817

Agdollo, Aloisius Marquis, sächsischer Hofmeister (gest. 1800) Eigenh. Testament mit U. Königstein, 20. VII. 1800. Königstein, 20. VII. 1800. 2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to. Beiliegend eigenh. adressierter Umschlag an Ferdinand Hauschild.

EUR 1,500.00

Würdigster, geliebtester Sohn, Busenfreund, und höchster Wohltäther in allen meinem Noth, Von der größten Schwäche und wahrscheinlich von dem Todt überraschet, werde ich dem Höchsten für die Erhaltung meiner gesundes Verstand [!] danken, wenn ich solchen so lang als nöthig das wichtigste zu schreiben behalte […]. - Peter Aloysius Marquis d'Agdollo trat in das Militär des Kurfürstentums Sachsen ein, kämpfte im Siebenjährigen Krieg mit, wurde 1768 Major, 1769 Flügeladjudant des Prinzen Xaver und Obrister der Schweizergarde. 1764 heiratete er die Witwe des Feldmarschalls Rutowski, die geborene Fürstin Lubomirska; die Ehe wurde aber auf Wunsch Lubomirskas geheim gehalten, weil sie um ihren Rang am Hof fürchtete. Prinz Xaver brauchte d'Agdollo zu geheimen Missionen und die Witwe des Kurfürsten, Maria Antonia, betraute ihn bei ihrer Abwesenheit von Dresden mit Aufträgen. Großes Aufsehen erregte seine plötzliche Verhaftung am 16. September 1776 und Abführung auf die Festung Königstein; er blieb bis an seinen Tod Staatsgefangener. Der Grund seiner Verhaftung blieb geheim; sogar seinen Ministern verschwieg der Kurfürst die Ursache.

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So würde mich das Cabinet 1000 des Jahres kosten, which is quite the outside
818

Albert of Saxe-Coburg-Gotha, Prince Consort (1819-1861). Autograph letter signed. Windsor Castle (London), 8. IX. 1844. Windsor Castle (London), 8. IX. 1844. 3¼ pp. on bifolium. 8vo.

EUR 800.00

To "Prätor" (his secretary and librarian Eduard Prätorius, 1807-55), complaining about the handling of the budget for his art and natural history collections in Coburg: among other things, he fails to comprehend why he is to spend 1500 pounds for new copperplate engravings; Professor Hassenstein's salary he finds too generous, while those of the director, Carl Heinrich von Schauroth, and of the secretary Fischer ought to be raised. "Ich habe Ihnen auf mehrere Briefe Dank zu sagen. Der letzte handelt von Geschäften, darum will ich ihn speciell beantworten. Den Cabinetsetat habe ich durchgegangen und schicke ihn corregiert zurück. 5000 fl. des Jahres schien mir lächerlich hoch. Wozu soll ich neue Kupferstiche zu 1500 des Jahres anschaffen und für 500 Curiositäten! Das Anschaffen muß der Generosität der beiden Besitzer und Gelegenheiten überlassen bleiben. Der Wunsch war nur, die Sammlung gut aufgestellt und erhalten zu sehen. Was die 875 für Hassenstein betrifft, so lege ich einen Brief von Ernst im Original bei, der die Versprechung enthält, daß er mir nichts kosten soll. Er hat ohne dieß eine Pension von 500 rth. von mir. Dagegen will ich den jungen Schauroth, der meine Idee war, auch Ernst nicht zur Last legen und würde ihm einen Zuschuß von 300 fl des Jahres aussetzen für seine Mühe um das Cabinet und Fischer detto v. 100 fl. als Secretär. - So würde mich das Cabinet 1000 des Jahres kosten, which is quite the outside. - Nehmen Sie sich der Sache an und berichten Sie wieder [...]". - On black-bordered stationery.

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819

Berlaymont, Florent comte de, Staatsmann (1550-1626). Brief mit eigenh. U. ("Florentz Graff zu Berlaymont"). Luxemburg, 14. IX. 1616. Luxemburg, 14. IX. 1616. ½ S. Folio.

EUR 850.00

Mein freundtlichen gruß und beraitwillige dienste besten vermögens iederzeit bevohr, wolgeborner freundtlicher lieber vetter verwanter und sohn. Was ich mitt Gaigern, E. Ld. amptman, und zu mir abgefertigten, betreffend das bewustes pacificaton werkh inn aller vertrauligkheit, und E. Ld. zum verhoffenlichen besten verabschiedet, wird dieselbe von ihme außführlicher zu vernehmen haben, uff dessen ungezweiffelter trewer relation ich es auch vohabender rayß und eylhalber beruhen lasst, und mich keiner ferner hinderung verstehe, auß ursachen, die gedachter E. Ld. abgefertigter deroselben außführlicher zu erkhennen geben wird [...].

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820

Beuth, Peter Christian Wilhelm, preußischer Staatsmann (1781-1853). Brief mit eigenh. U. Berlin, 17. XII. 1835. Berlin, 17. XII. 1835. 1 S. Folio.

EUR 850.00

Als Vorsitzender des "Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes in Preußen", an den Rentamtmann und Büchereienpionier Karl Benjamin Ritter von Preusker (1786-1871) in Großenhain: "Indem ich Euer Wohlgeboren im Namen des Vereins für Gewerbfleiß in Preußen für die mit dem gefälligen Schreiben vom 13ten v. M. demselben gemachte Mittheilung eines Exemplars des von Ihnen verfaßten Werkes: Baustein-Andeutungen über Sonntags- und Gewerbschulen etc etc. hiermit ergebenst danke, bemerke ich zugleich, daß dieses Geschenk in dem Abdruck des Vereinsprotokolls erwähnt werden wird. - Eine ausführliche Beurtheilung liegt indessen außer den Grenzen des Vereins [...]." Beuth gilt als "Vater der preußischen Gewerbeförderung". - Gefaltet. Im Oberrand angestaubt; im linken Rand etwas unregelmäßig aus der Registratur getrennt. Unterhalb der Unterschrift von späterer Sammlerhand in Bleistift bezeichnet.

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821

Blind, Karl, Revolutionär und Publizist (1826-1907). Eigenh. Brief mit U. St Leonards-on-Sea, 14. VIII. o. J. 1½ SS. auf Doppelblatt. Kl.-8vo.

EUR 800.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Entschuldigen Sie, wenn ich heute für die Anweisung von £ 28/18/10, die mir gerade bei unserer Abreise an die Seeküste zukam, einstw. nur durch diese Zeilen quittire. Ich ließ Ihren Brief mit Quittungsformular durch Versehen in London liegen, u. werde dasselbe bei meiner Rückkehr Ihnen noch nachträglich zusenden [...]". - Karl Blind, einer der Führer der republikanischen Linken in der badischen Revolution von 1848, war, nachdem er vorzeitig aus der Haft entlassen worden war, über Paris und Belgien nach London gekommen, wo er umfassende politische, historische, germanistische und literaturgeschichtliche Studien betrieb, sich ungebrochen für seine demokratischen und republikanischen Ideale einsetze und in Verbindung zu zahlreichen Gleichgesinnten in ganz Europa stand, darunter Karl Marx, Giuseppe Mazzini, Giuseppe Garibaldi, Lajos Kossuth und Louis Blanc.

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822

Caramuel y Lobkowitz, Juan, Spanish Catholic scholastic philosopher (1606-1682). Autograph letter signed. Vigevano, 20. I. 1676. Vigevano, 20. I. 1676. Folio. 1 page.

EUR 8,500.00

Writing as bishop of Vigevano in Lombardy, to the Dominican Raimondo Capizucchi (1615-91), who held the office of "maestro del sacro palazzo apostolico" since 1654 and would be made cardinal in 1681, concerning the imminent creation of Lorenzo Mayers Caramuel (1617-83) as bishop of Castellamare: "Son tantos los favores que V. S. R.ma ha hecho y haze siempre a Caramuel, que el por no ser ingrato, y viendo que en un sugeto no puede cumplir con lo mucho que debe, se multiplica para poder servir mejor en diversos suppuestos. Digolo, porque bessara la mano de V. S. R.ma Monsenor Laurecio Mayers Caramuel, nombrado obispo de Castelmar, para que V. S. R.ma le reciba en el numero de sus servidores, y lo comunique las gracias y favores que suele. En mi libro, que offrecera a V. S. R.ma conocera el mundo, que conosco la denda ya que es tanta que no la puedo reconoscer. Acabo rogando a Dios nos guarde y prospere la persona de V. S. R.ma [...]". A late letter by the versatile theologian and engineer of Bohemian descent and Spanish birth who was active in Louvain, Scotland, Vienna, and Prague before following his patron, Cardinal Chigi (Pope Alexander VII), to Rome.

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823

Charles I, King of England (1600-1649). Document signed ("Carolus R."). Westminster, 12. II. 1641. Westminster, 12. II. 1641. Latin handwriting, calligraphy and copperplate engraving (portrait) on vellum. Ca. 600:510 mm (with plica folded). Wants seal.

EUR 4,500.00

Royal exemplification for the legal transfer of a property, the manor Worthen in Shropshire (Salop) with all its appurtenances, including a mill, messuage, land, meadows, pastures, woods, and parts in Brockton, Over and Nether Tickley, Hampton, Hayes, Ewerne, Westbury, Alberbury and Marton, as well as the rectory of the church of Worthen. Isaac Morgan and Samuel Whitehall were the owners and sellers. As the property was entailed, selling it to Messrs. John Parker and John Sand necessitated a roundabout procedure - a collusive action known as a "Common Recovery", in the course of which the purchasers would claim their alleged inheritance in the Court of Common Pleas from a fictitious third party. As this party failed to appear in court, the claimant would win the case by default, "barring the entails", and the property so acquired became a free allodium. The present royal document constitutes a so-called "Exemplification of a Common Recovery", a formal transcript of the proceedings in the monarch's name, using an elaborate script imitating a medieval chancery hand (we are indebted to Mr Michael Webb, of the Bodleian Library, for his valuable assistance in cataloguing this item). The following year marked the beginning of the Civil War; in January 1649, Charles I was sentenced to death by Parliament and executed for High Treason. - Ink rubbed in places, otherwise well preserved. Folded.

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824

Christine Luise von Oettingen, Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel (1671-1747). Handschreiben mit eigenh. U. Blankenburg, 4. I. 1741. Blankenburg, 4. I. 1741. 1 S. 4to. Auf Doppelblatt.

EUR 450.00

Hoch und wohlgeborener Graf! Deßen an Mich abgelaßenes, habe durch den Geheimen Rath Baron von Spöcken wohl erhalten, und daraus ersehen, wie dieselben Lust bezeugen, bey vorfallender Gelegenheit, in Ihro der lezt verwittibten Kayßerin Maijltl. Diensten auf und angenommen zu werden, und deßwegen Meine Intercession verlangen: Wie Ich um dem Herrn Grafen vor das in Mich gesezte Vertrauen nicht wenig Obligirt bin, und Mir eine Freude mache, Ihnen innige Gefälligkeiten zu bezeugen; Alßo soll es gewiß an Mir nicht ermangeln, bey Ihro Kayßerl. Majt. dem Herrn Grafen auf das beste zu recommendiren […].

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825

Clemens XIV., d. i. Giovanni Vincenzo Antonio Ganganelli (1705-1774). Brief mit eigenh. U. (als Kardinal). Rom, 12. XII. 1766. Rom, 12. XII. 1766. 1 S. 4to.

EUR 1,200.00

In italienischer Sprache an Giulio Cesare Conte Vattieti [?]. - Mit Montagespuren verso.

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826

Cotta, Carl Frh. von, Verleger (1835-1888). Brief mit eigenh. U. Stuttgart, 9. I. 1883. Stuttgart, 9. I. 1883. 3 SS. auf gefalt. Doppelblatt mit gedr. Verlagsbriefkopf. 8vo.

EUR 250.00

An den Wiener Verleger Wilhelm Braumüller (1807-84) hinsichtlich der ganz Südwestdeutschland und das Rheingebiet betreffenden Hochwasserkatastrophe von 1882/83: "Der deutsche Buchhandel hat stets da, wo es galt bei Nothständen helfend einzugreifen eine offne Hand gehabt. Heute, wo es gilt, dem unermesslichen Elend großer durch Ueberschwemmung getroffener Landstrecken zu steuern, wird der Buchhandel mehr als je geneigt sein, sein Scherflein zur Unterstützung der Schwerbedrängten beizutragen. Von dieser Erwägung ausgehend wenden wir uns, wie an Sie in gleichlautendem Schreiben an die Herren 'Duncker & Humblot; Leipzig', 'Gebr. Pachel; Berlin', 'J. Bielefeld; Karlsruhe' und 'Adolf Ackermann; München' mit dem Nachstehenden: Wollen Sie sich mit uns zu einem Comité vereinigen, das einen Aufruf an den deutschen Verlagsbuchhandel erlässt, zum Zweck einer bei den verschiedenen Staaten zu beantragenden Lotterie, Werke allgemein interessanten Inhalts in gebundenen Exemplaren als Gewinne zu schenken und an den Sortimentsbuchhandel, die etwaigen Loose zu vertreiben? Wir nehmen hierbei an, dass sämtliche Staaten in Ansehung des namenlosen Nothstandes und unseres edlen, ganz selbstlosen Zweckes die Loose verbreiten lassen werden, dass der gesammte Verlagshandel Herz und Hand öffnen, der Sortimentsbuchhandel die Loose gern und ohne Nutzen für sich verbreiten wird […]".

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827

Cotta, Heinrich, Forstwissenschaftler (1763-1844). Eigenh. Brief mit U. Schöneck, 4. V. 1818. Schöneck, 4. V. 1818. 1 S. auf Doppelblatt. 4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 400.00

An seine Ehefrau Christiane Cotta, geb. Ortmann (1764-1819): "Glücklich und wohl sind wir hier angelangt. Die Arbeit zieht sich aber mehr in die Länge, als ich vermuthet habe, und wir werden daher wohl erst gegen den 13ten oder 14ten d. M. eintreffen können. Dies ist auch die Ursache, warum ich nicht eher geschrieben habe, weil ich gerne erst genauer angeben wollte, wann wir zurück kämen […]". - 1810 als Direktor an die Forstvermessungsanstalt in Tharandt berufen, siedelte er 1811 mit seinem 1794 gegründeten Institut dorthin über. 1816 wurde die Anstalt zur staatlichen Forstakademie erhoben, der Cotta als Direktor mit dem Titel eines Oberforstrats sowie als Leiter des sächsischen Forsteinrichtungswesens bis zu seinem Tod vorstand. - Etwas braunfleckig.

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An Metternich
828

Cotta, Johann Friedrich Frh. von, Verleger (1764-1832). Eigenh. Brief mit U. ("Cotta"). Baden, 29. VII. 1801. Baden, 29. VII. 1801. 2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to.

EUR 450.00

Von der Forschung vermisstes Schreiben an den (nicht namentlich genannten) österreichischen Staatskanzler Fürst Metternich, der wegen kritischer Artikel mit dem Verbot von Cottas "Allgemeiner Zeitung" gedroht hatte: "Euer Durchlaucht huldvolles Schreiben v. 13ten dieß. ist mir erst hier bei der Rückkehr von einer Geschäftsreise nach Mainz zugekommen und ich bitte daher die Verspätung meiner Antwort gnädigst zu entschuldigen. Was Euer Durchlaucht über die große Kriegs- und Friedensfrage und daß die Österreichische Regierung an der Spize der Friedeliebenden stehe - mir in diesem Schreiben zu eröffnen geruhten, ist längst meine Überzeugung und muß auch die eines Jeden seyn, der mit unbefangenem Blick die Welt-Ereigniße beobachtet und die politische und diplomatische Handlungsweise von Höchstdenselben daraus zu entnemen weiß - er kan nur Euer Durchlaucht umsichtigen, klugen, festen und kräftigen Leitung in so schwierigen Zeiten voll Bewunderung zollen. Indem ich zu diesen gehöre, darf ich dieß auch vom Redacteur der Allgemeinen Zeitung [Karl Joseph Stegmann] versichern, und daß er in dem vorliegenden Falle auf keine Weise anstossen wollte, ist nicht zu bezweifeln, auch glaubt er dieß durch Aufnahme des Artikels im Österreichischen Beobachter mit seinem Zusaze bewiesen zu haben. Inzwischen habe ich ihm sogleich das Erforderliche mitgetheilt und er wird diesen so wie jeden Wink, den Euer Durchlaucht uns wollen zukommen lassen, gewiß aufs sorgfältigste beachten. - Höchstdieselbe sind, wie ich hoffe, von diesen unseren Gesinnungen überzeugt, Sie besizen Selbst in der neuesten Zeit die Belege davon, indem die Ungarischen Komitatsadressen zurückgehalten wurden, unerachtet dieß dem Institute zum Nachtheil gereichte und zum Vorwurf gemacht wurde. Von etwas früherer Zeit will ich mir nur erlauben, den gänzlichen Ausschluß des fameusen Hormayers anzuführen, der mich dagegen überall, selbst bei Euer Durchlaucht, zu verläumden sucht. So sehr ich die Warnung gegen diesen Menschen, so sehr ich jeden Wink, den mir Euer Durchlaucht wollen zukommen lassen, mit dem wärmsten, unterthänigsten Dank erkenne, so sehr bedaure ich aber, daß ich nicht wenigstens durch [Josef Anton] Pilat, öfters dergleichen erhalte. Denn die Redaction der Allgemeinen Zeitung wird zuverlässig Alles, was mit dem Zweck und Bestehen dieses Instituts nur vereinbar ist, gerne beachten. Euer Durchlaucht werden also auch mit mir die Überzeugung theilen, daß unsre Zeit auch für ein solches Institut eine kritische ist, und daß viele Klugheit und Umsicht dazu gehört, demselben seinen Charakter der Wahrheit, Unpartheilichkeit und Allgemeinheit zu erhalten, das Möglichste dabei zu beachten und doch eine eine gewichtige Stimme für die öffentliche Meinung demselben zu erhalten [...]". - Nachdem sich Metternich bereits Ende 1828 bei Cotta über österreichkritische Artikel in der "Allgemeinen Zeitung" beschwert hatte (wofür sich der Herausgeber am 17. 12. 1828 brieflich entschuldigte), wandte sich der Staatskanzler im Sommer 1831 erneut an Cotta. Mit Schreiben vom 13. Juli beschuldigte er ihn, "sich nicht um die inhaltliche Tendenz, sondern nur um den wirtschaftlichen Erfolg der Zeitung zu kümmern, und drohte wiederum mit dem Verbot der AZ in Österreich, sollte sich die Zeitung nicht dazu bereit finden, ausschließlich österreichfreundliche Artikel zu drucken. Ursachen für den neuerlichen Verweis waren Artikel, die Metternichs Meinung nach 'falsche Ansichten über die friedlichen Zwecke der österreichischen Politik' verbreiteten" (M. Breil, Die Augsburger "Allgemeine Zeitung" und die Pressepolitik Bayerns [Tübingen 1996], S. 175). Während die Forschung noch unlängst konstatieren musste, eine "Entgegnung Johann Friedrich Cottas hierauf oder eine Reaktion der Redaktion [sei] nicht erhalten" (ebda.), bildet der vorliegende Brief unzweifelhaft diese vermisste Entgegnung. - Alte Faltspuren; von tadelloser Erhaltung.

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829

Cotta, Johann Georg Frh. von, Buchhändler und Politiker (1796-1863). Brief mit eigenh. U. Stuttgart, 3. VI. 1858. Stuttgart, 3. VI. 1858. 2 SS. auf Doppelblatt. Gr.-4to. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 400.00

An den württembergischen Konsul in Rom, Karl von Kolb (1800-68): "Seit vier Wochen lag ich an der Grippe schwer erkrankt zu Bett und so blieb auch die Beantwortung Ihres liebenswürdigen Briefes vom 16. v. Mts. seither unerfüllt. Ich ergreife jedoch im ersten Augenblick in welchem mir der Arzt erlaubt wieder aufzustehen die Feder um Ihnen für den liebenswürdigen Beweis Ihres Wohlwollens, für die allerliebste Münze meinen innigen Dank auszusprechen. Wollten Sie mich in Kenntniß sezen was der Ankauf derselben gekostet hat, so werde ich mich beeilen den Betrag der königl. Hofbanque zu ersezen. Noch größer ist aber mein Dank für das Wohlwollen und die Freundschaft, welche Sie meinem Sohn haben beweisen wollen. Er wie ich bleiben dafür Ihre dankverpflichteten Schuldner! Möchten Sie mir nur recht bald Gelegenheit geben Jemanden Ihrer Empfehlung angenehm seyn zu können. Es hat mich unendlich gefreut von meinem Sohn zu hören, daß Sie sich immer wohl befinden […]". Auf blauem Briefpapier. Kleine Faltungseinrisse. - Johann Georg Cotta war Sohn des Verlegers Johann Friedrich Cotta v. Cottendorf. "Von schwacher Gesundheit, vermochte [er] sein [...] Studium der philosophischen, ästhetischen und politischen Wissenschaften nicht abzuschließen. Eine Reise nach Rom 1817/18 brachte Besserung, doch erst 1819 war er zu regelmäßiger Berufsausübung hergestellt und widmete sich zunächst der diplomatischen Laufbahn [...] 1821 schied er als Legationsrat aus dem diplomatischen Dienst aus, um 'nicht durch freie Wahl, sondern durch den Willen seines Vaters' sich dem Verlag zu widmen" (NDB III, 379). 1832 übernahm er zusammen mit Hermann von Reischach die Geschäfte des stark verschuldeten Familienunternehmens, sanierte es und führte es krisenlos durch die nächsten 30 Jahre, gliederte ihm auch den renommierten Verlag Göschen in Leipzig und die Vogelsche Bibelanstalt in Landshut an. Daneben die überparteiliche 'Allgemeine Zeitung' leitend und die 'Deutsche Vierteljahrsschrift' (1838-70) gründend, gewann er großen publizistischen Einfluß auf das politische Leben seiner Zeit. Cotta, der zu den "bedeutendsten Verlegerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts" zählt (DBE), veröffentlichte u. a. die Werke namhafter Forscher wie Alexander von Humboldt und Leopold von Ranke sowie Dichter wie Nikolaus Lenau, Eduard Mörike, Ferdinand Freiligrath, Friedrich Hebbel und Annette von Droste-Hülshoff. Heinrich Heine schrieb für ihn als Pariser Korrespondent der "Allgemeinen Zeitung".

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the autograph fiend
830

Cumberland, Stuart C. (d. i. Charles Garner), Hellseher (1857-1922). Eigenh. Albumblatt mit U. O. O., 26. IX. 1889. O. O., 26. IX. 1889. 1 S. Qu.-4to.

EUR 800.00

Just my luck. Whenever I am trying to concentrate my thoughts on the 'other world' there is sure to break upon my meditations the autograph fiend reminding me that I am of all things earthly [...]. - Der als Charles Garner geborene "Mentalist" Cumberland, Sohn eines Oxforder Schlachtereibuchhalters, verblüffte nicht nur das viktorianische England, sondern ganz Europa mit seinen Gedankenlesekünsten. Wohlhabend geworden, zog er sich 1910 von der Bühne zurück.

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831

Dalberg, Wolfgang Freiherr von, Theaterdirektor (1750-1806). Eigenh. Brief mit U. Mannheim, 3. VI. 1789. Mannheim, 3. VI. 1789. 3 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 8vo.

EUR 400.00

Ich vernehme, dass Ew Hochedelgebohren nächstens eine theatralische Reise zu unternehmen gedenken, und Mannheim besuchen werden; es sollte mir angenehm seyn, wenn es ihr Wunsch wäre, einige Gastrollen auf hiesigem Curfürstlichen Theater zu spielen, wozu ich Sie hiermit einlade […] Sollte aber Ihre Reise bloß die Absicht haben, (wie vielleicht irrig verlautet) gute Subjecte von der hiesigen Bühne hinweg zu engagieren, so sehe ich mich, vermöge meiner Stelle genöthigt, Ewr Hochwohlgebohren, zu Erspahrung einer vergebenen Reise, folgendes zu erörtern. ‚Sämtliche Mitglieder des hiesigen Cur-fürstlichen Hoftheaters, sind ohne Ausnahme alle bis zu Ende des 1791en Jahres, […] hier engagiert […]. - Seit 1776 pfälzischer Geheimrat sowie Präsident des Oberappellationsgerichts, gründete Dalberg 1778 im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz ein deutsches Nationaltheater in Mannheim. Dalberg engagierte die Truppe des Prinzipals Abel Seyler, die Freunde Heinrich Beck, Johann David Beil und August Wilhelm Iffland aus Gotha, gewann Friedrich Ludwig Schröder 1780 für ein Gastspiel und übernahm 1781 selbst die künstlerische Leitung des organisatorisch am Wiener Vorbild orientierten Nationaltheaters.

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Dampierre und Montecuccoli auf einem Blatt
832

Dampierre, Heinrich von, Feldmarschall (1580-1620). Eigenh. Widmungsblatt mit Wappenminiatur und U. ("Henricus Duvallus... Dampetrae Comes"). O. O., 1612. O. O., 1612. 1 S. 8vo.

EUR 1,500.00

Aus einem Stammbuch entnommenes Blatt mit dem Wahlspruch "Animo, Arte et Fortuna" sowie einer hübschen, goldgehöhten Wappengouache. Dampierre siegte 1619 mit Karl von Bucquoy und Wallenstein bei Tein an der Moldau über Ernst von Mansfeld und befreite dadurch Wien. - Verso der Stammbucheintrag eines anderen berühmten kaiserlichen Generals des Dreißigjährigen Kriegs, Ernesto Montecuccoli (1582-1633), ebenfalls mit goldgehöhter Wappengouache und Unterschrift (datiert 1620). 1618 war Montecuccoli einer der drei Obristen gewesen, die im Auftrag von Erzherzog Ferdinand den Kardinal Khlesl gefangen nahmen (die beiden anderen waren Dampierre sowie Ramboldo di Collalto). 1620 nahm er an der Schlacht am Weißen Berg teil und wurde in den folgenden Jahren einer der wichtigsten Truppenkommandeure Wallensteins. - Etwas braunfleckig bzw. angestaubt; spätere Sammlernotizen.

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833

Daun, Leopold Joseph Graf, kais. Feldmarschall (1705-1766). Schreiben mit eigenh. U. Wien, 16. XI. 1763. Wien, 16. XI. 1763. 1½ SS. auf Faltbogen. Folio. Papiergedecktes Siegel.

EUR 850.00

Als Präsident des Hofkriegsrats: "Der Röm. Kay. Königl. Maytt. Ingenieur-Obristen, Herrn Johann Wilhelm Hemeling anzufügen, es habe die Königl. Hungar. Hof-Canzley auf die derselben im Monath Augusto mitgetheilte Nachricht, daß die Graf-Schönbornische Herrschaffts-Beamten die schuldige Materialien-Liferung zum Behuf des Mungacher Vöstungs-Baues gehemmet, und verhindert hätten, das nöthige an die Behörde erlassen, und die hierwegen eingezogenen weithern Berichte anhero communiciret, einfolglich will man das diesfällige Insinuatum gegen anwiderumiger Zuruckstellung, haubtsächlich von darumen mitzutheillen nicht entstehen, weillen vermög des angehengt Graf Karolyschen Berichts die Gräfl. Schönbornische Herrschafft wegen der ihr zugemutheten Verweigerung deren Bau-Materialien ausser Schuld zu seyn behauptet werden will. - Nicht minder wird ein Graf Mercyscher Bericht, in Betreff deren bey denen Slavonischen Gränz-Vöstungen getroffenen Anstalten, ad remittendum zu dem Ende beygeschlossen, damit über dessen Innhalt, und respectu denen darinnen angeführt-, von dem Berichtleger nicht ohngründlich angetragen- auch selbst mit dem Herrn Ingenieur-Obristleuthnant Baron v. Ketten einverständlich ergriffenen Modaliteten, die Militar-Gränzen zu dem Vöstungs-Bau desto ersprieslicher zu verwenden, sowohl, als wegen des nach Äusserung des Herrn Feldmarschallens Grafens von Mercy in denen Militar-Waldungen nicht wohl Plaz greiffen könnenden dahingegen bey denen Privat-Grundherrn nach einer schon vorgängig ebenmässigen Äusserung der Königl. Hungarischen Hof-Canzley nur allein gegen baare Bezahlung anzusinnenden Holz-Schlages das Weithere zu erinnern nöthig findende allenfalls bey erfolgendem Ankauff des Herrn General Feldzeugmeisters Grafen von Harrsch anhero mit mehrem angezeiget werden möge [...]". Mit Gegenzeichnung durch Kanzleidirektor Theodor Rt. von Thoren. - Skartierter Akt des Hofkriegsrats (1764-22-3).

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The Empress's Apanage
834

Elisabeth ("Sisi"), Empress of Austria (1837-1898). Autograph receipt signed ("Elisabeth"). Vienna, 17. XI. 1855. Vienna, 17. XI. 1855. Folio. ½ p.

EUR 6,500.00

A receipt for the Imperial Court's Disbursements Bureau: confirms having received her monthly apanage of 8333 guilders and 20 kreuzers (her allowance for November 1855 out of a guaranteed yearly "Spenadelgeld" of 100,000 guilders). These funds, essentially the Empress's allowance for all her private expenditures, had formed an explicit part of the marriage contract. This is a particularly early example, signed but one and a half years after her wedding with Emperor Franz Joseph. - Folded; archival notes. Very rare: the records of the Court's Disbursements Bureau were discarded in 1923.

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835

Ernst August I., König von Hannover, Duke of Cumberland (1771-1851). Eigenh. Anweisung mit U. St. James's Palace, [London], 15. IX. 1815. St. James's Palace, [London], 15. IX. 1815. ½ S. 8vo.

EUR 400.00

The Duke of Cumberland wishes Mr Bridge to send him a badge of the new Guelph Order for a Waistcoat Ribband the same size as that he has of the Bath order, the one Mr. Bridge has sent him this Morning cannot conveniently be taken off and used as a Waistcoat now without spoiling the Ribband [...]. - Der fünfte Sohn von King George III. wurde 1799 der erste Herzog von Cumberland und Teviotdale; ab 1837 war er regierender König von Hannover. Der Guelphen-Orden war erst im April 1815 vom Prinzregenten und späteren King George IV. gestiftet worden. Ernst August war unter den ersten Trägern des Großkreuzes gewesen.

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Muslim Pirates of Tunesia
836

Eugene, Prince of Savoy, commander and statesman (1663-1736). Letter signed ("Eugenio di Savoya"). Vienna, 27. III. 1728. Vienna, 27. III. 1728. Folio. 1 p.

EUR 6,500.00

To the bailo (bailiff) Portocarrero in Palermo, discussing the delicate matter of arresting a Tunesian pirate in Messina, and the advice of Simon Pilarino (d. 1733), Austria's capable consul in Tunis: "Illustrissimo, et eccellentissimo signore mio osservantissimo. Accuso la ricevuta dal foglio comp.mo di Vostra Eccellenza in data delli 19 scaduto con la copia di lettera statale scritta da Tunisi dal Console Pilarino circa il far' arrestare un corsaro Tunesino à titolo di represaglia, il quale si trova in Messina, et è si vero, che cose simili sono delicate, suà commettendo quei Barbari molti accessi, e quando non siano per attenersene, ben si potrebbero usare repressaglie, come in effetto esso Console Pilarino non è fuori di ragione; tuttavia però si scriverà fratanto nuovamente al Residente Console in Constantinopoli di farne l' ulteriore rappresentanza, affinche la Porta vi dia l'opportuna providenza. Nè altro potendo per ora replicare à Vostra Eccellenza sopra tal' affare, staro nel mentre in attenzione di molti suoi ambiti comandi, e con rinovarle la mia costante vera osservanza, rimango per essere sempre di Vostra Eccellenza affettuosissimo et obbligatissimo servitore [...]". - Oriental matters were the precinct of the Imperial War Council, over which Prince Eugene presided, thus uniting the offices of Minister of War and of Foreign Affairs. The Tunesian corsairs were pirates and privateers who operated from the North African "Barbary Coast", in particular the ports of Algiers, Tunis, and Tripoli. In addition to seizing ships, they engaged in raids on European coastal towns and villages, mainly in Italy, France, Spain, and Portugal, capturing Christian slaves for the Ottoman slave trade as well as the general Arabic market in North Africa and the Middle East. Following the Treaty of Passarowitz, Emperor Charles VI had in 1725 entered into a Treaty of Peace and Navigation with Tunis: captured ships and their enslaved crew were to be released; navigation and use of ports was to be unrestricted for all Imperial subjects. The present communication is part of the larger context of an affair that would trouble Tunesian-Imperial relations for years to come: earlier that year, the corsairs had captured a Venetian ship (not protected by the 1725 treaty) which, however, foundered near Catania in a storm. Although the Tunesian crew were equipped with passports issued by the Imperial consul, the Sicilians stole their prize and arrested the Muslims, whom they subsequently sold as slaves - a breach of international law which, outrageously, found approval with the maritime court of Messina. To avert massive retribution by an immediate all-out corsair raid on Sicilian and Neapolitan ships and ports, Pilarino had to bribe his way to an audience with Hussein Bey and arrange a Tunesian mission to Vienna, where an envoy might formally put forth the Bey's complaints - a visit which eventually took place in 1732/33.
¶ Cf. Benedikt, Das Königreich Neapel unter Kaiser Karl VI. (Vienna 1927), pp. 297-299, 318-330.

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837

Ferdinand I., König beider Sizilien, als Ferdinand IV. König von Neapel (1751-1825). Schriftstück (auch die U. von Sekretärshand, nur das... obere Datum eigenh.?). Neapel, 4. VII. 1786. Neapel, 4. VII. 1786. 2 SS. 4to.

EUR 400.00

An Louis XVI., ein Beglaubigungsschreiben für den Marquis de Circello: "Monsieur Mon Frere, et Cousin. Le bien de mon service m'ayant determiné de destiner pour mon Viceroy en Sicile le Prince de Caramanico Ambassadeur Extraordinaire auprès de V. M.; Je me suis empressé de lui donner un successeur qualifié à tous les egards pour cultiver et consolider l'amitié, qui subsiste si heureusement entre Moy, et V. M. fondée sur les liens du Sang, qui nous unissent, et sur la reciprocité de Nos interets. J'ai nommé pour cet objet si important, et si cher à mon Coeur Le Marquis de Circello Brigadier dans mes Armées, Gentilhomme de ma chambre, et cy devant mon Ministre Plenipotenciaire auprès de la Cour Imperiale de Vienne, pour resider auprès de V. M. avec le Caractere de mon Ambassadeur Extraordinaire, dont je l'ai revetu […]".

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838

Ferdinand Karl von Österreich-Este, Erzherzog (1754-1806). Brief mit eigenh. Courtoisie und U. ("Votre affectioné... Ferdinand"). Bruck [an der Mur?], 30. I. 1800. Bruck [an der Mur?], 30. I. 1800. 2 SS. auf gefalt. Doppelblatt. 4to.

EUR 850.00

An einen nicht ermittelten Freiherrn, auf der Suche nach einem geeigneten Buchhalter für das Anwesen seiner in Ausschweifungen verfallenden Tochter Maria Leopoldine, der jungen Kurfürstenwitwe von Bayern: "Monsieur le Baron! À l'occasion, que j'ai vu à Brugg le Comte Cristalnigg, Grand Maitre de ma Fille l'Electrice Douairière de Bavière, j'ai été empressé de demander compte de votre santé, me resouvenant toujours avec bien de la reconnaissance des attentions, que vous aves bien voulu témoigner à mes autres enfans, lors de leur sejour à Leybach, dans les malheureuses années 1796 et 1797. En le chargéant à son retour de vous faire mes complimens, je l'ai chargé en outre, de cette lettre persuadé de ne pouvoir mieux m'adresser, pour la demande suivante. Le Comte Cristalnigg, dont la santé m'interesse infiniment de menager possiblement, pour les services importans, qu'avec un devouément complet, il rend auprés de ma fille; m'a avoué l'embarras, et perte de tems, que lui cause, la revision materièlle, et en detail des comptes de la maison de ma fille. En consequence il a été reconnue, et fixée la convenance, de chercher un teneur de livres, ce qu'on appelle en allemand 'Buchhalter' que M. le Comte Cristalnigg pourroit charger de cette besogne deux fois par mois, que d'aprés les regles établiès se forment les comptes de la maison de ma fille. Comme le Comte Cristalnigg n'a su proposer un sujet à cet object, j'ai pense vous prier de vouloir bien d'accord avec lui, m'indiquer un sujet, lequel on puisse deux fois par mois charger de la revision des comptes ce que je vous demande [...]." - Wohlerhalten.

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839

Ferdinand Maximilian, Erzherzog von Österreich (1832-1867). Brief mit eigenh. U. Triest, 28. II. 1858. Triest, 28. II. 1858. ¾ S. 8vo.

EUR 400.00

An Baron Alfons de Pont, Ministerialrat im k. k. Ministerium des kaiserlichen Hauses: "Die beiliegenden zwei Dienst-Schreiben übersende ich Ihnen zur Aufbewahrung. Das dritte Schreiben samt Einschluß wollen Sie lesen und mir sodann mündlich, oder wenn es dringend wäre, schriftlich Ihre Ansicht berichten […]".

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840

Franz I., Kaiser (1708-1765). Eigenh. Schreiben mit U. ("Francois"). O. O. u. D. 1 S. auf gefalt. Doppelblatt. 4to.

EUR 2,500.00

Bestellt den Empfänger zur Konferenz: "Voyla votre goutachten et jore le lehre samdi a midi et demi quoy que l'Emp. vous a dit hiere quel tienderet demen la conferance a 10 heur en vill elle vien de me dire de vous ecrire de la fere anonse olieu de 10 a 9 heur toujour demen ensi vous pouve conte qua set heur la nous iseron [...]". - Franz Stephan von Lothringen war Ehemann der Maria Theresia, ab 1740 Mitregent in den Habsburgischen Erblanden und seit 1745 als Franz I. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.

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841

Franz II. (I.)., dt./österr. Kaiser (1868-1835). Eigenh. Antwortentwurf mit U. Schönbrunn, 29. V. 1834. Schönbrunn, 29. V. 1834. ¼ S. im Halbbruch (Fragment).

EUR 500.00

Entwurf zu einem vom Sekretär auszufertigenden Handschreiben an Vincenz Eduard Milde (1777-1853), Erzbischof von Wien: "Ich werde sie mit Vergnügen Samstag den 31ten May vormittags von 9 Uhr frühen, wenn es ihnen am gelegensten ist, in Schönbrunn empfangen, und wünsche übrigens daß ihnen die Kur in Karlsbad gut bekomme". - Links im Halbbruch einer Supplik oder eines Berichts Mildes vom 20. Mai, dessen Schluss (von Schreiberhand) noch erhalten: "Ich werde alle wichtigeren Geschäfte auch während dieser Zeit von dort aus selbst besorgen [...]" (darunter Mildes eigenh. Courtoisie und Unterschrift). - Gefaltet.

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842

Franz Josef I., Kaiser von Österreich (1830-1916). Eigenh. Resolution mit U. auf Urlaubsmeldung des Erzherzogs... Albrecht von Österreich-Teschen mit dessen U. Laxenburg, 22. VI. 1858. Laxenburg, 22. VI. 1858. ¼ S. auf gefalt. Bogen, im Halbbruch des Schreibens Albrechts. Folio.

EUR 950.00

Auf das Schreiben des Erzherzogs Albrecht (1817-95), kommandierender General in Ungarn und 1866 "Sieger von Custozza" ("Der allerunterthänigst Gefertigte meldet Euerer Majestät gehorsamst, daß er den allergnädigst gestatteten sechswochentlichen Urlaub Morgen antreten werde, und seinem adlatus Feldmarschall Lieutenant Grafen Haller die Geschäftsleitung beim General-Gouvernement des Königreiches Ungarn übergeben habe", Schloss Weilburg bei Baden, 20. VI. 1858): "Ich habe diese Anzeige zur Kenntniß genommen." - Praesentatum- und Registraturvermerke.

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843

Franz Salvator, Erzherzog von Österreich (1866-1939). Eigenh. Brief mit U. und eh. Empfehlungsschreiben mit... U. Wallsee, 7. XII. 1923. Wallsee, 7. XII. 1923. 3 SS. auf Doppelblatt bzw. 1 S. (Gr.-)8vo.

EUR 450.00

An die Gattin des Malers Hans Stalzer: "Seine Hochwürden P. Abel hat mir vor einiger Zeit Ihren Brief übermittelt. Ich begreife vollkommen den Wunsch Ihres Mannes, in der Ausstellung seiner schwedischen Arbeiten auch Portraits aus dem schwedischen Herrscherhause und vor allem Sr. Majestät des Königs vertreten zu haben. Nachdem ich aber niemand vom schwedischen Herrscherhause zu kennen die Ehre habe, ist es mir nicht möglich direkte diesen Wunsch Ihres Mannes vorzubringen [...]". - Beiliegend das im folgenden erwähnte Empfehlungsschreiben.

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844

Franz Xaver, Prinz von Sachsen (1730-1806). Eigenh. Brief mit U. Oberndorf, 4. VIII. 1793. Oberndorf, 4. VIII. 1793. 2¾ SS. 4to.

EUR 650.00

Les occasions que j'eues de faire Votre connaissance pendant les différents Séjours que j'ai faits à Coblence, et les marques d'Amitié que Vous m'y avés données, m'engagent en ce moment en me rappellant à Votre souvenir de m'entretenir avec Vous sur une affaire qui m'est personelle. C'est au sujet du S. Piautaz, Négociant de Francfort, qui m'est redevable du Montant de 3. Lettres de Change de 9722. Flor: 18. Stüber d'Hollande, que je lui ai endossée à Hettange près de Thionville, sur l'assurance que tant Mr. De Catonne, que surtout Mr. Deville Frésorier de l'Armée des Princes François mes Neveux, m'avoient donnée, de toute la confiance qu'on pouvoit avoir en lui; lesquelles Lettres ce Négociant m'avoit promis de payer déjà dans le Mois de SEptember suivant la reconnoissance qu'il m'en a donnée, ce qu'il n'a pas encore effectué dans ce moment ci, m'alleguant entre plusieurs raisons la plus valable celle de l'impossibilité où il se trouve de payer par les Sommes considérables qui lui sont dues par les Princes; la seule esperance qu'il me donne pour la Rentrée de mes Fonds consiste, en celle que Vous, Monsieur le Comte, étes Depositaire d'une somme assez considérable à la disposition des Princes, somme que ce Négociant m'assurez lui avoir été promise tant de Votre part que de celle des Princes, et qu'il s'engage de liquider sa créance envers moi aussitôt que les Princes ou Vous, Monsieur le Comte, auront sans faits à leur promesse donnée […].

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845

Friedrich III., der Fromme, Kurfürst von der Pfalz (1515-1576). Schriftstück mit eigenh. U. ("Friedrich Pfalzgraf Churfürst")... Heidelberg, 24. VI. 1568. Heidelberg, 24. VI. 1568. ½ S. Folio.

EUR 2,500.00

Unser freundlich dienst auch was wir liebs und guts vermogen allezeit zuvor, erwürdigster besonder lieber freund und bruder. Wir haben zu E[uer] L[iebden] den ersamen, unsern fauth zu Bretheim hoffrichtern und rath Hartmann Hartmanni der Rechten Doctorn, Burggraven zu Alzey Christoff vonn Gottfart, auch ambtmann zu Lautern Friderich Cranzen von Scharpffstein und liebe getrewe, abgefertigt, bey deroselben unendlichst anpringens zuthun, inmassen dieselb von imen vernemenn werden, freundlich und bruderlich bittend sie wollen in erwegung der sachen wichtigkeit, so gmeine des heiligen Reichs, insonderheyt aber dieses unnsers Churfürsten Craisses, E. L. unser und anderer stende wohlfarth berurt, sie unsere gesandten gutwilliglichen anhoren, und sich dermassen erweisen, wie unser bruderlichs vertrauen zu deroselben steht, und wir sind E. L. hinwiderumb freundliche dienst zuertzeigen geneigt, datum Haidelberg den 24. Juni ao etc. 68 Friderich von Gottes gnaden Pfaltzgrave bey Rhein, des heiligen Römischen Reichs Ertztruchsses und Churfürst Herzog in Beyern [...].

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Dein treuer Freund / Friedrich Wilhelm / sonst Fritze für gewöhnlich
846

Friedrich Wilhelm, Kronprinz von Preußen, später als Friedrich III. deutscher Kaiser (1831-1888). Eigenh. Brief mit U. O. O., 14. III. 1846. O. O., 14. III. 1846. 2 SS. auf Doppelblatt mit gepr. Schmuckbordüre. Kl.-12mo.

EUR 1,800.00

Brief des vierzehnjährigen Kronprinzen an seinen Jugendfreund Glassow, geschrieben "Sonnabendfrüh": "Ich habe den Gedanken gefasst daß wir zuweilen Abends zusammenkommen um etwas hübsches zu lesen. Doch überlasse ich es dir gänzlich ob du kommst oder nicht; im Fall du aber kommst, so bring bitte irgend ein Buch mit das dir gefällt, damit wir einige Auswahl haben. Bornemann und Banier habe ich auch eingeladen. Kommst du, so komm bitte um 7 Uhr. Dein treuer Freund / Friedrich Wilhelm / sonst Fritze für gewöhnlich". - Als Friedrich Wilhelm 1888 durch den Tod seines Vaters als Friedrich III. deutscher Kaiser und König von Preußen wurde, war er bereits schwer erkrankt. Er starb nach nur dreimonatiger Regentschaft im Jahr der Thronbesteigung ("99-Tage-Kaiser"); die Thronbesteigung seines Sohnes Wilhelm II. (1888-1918) machte das Jahr 1888 zum "Dreikaiserjahr".

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