht vorsichtig, sie von Jemand, der der behandelten Gegenstände kundig ist, abschreiben zu lassen. Meine gelehrten und mir lieben Freunde Dr. Ferdinand Hochstätter, Dr. Karl Scherzer und Dr. Robert Lallemant, der mich bei seiner letzten Durchreise durch Berlin, um mir sein wichtiges Werk über das Gelbe Fieber in der Tropenzone zu geben, verfehlt hat, wage ich dringend Ihrem besonderen Schutze und Wohlwollen zu empfehlen. Mit der innigsten Verehrung und den heißesten Wünschen für den Erfolg eines so schön vorbereiteten Unternehmens / Ew. Hochwohlgeb. / gehorsamster / A. v. Humboldt". - Slight edge defects.
¶ Published in: Scherzer/Wüllerstorf, Reise der Oesterreichischen Fregatte Novara um die Erde, vol. 1, appendix I (facsimile and transcription).

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337

Humboldt, Wilhelm von, German philosopher and diplomat (1767-1835). Autograph notes. With autogr. CoA by his brother... Alexander. N. p. o. d. 4to. 1 p.

EUR 3,500.00

Philological remarks on the Phrygian word "békos": "[...] Jablonsky, in his 'De lingua Lycaonica', treats extensively of the Phrygian language. He does not consider it a form of Greek [...]".

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338

Kopp, Johann Heinrich, Arzt und Naturforscher (1777-1858). Eigenh. Brief mit U. Hanau, 22. IV. 1814. Hanau, 22. IV. 1814. 1 S. Kl.-4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 650.00

An die Barthsche Buchhandlung in Leipzig: "Ew. Wohlgeb. werden aus dem Schreiben des Herrn Polizeidirektors Schlenckh ersehen, daß derselbe Willens ist ein System der Polizei herauszugeben. Das Manuscript ist, soviel mir bekannt ist, mit Fleiß ausgearbeitet und Herr Polizeidirektor Schlenckh ein [...] wissenschaftlich gebildeter Mann. Sollte Ihnen nach näherer Prüfung des Manuscripts der Verlag conveniren, so würden Sie sich wohl bald in Hinsicht der Bedingungen vereinigen [...]". - Johann Heinrich Kopp wurde 1807 Professor der Chemie, Physik und Naturgeschichte am Athenaeum und 1813 zum Medzinalrat ernannt. "Seit 1814 Mitglied der medizinischen Deputation und Arzt im Hospital in der Altstadt, wurde er 1815 Hofrat, 1816 Garnisons-, Waisenhaus- und Stadtimpfarzt, 1824 Geheimer Obermedizinalrat und Leibarzt des Kurfürsten von Hessen. K. schrieb u. a. 'Über körperliche Verletzungen, insoweit sie das Verbrechen der Tötung bilden' (1812) und 'Ärztliche Bemerkungen, veranlaßt durch eine Reise in Deutschland und Frankreich im Frühjahr und Sommer 1825' (1825)" (DBE). - Mit kleinem Ausriß durch Siegelbruch.

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339

Krummacher, Friedrich Wilhelm, reformierter Theologe (1796-1868). Eigenh. Widmung mit U. O. O. u. D. ¼ S. 8vo.

EUR 850.00

Seinem verehrten Schwager Herrn Berly [?] | Krummacher. - Krummacher war 1840 durch eine in der Ansgari-Kirche in Bremen gehaltene antirationalistische Predigt Auslöser des sog. "Bremer Kirchenstreits". "Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in New York wurde Krummacher 1847 Pfarrer an der Dreifaltigkeitskirche in Berlin. Seit 1853 war er Hofprediger in Potsdam. Krummacher, der von Friedrich Wilhelm IV. gefördert wurde, veröffentlichte mehrere Predigtsammlungen, u. a. 'Blicke ins Reich der Gnade' (1828)" (DBE). - Etwas fleckig und mit Randläsuren.

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340

Kussmaul, Adolf, Mediziner (1822-1902). Eigenh. Brief mit U. ("Kussmaul"). Wohl Straßburg, 26. XII. 1877. Wohl Straßburg, 26. XII. 1877. 1 S. 8vo.

EUR 450.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit Dank "für Deine schöne Erinnerung an unseren lieben Breisgau" und mit "besten Glückwünschen zum neuen Jahr". - Adolf Kußmaul promovierte in Würzburg über "Untersuchungen über den Einfluß, welchen die Blutströmung auf die Bewegungen der Iris und andere Teile des Kopfes ausübt", habilitierte sich kurz darauf in Heidelberg und wurde Professor der Inneren Medizin in Erlangen, Freiburg i. B. und schließlich in Straßburg. Die 1874 von ihm beobachtete "große Atmung" bei Diabetes wurde später nach ihm "Kußmaulsche Atmung" genannt. Als vielseitiger Wissenschaftler befaßte er sich mit verschiedenen Teilbereichen der Medizin und war darüber hinaus literarisch tätig (u. a. "Jugenderinnerungen eines alten Arztes", 1899). Mit Ludwig Eichrodt gemeinsam "schrieb er satirische Gedichte um den schwäbischen Schulmeister Gottlieb Biedermaier, die als 'Buch Biedermaier' in 'Gedichte in allerlei Humoren' (1853) erschienen und den späteren Epochenbegriff 'Biedermeier' schufen" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf.

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341

Leibniz, Gottfried Wilhelm, philosopher and mathematician (1646-1716). Autogr. document. No place or date. 1 p. Ca. 110:30 mm.

EUR 6,500.00

Fragment of a bibliographic note about a mathematical work by the astronomer Henry Gellibrand: "and logarithms. With the application thereof to Questions of Astronomie and Navigation. By H. Gellibrand, Prof. of Astronomie in Gresham Colledge. II. Edition corrected and enlarged. London MDCLII." The work in question is the second edition of Gresham's "An institution trigonometricall, wherein demonstratively and perspicuously is exhibited the doctrine of the dimension of plain and spherical triangles, after the most exact and compendious way, by tables both of sines, tangents, secants, and logarithms". - Early 19th century certification of authenticity by the educator Peter Heinrich Holthaus (1759-1831) on the reserve: "Nach Kästner's Zeugniß in einem (nicht zu theilenden) Briefe an den vormahligen Prediger Müller in Schwelm [the theologian, mathematician and astronomer Friedrich Christoph Müller, 1751-1808] ist diese Handschrift von Leibnitz. - P. H. Holthaus". The Göttingen mathematician and writer of epigrams Abraham Gotthelf Kästner (1719-1800) had studied Leibniz's manuscript papers at the Royal Library in Hanover and composed the preface for the posthumous first edition of the "Nouveaux essais sur l'entendement humain", aimed at John Locke (in the "Oeuvres philosophiques latines & françoises de feu Mr. de Leibnitz", edited by R. E. Raspe in 1764). The verso also shows a probably slightly earlier note "Leibnitz" in a different hand.

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