Sort by:

[Einblattdruck - Niederösterreich]. Gedr. Steuerzahlungsformular mit einigen hs. Einfügungen. Wien, 6. II. 1538. Wien, 6. II. 1538. 1 S. Qu.-gr.-4to.

EUR 850.00

Ausgestellt für den "Einnemmer" "Wilhalm Hrn. von Puechaim zum Haidnrichstain" (d. i. Wilhelm Hrn. von Puchheim zu Heidenreichstein), Landmarschall in Österreich, und umseitig adressiert an Christoph von Traun, der hierdurch aufgefordert wurde, "jnner dreyen tagen" in Korneuburg vor dem "Einnemmer" zu erscheinen und die "Aussenstände" (Steuerschulden) zu bezahlen. Ansonsten würden dessen "Hab und Güter" verloren gehen, und er selbst würde der "Römischen Kü[niglichen] Mai[estät] sweren ungnad" anheimfallen. - Interessantes Dokument aus der Zeit nach der Ersten Türkenbelagerung 1529, der drei Jahre darauf ein zweiter Vorstoß gefolgt war, in dessen Folge die Habsburger und Sultan Süleyman I. einen Friedensvertrag schlossen, der Ungarn aufteilte: Die Habsburger behielten das sog. Königliche Ungarn (d. i. der Westen Oberungarns), der Rest verblieb unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches; den enormen Kosten, die sowohl die Türkenbelagerung selbst wie auch die anschließende Behebung der Kriegsschäden verursachten, mußte seitens des Landes mit drastischen Mitteln begegnet werden. - Papierbedingt etwas gebräunt und mit kleinen Randläsuren; leicht fleckig und stellenweise mit winzigen Papierdurchbrüchen in den Faltungen. {BN#24178}

Add to shortlist

Eisengrein, Martin. Aurea postilla evangeliorum, dominicalium et festivorum totius anni [...]. Köln, Gerwin Calenius & Johann Quentels Erben, 1573. Köln, Gerwin Calenius & Johann Quentels Erben, 1573. (16), 759, (1) SS. [Dabei:] Aurea postilla evangeliorum, quae festivis diebus per totius anni cursum in ecclesia Dei leguntur. Ebd., 1573. 332, (4) SS. Blindgepr. Schweinslederband der Zeit über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten auf 3 Doppelbünden mit zeitgenöss. hs. Rückenschildchen. 2 intakte Schließen. 8vo.

EUR 850.00

Erste Ausgabe des berühmten Predigtenwerks. Der Stuttgarter Theologe Martin Eisengrein (1535-78), 1558 unter dem Einfluß seines Onkels Jakob Jonas zum Katholizismus konvertiert, wurde 1560 Priester und Domprediger in Wien und folgte 1562 einem Ruf als Prof. der Theologie nach Ingolstadt, wo er mehrmals als Rektor wirkte und auch die dortige Universitätsbibliothek gründete. "1571 erhielt er als erster Propst von Altötting die bischöflichen Insignien. Eisengrein führte zahlreiche kirchenpolitische Aufträge Herzog Albrechts V. von Bayern aus, u. a. trat er 1563/64 in Wien für Laienkelch und Priesterehe ein. Als kaiserlicher Hofprediger in Wien (1568/69) war er für seine volkstümlichen Predigten bekannt. Eisengrein hatte entscheidend Anteil an der katholischen Restauration in Bayern" (DBE). - Der bemerkenswert schön erhaltene Einband zeigt außen eine schmale Rankenwerksrolle, die ihrerseits eine Figurenrolle umschließt; darin im Mittelfeld, oben und unten von kurzen, leeren Querriegeln begrenzt, ein knapper Bogenfries. {BN#18049}
¶ VD 16, ZV 5580. BM-STC German 117. Nicht bei Adams.

Add to shortlist

Herauld, Didier. Adversariorum libri duo. Quibus adiunctus est animadversionum eiusdem... in librum Iamblichi de vita Pythagorae nuper primum editum liber unus. Paris, Jeremias Perier, 1599. Paris, Jeremias Perier, 1599. (16) 183 (recte: 181), (10) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel. Pappband um 1850. Dreiseitiger Rotschnitt. 8vo.

EUR 850.00

Erste Ausgabe dieser Sammlung von 17 textkritischen Aufsätzen. Der französische Philologe und Rechtsgelehrte D. Hérauld (1575-1649) war seit 1598 Professor für Gräzistik an der protestantischen Akademie in Sedan. - Zahlreiche längere Passagen in griechischer Sprache. Der Titel verso mit Exlibris der Dillenburger Bibliothek der Fürsten von Oranien-Nassau. Titel gestempelt. Papierbedingt durchgehend gleichmäßig gebräunt. {BN#17181}
¶ BM-STC French 222. Adams H 291. Hoefer XXIV, 268.

Add to shortlist

Ado von Vienne. Breviarium chronicorum ab origine mundi ad sua usque... tempora, id est, ad regnum Ludovici Francoru[m] regis cognomento Simplicis, An. Domini 1353. Basel, (Peter Perna), 1568. Basel, (Peter Perna), 1568. 236 (falsch: 226), (36) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel und siebenzlg. figuraler Holzschnittinitiale. Spät. Pergamentband mit Bindebändern. 8vo.

EUR 850.00

Erste Einzelausgabe der Weltchronik des Ado, im 9. Jh. Erzbischof von Vienne bei Lyon. "[Gehet] von der Schöpfung der Welt bis 874 [..., ist] aber von einer andern Hand bis 879 fortgesetzt worden. Es ist in den ältern Zeiten sehr kurz; die Geschichte der Fränkischen Könige der ersten Linie ist aus den Gestis regis Francorum entlehnet, in den neuern Nachrichten aber wirft man ihm viele Fehler vor" (Jöcher/A.). Erstmals 1522 in Paris separat gedruckt; nach einer weiteren Pariser Ausgabe von 1561 stellt die vorliegende, von Guillaume Morel besorgte die dritte Einzeledition dar. - Sehr sauberes, wohlerhaltenes Exemplar; am Titel Ausscheidestempel der Stadtbibliothek Douai. {BN#18265}
¶ VD 16, A 286. Adams A 153. Jöcher/A. I, 229. Nicht bei BM-STC German.

Add to shortlist

[Maximilian II.]. Ordnung und Generalmandat, zu Abstellung des schedlichen Fürkhauffs,... im Ertzherzogthumb Osterreich Ob der Enns, etc. Wien, Caspar Stainhofer, 1571. Wien, Caspar Stainhofer, 1571. 8 nicht numerierte Bll. Mit einer Holzschnittvignette und zwei kalligraphischen Holzschnittinitialen. Roter Pappband. Folio.

EUR 850.00

Seltene Verordnung Kaiser Maximillians gegen den Aufkauf von Waren des täglichen Bedarfs ("Getraidts, auch anderer Victualien") und anschließenden Preiswucher mit denselben. - Nicht in BSB oder ÖNB, auch über einschlägige Verbundkataloge (KVK, OCLC) kein Exemplar nachweisbar. Nicht auf dt. Auktionen seit 1950; einziger Nachweis blieb für uns das von Gilhofer & Ranschburg im Jahr 1926 angebotene Exemplar. {BN#11954}
¶ Gilhofer (Newe Zeytungen) 177. Nicht im VD 16. Nicht in Hohenemser (Slg. Freytag). Nicht in Halle.

Add to shortlist

[Niederösterreich, Stände]. Newe Hilff unnd Bewilligung der Romischen Ku. Mt.... unnserm allergenedigisten Herrn, von den Ständen ainer Ersamen Landschaft des Ertzhertzogthumbs Osterreich under der Enns, auf das Tausent Fünfhundert und Sibenundfünfzigist Jar, neben anderer Irer hilff, Irer May. und dem Vatterland zu nutz und wolfart gehorsamblich bewilligt Neue Hilfe und Bewilligung der Römischen Königlichen Majestät, unserm allergnädigsten Herrn, von den Ständen einer Ehrsamen Landschaft des Erzherzogtums Österreich unter der Enns auf das Tausendfünfhundertundsiebenundfünfzigste Jahr [...] bewilligt. Wien, [Raphael Hoffhalter u. Kaspar Kraft], 10. XI. 1556. Wien, [Raphael Hoffhalter u. Kaspar Kraft], 10. XI. 1556. 4 nicht numerierte Bll. Mit einer Holzschnittvignette und 18 kalligraphischen Holzschnittinitialen. Roter Pappband. Folio.

EUR 850.00

Einzige Ausgabe dieser Sammlung von Verordnungen der niederösterreichischen Stände, u.a. die Abgabenregelung für fahrendes Volk ("Spielleut, Pheiffer, Geyger, Singer, Leyrer, Sackppheiffer, Schalmeyer [...] Gaugkler und Springer") betreffend. {BN#11957}
¶ VD 16, N 1666. Nicht in Hohenemser (Slg. Freytag). Nicht in Halle u. Gilhofer (Newe Zeytungen).

Add to shortlist

Vives, Juan Luis. Colloquia sive Exercitatio latinae linguae. Nürnberg, Paul Kauffmann, [1594]. Nürnberg, Paul Kauffmann, [1594]. 302, (34) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel und einigen ornamentalen Initialen in Holzschnitt sowie einer schematischen Holzschnittillustration. Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit schöner Deckelblindprägung und hs. Rückenschildchen. 8vo.

EUR 850.00

Eines der am häufigsten gedruckten Schulbücher; erstmals 1539 in Paris gedruckt; Estelrich zählt bis ins 18. Jh. über 200 Ausgaben. "25 Schülergespräche, die an Auflagenzahl, Kommentierungen und Übersetzungen gemessen, sich in ganz Westeuropa größter Beliebtheit erfreuten. [...] Das Werk ist Philipp II. gewidmet und soll Knaben zum Erlernen der lateinischen Sprache dienen, deren Kenntnis erst den Zugang zur Wissenschaft eröffne, wie es im Widmungsbrief des Verfassers heißt" (Brüggemann). Juan Luis Vives (1492-1540) war einer der berühmtesten spanischen Humanisten und Pädagogen; mit Erasmus und Budaeus bildete er das literarische Triumvirat seiner Zeit. 1523-28 war er Erzieher am Hof Heinrich VIII. von England und seit 1528 bis zu seinem Tode schriftstellerisch in Brügge tätig. "Seine Hauptbedeutung liegt in seinen pädagogischen Schriften. Im Allgemeinen lassen sich fast alle leitenden Principien der neuen Pädagogik auf Vives zurückführen, aber hoch überragt dieser die meisten Pädagogen durch die Betonung der Einheit von Unterricht und Erziehung" (Wetzer/W. XII, 1024ff.). - Die vorliegende Bearbeitung ist mit einem Kommentar und Worterklärungen (teils mit deutschen Übersetzungen) zu jedem Schülergespräch versehen von Johann Thomas Freige (1543-83), einem Philosophen und Anhänger des Ramus, geboren in Freiburg und längere Zeit in Basel tätig (vgl. ADB VII, 341ff.). Solche Kommentierungen waren für Vives' "Exercitatio" typisch: "Vives beabsichtigte mit seinem Werke, den Schülern für den gesamten Bereich des täglichen Lebens in Schule und Haus bis in die kleinsten Teile hinein mit den richtigen lateinischen Bezeichnungen an die Hand zu gehen, und er zog deshalb mit peinlicher Sorgfalt alle nur denkbaren Dinge und Verhältnisse in die Gespräche hinein. Wenn der Sprachschatz seiner Zeit erschöpft war, holte er neues Material aus den technischen Schriften der Alten; genügte das Lateinische nicht, so wurde das Griechische herangezogen und, wo auch dieses nicht ausreichte, zu neuen Bildungen nach der Analogie geschritten. Diese wohlanzuerkennende Absicht des Humanisten, eine möglichst weitgehende praktische Verwendung der lateinischen Sprache zu ermöglichen, brachte aber auch einen Vives nicht ohne Grund zum Vorwurf gemachten Uebelstand mit sich, dass nämlich die Lektüre der Schrift durch die fast erdrückende Fülle des Materials zu sehr erschwert wird. Um das Verständnis zu erleichtern, [...] schrieb [man] Erklärungen der schwierigen Worte und Stellen, oder man setzte neben den lateinischen Text eine Uebersetzung in der Sprache seines Landes" (Bömer, 163ff.). - Neuausgabe der 1582 bei Gerlach gedruckten Ausgabe durch Paul Kauffmann (1568-1632), der die Berg-Gerlachsche Offizin 1594 übernahm (vgl. Benzing 363). - Mit der Holzschnittillustration zum "Zwölfstein"-Brettspiel in Freiges Glosse zum sechsten Dialog. Einband etwas wellig; der Rücken alt mit dekoriertem Papier überzogen. Kl. Wurmspur in den ersten 3 Bll. (kein Textverlust). Alter hs. Besitzvermerk am Titel (gelöscht). Gutes, sauberes Exemplar. Selten; Nachweise über VD 16 nur in Göttingen und Jena. {BN#3851}
¶ VD 16, ZV 19482. Bömer, Schülergespräche II, S. 166, Nr. 59. Vgl. Adams V 969 (Nbg., Gerlach, 1582). Vgl. Brüggemann I, 1221, 428 (Ausg. Basel, 1539).

Add to shortlist

Stigel, Johann. De vera consolatione elegia. Jena, Thomas Rebart, 1559. Jena, Thomas Rebart, 1559. (8) SS. Papierner Heftstreifenrücken. 4to.

EUR 850.00

Seltene humanistische Elegie auf Christi Himmelfahrt; eine von zwei Druckvarianten im selben Jahr. - Minimal braunfleckig; kl. Wurmspur. Wohl einem altem Sammelband entnommen; am Titel alte hs. Numerierung "18". {BN#44945}
¶ VD 16, S 9121.

Add to shortlist

Whitaker, William. Disputatio de Sacra Scriptura; contra huius temporis papistas,... inprimis Robertum Bellarminum Jesuitam, pontificium in Collegio Romano; & Thomam Stapletonum. Herborn, Christoph Rab, 1590. Herborn, Christoph Rab, 1590. (26), 811, (23) SS., 2 l. w. Bll. Mit 2 versch. Druckermarken am Titel und am letzten Textblatt verso. Rot eingefärbter flexibler Pergamentband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden. Verblaßter dreiseitiger gesprenkelter Rotschnitt. Reste von Bindebändern. 8vo.

EUR 850.00

Erste in Deutschland gedruckte, insgesamt zweite Ausgabe (EA Cambridge 1588). Der englische Theologe William Whitaker (1548-95), ein Vertreter der calvinistischen Prädestinationslehre, tat sich als Gegner des Katholizismus hervor, insbesondere von Robert Bellarmin. Ebendieser Gegner jedoch bewunderte den Cambridger Theologen derart, daß er sogar dessen Portrait in seinem Studierzimmer aufhängte (vgl. DNB XI, 22). - Unterschiedlich gebräunt und teils auch wasserrandig. Mehrere Anstreichungen von alter Hand. Am Titel hs. Besitzvermerk der Wiener Unbeschuhten Augustiner (Mitte 18. Jh.); am vorderen Innendeckel deren hs. Signaturvermerk, am Rücken Spuren des Signaturetiketts. {BN#22961}
¶ VD 16, W 2350. BM-STC German 912. Adams W 86.

Add to shortlist

Chacon, Pedro. De triclinio, sive de modo convivandi apud priscos... romanos, & de conviviorum apparatu. Accedit Fulvii Ursini appendix, & Hier. Mercurialis De accubitus in coena antiquorum origine, dissertatio. Amsterdam, Hendrik Wetstein, 1689. Amsterdam, Hendrik Wetstein, 1689. 12mo. (10), 445, (23) pp. T. p. printed in red and black. With additional engr. t. p., 6 engr. plates (5 folding), and 15 engravings in the text (12 full-page, 1 repeated, 1 with blank verso). (Bound with) II: Tomasini, Giacomo Filippo. De tesseris hospitalitatis liber singularis. Amsterdam, Andreas Fries, 1670. (10), 227, (25) pp. With engr. frontispiece, engr. title vignette, 12 engravings in the text (7 full-page), and 2 engr. folding plates. (Bound with) III: The same. Titus Livius Patavinus. Ibid., 1670. With engr. title vignette, folding engr. plate, and 1 engr. coin in th text. Contemp. vellum.

EUR 900.00

Charming Dutch pocket edition of three works of ancient history, all profusely illustrated, including two treatises on gastronomy and hospitality. - I: Later edition of this well-known work on Roman table manners, first published in 1588. Also contains relevant material from Ovid, Terence, and Propertius. "On trouve dans cet ouvrage des documents fort intéressants sur les festins des anciens Romains et sur les moeurs épulaires de ce peuple" (Vicaire). This classic, compiled by the priest Petrus Ciacconius (1525-81), was variously reprinted until the mid-18th century. - II: "A book which deals with the tokens and traditions of hospitality - religious, social and commercial" (Simon). The "tesserae hospitalitatis" were broken coins of tablets which were joined again as a proof of authority or friendship. "Quest' operetta è stampata con eleganza di tipi, e colle tavole diligentemente intagliate, e stampate fra il testo" (Cicognara). - III. Added to this is Tomasini's Life of Livy, frequently bound with his "Tesserae". Giacomo Filippo Tomasini "avait une saine érudition, et lutta contre le mauvais goût du temps en opposant Pétrarque à Marini" (Hoefer). - Binding slightly spotty. Title page and flyleaf have library stamp of the Cöllnische Gymnasium. {BN#25654}
¶ I: Vicaire 174. Brunet VI, 29179. Ebert 4242. Cf. Simon 344 (1644 ed.). Horn/A. 32 (1590 ed.). - II: Cicognara 1808. Jöcher IV, 1156. Drexel 852 (cites 7 engravings only). Horn/A. 205. Simon 1466. - III: Schweiger II, 557. Horn/A. 205 (note).

Add to shortlist

Robortelli, Francisco. De artificio dicendi. Eiusdem tabulae oratoriae. Bologna, Alessandro Benacci, 1567. Bologna, Alessandro Benacci, 1567. 4to. 52, 20, 32, [18] ff. With woodcut printer's device on t. p. and numerous figural woodcut initials. 18th century calf with gilt-stamped title to gilt spine. Edges in red.

EUR 900.00

In-depth discussion of Aristotle's Rhetoric and Poetics with numerous analyses of famous classical orations in schematic tables. Ancient rhetoric was one of the pillars of Italian Humanism. - The Humanist and critic F. Robortelli from Udine (1515-67), known as "Canis grammaticus" ("grammatical hound") due to his irascible temper, was professor of ethics, classical languages, and philosophy in Lucca, Pisa, Venice, Padova, and Bologna. Apart from preparing numerous editions of the classics, he rendered outstanding services to philology as a father of scholarly text criticism and emendation. - With contemp. ms. owner's mark on t. p.: "Sum Augustini Weijdperger, ex dono excellentiss. viri Dm. M. Nicolai Renner", and ms. mark of the St. Hippolyt Piarists' library (dated 1754). Pastedown with exlibris "Bibliotheca Collegii Cremsensis". - First initial with contemp. coloring in red. Spine and top spine-end damaged; front hinge slightly cracked. Some brown-spotting; altogether a good copy. Rare; no copy in America (cf. OCLC). {BN#3396}
¶ Adams R 619. BM-STC Italian 557. Edit 16, CNC 32419. Hoefer XLII, 447: "Très rare".

Add to shortlist

Hus, Jan. [Historia et monumenta.] Monumentorum Iohannis Hus, altera pars.... Additae sunt narrationes de condemnatione iniustita, et indigno supplicio Ioannis Hus et Hieronymi Pragensis, ab incertis authoribus [...] conscriptae et publicatae. Quae secunda parte comprehenduntur, versa pagina docebit. Nuremberg, Johann Vom Berg (Montanus) & Ulrich Neuber, 1558. Nuremberg, Johann Vom Berg (Montanus) & Ulrich Neuber, 1558. Folio. (2) ff., CCCLXVI pp., (1) f. With 2 woodcuts, printer's device, and several large initials. Contemp. blindstamped pigskin over wooden boards with original blind-tooled boss fittings on front cover.

EUR 950.00

Part two of the first large collection of writings by and about Hus. - Slightly browned; some dampstaining throughout. Restored: spine rebuilt with remains of original calf spine glued on top; modern endpapers; some modern reinforcements to margins and gutter of first and last leaves. Wants all brass fittings on back cover and a clasp. {BN#25805}
¶ VD 16, H 6154. BNHCat H 635.

Add to shortlist

Maior, Johann. Elegia sive votum pro illustrißima principe Sophia, illustrißimi... principis ac ducis Christiani, Electoris Saxoniae, etc. gravida coniuge, et gratulatio pro nata nuper eidem filia, Dorothea. Item elegia de terrae motu. Wittenberg, Christoph Axin, 1591. Wittenberg, Christoph Axin, 1591. (12) SS. Mit Titeleinfassung in Holzschnitt; Text ebenso durchgehend von Holzschnittbordüre eingefaßt. Papierner Heftstreifenrücken. 4to.

EUR 950.00

Seltenes Festgedicht auf die Geburt der Dorothea von Sachsen (1591-1617, später Äbtissin von Quedlinburg), Tochter des Christian I. von Sachsen und der Sophie von Brandenburg. Am Schluß ein dreiseitiges Gedicht auf das Erdbeben vom 5. September 1590, das Ostmitteleuropa von Österreich bis Sachsen erschütterte. - Der Theologe und Humanist Johann Major (1533-1600) aus St. Joachimsthal studierte in Wittenberg und wurde 1558 in Frankfurt am Main zum Poeta Laureatus gekrönt. "Die kryptocalvinistischen Streitigkeiten führten ihn auf die Seite der Philippisten, als deren eifriger Vertreter er die Lutheraner heftig befehdete, sein Spott erging sich gegen sie besonders in satirischen Gedichten [...] Wegen seiner beständigen Befehdung der Concordienformel verwies man ihn 1586 von der Wittenberger Universität. Dank dem in demselben Jahre eingetretenen Thronwechsel durfte er zwar wieder zurückkehren, wurde aber als Kryptocalvinist 1591 von neuem eingekerkert. 1593 erscheint er wieder auf freiem Fuße und verlebte seine letzte Lebenszeit als Privatmann" (ADB XX, 111). - Wohl einem altem Sammelband entnommen; am Titel alte hs. Numerierung "12". Papierbedingt gleichmäßig gebräunt; gutes Exemplar. {BN#44942}
¶ VD 16, M 305/306.

Add to shortlist

Boniface VIII. Sextus decretalium liber. Paris, Claude Chevallon, 1537. Paris, Claude Chevallon, 1537. 8vo. (8), 216 ff. Stipple-engraved printer's device on title page and several prettily historiated initials. Contemp. blindstamped pigskin on 3 raised bands. Wants ties.

EUR 950.00

Well-printed Paris edition of the "Liber Sextus Bonifacii", the collection of medieval canon law that formed the third part of the Corpus Iuris Canonici. One of the last productions from the press of the Parisian stationer, printer, and bookbinder Claude Chevallon (1479-1537). - Early ink ownership "Joan. Christoph Schwarz" to title page and notes to final flyleaf. Wants first flyleaf; upper pastedown shows traces of a removed bookplate. Some browning; corners wrinkled; a few thumb indexes torn out. The blind-stamped roll tools on the binding are signed "H.S.", possibly with the date "[15]14" (not recorded in Haebler). {BN#46741}
¶ This edition not in Adams or BM-STC French.

Add to shortlist

Nigrinus, Georg. Papistische Inquisition und gulde[n] Flüs der Römischen Kirchen.... [Strasbourg, B. Jobin], 1589. [Strasbourg, B. Jobin], 1589. Folio (225 x 320 mm). (40), 740, (18) pp. T. p. printed in red and black. With 30 large portrait woodcuts by Tobias Stimmer within the text. Contemp. blindstamped pigskin over wooden boards on 5 raised double bands (restored).

EUR 950.00

Second edition of this caustic Papal history (first published in 1582), written by "one of the vilest polemicists of his century" (cf. Goedeke). Stimmer's fine portraits of apostles and popes (after Onuphrius Panvinius and others) are surrounded by allegorical and ornamental borders and were first used (also by Jobin) in 1573. - Rather browned and occasionally slightly waterstained; early and final pages show more significant staining and remargining. Some edge demage to t. p. Blindstamped binding (rollstamped with allegories of the Virtues) rubbed and stained, rebound using original material (new endpapers). {BN#26546}
¶ VD 16, S 4646.

Add to shortlist

Dionysius Carthusianus. In quatuor evangelistas enarrationes. Köln, Peter Quentel, (25. I.) 1532. Köln, Peter Quentel, (25. I.) 1532. (8), CCCLXXXIII [recte: 381], (1) Bll. Mit breiter figürlicher Titelbordüre, Holzschnittwappen am Titel verso und einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen von Anton Woensam von Worms. (Beigebunden): Ders. In omnes beati Pauli epistolas commentaria. Ebd., (10. III.) 1532. (6), CXL [140] Bll. Mit breiter figürlicher Titelbordüre und einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen von A. Woensam. Blindgeprägter dunkelbrauner Lederband der Zeit über Holzdeckeln. Reste von Schließen. Folio.

EUR 950.00

Erste Ausgaben dieser Bearbeitungen. Woensams schöne Titeleinfassung (am Titel der Beibindung wiederholt) zeigt den thronenden himmlischen Vater, die Evangelisten und Kirchenväter sowie die Ekstase des Karthäusers Dionysius. Der heraldische Holzschnitt am Titel verso zeigt das Wappen des Heinrich VIII. von England. - Der blindgeprägte Einband (am Deckel der Verfasser und das Bindejahr "1537"; vierfache Bordüre mit verschiedenen Knospenstempeln) berieben und beschabt; kleinere Kapitalläsuren fachmännisch ergänzt. Leicht gebräunt; am Anfang und Ende mit kl. Wurmspuren. Titel etwas fingerfleckig; hs. Besitzvermerk "Monasterii Planicensis" (dat. 1645). {BN#18482}
¶ I: VD 16, D 1917. Adams D 579. IA 154.026. Merlo 1033, 412 und 1061, 472. - II. VD 16, D 1868. IA 154.025 (nur 3 Ex. in Amsterdam UB, München SB und Wolfenbüttel HB). Merlo 1033, 412. Vgl. Adams D 593 (nur Ausg. 1533). Beide Werke nicht im BM-STC German.

Add to shortlist

[Vienna - Meat statutes. Rudolf II., Emperor]. Vermerckht die Ordnung unnd FleischSatzung, wie nun fürohin... ain unnd die andere sorten Fleisch, sambt dem Centen Inßlet, allhie in der Statt Wienn unnd auch im gantzen Landt, vermüg deßwegen außgangnen Khayserliches Generals, datiert Wienn den 24. Martii, des 1600. Jars, biß auf weittere Resolution unnd verordnung, hingeben und verkaufft, auch durch die Obrigkhaiten aller Orten würckhlich unnd Ernstlich darab handt gehabt werden solle. [Vienna], no printer, (1600). [Vienna], no printer, (1600). Broadsheet, c. 385:520 mm. Traces of folds. Mounted on red satin.

EUR 950.00

Rare Vienna meat statutes dated 24 March 1600, regulating the prices of meat in Vienna, the suburbs, and Lower Austria. - Occasional paper defects, otherwise clean and well-preserved. {BN#24494}

Add to shortlist

Rudolf II, Emperor. Printed mandate about the currency. Vienna, 20. IX. 1584. Vienna, 20. IX. 1584. Broadsheet. 1 p. Oblong folio (515 x 386 mm). With papered red wax seal. Folded.

EUR 1,000.00

An ordinance outlawing Hungarian "Dreyer" coins (denars) in Lower Austria: within three months, all such coins had to be changed into Austrian currency at a rate of one "Dreier" to 2½ Viennese pfennigs. - Signed in their own hand by the Lower Austrian Deputy Governor Oswald Baron Eytzing, by the chancellor Dr. Gregor von Ödt, by Eustach von Althan, and by Dr. Elias Corning. {BN#24537}
¶ Starzer, Regesten aus dem k. k. Archiv für Niederösterreich (1906), Nr. 5564.

Add to shortlist

[Tradel, Georg]. Der Herren Pfleger und Gehaimen Rät des heyligen... Reichsstatt Augspurg. Warhaffter gegenbericht, der Augspurgischen Händel und gegründte widertreybung D. Georg Müllers nechstverschinen 1586. Jars in Truckh außgetrewten Famos gedichts. Augsburg, Valentin Schönig, 1587. Augsburg, Valentin Schönig, 1587. (104) Bll. Titel in rot und schwarz. Schwarz gefärbter flexibler Pergamentskriptband der Zeit auf 3 durchzogenen Bünden mit goldgepr. Deckelfileten, Eckfleurons und Ornamentstempel an den Deckeln sowie hs. Rückenschildchen. Bindebänder fehlen. 4to.

EUR 1,000.00

Seltene Druckvariante der Erstausgabe mit rot-schwarz gedrucktem Titel. Über VD 16 nur 3 Exemplare dieser Variante nachweisbar (Göttingen, Jena, ÖNB). - Offizielle Gegendarstellung des Augsburger Rates zur im Vorjahr erschienenen Schrift "Augspurgische Händel" des ehemaligen Augsburger Pastors und Superintendenten Georg Mylius (eigtl. Müller, 1548-1607). Die Stadt wehrt sich gegen die darin erhobenen Vorwürfe und rechtfertigt die Ausweisung des protestantischen Theologen: Mylius hatte sich, als Papst Gregor XIII. 1582 den gregorianischen Kalender verordnete und Augsburg aus Kaisertreue die Reform übernahm, an die Spitze der örtlichen protestantischen Widerstandsbewegung gestellt, die den neuen Kalender zumindest für das Kirchenjahr boykottierte. "Darüber erbost, ließ der [Augsburger] Senat [Mylius] durch Bewaffnete aus der Stadt bringen, aber die Bürger befreiten ihn und führten ihn im Triumph zurück. Doch wurde er gezwungen, am 28. Mai 1584 die Stadt zu verlassen. Mylius wandte sich nach Ulm, wo er freundliche Aufnahme fand [...] Im Juni 1585 [folgte er] einem Rufe als Prediger und Professor in Wittenberg" (ADB 23, 143). Verfasser ist lt. Holzmann/B. der Augsburger Jurist Georg Tradel (1530-98; vgl. Jöcher IV, 1291). - Hinterdeckel und letzte Bll. mit kl. Wurmgang. Titel mit alter hs. Datierung "1637". Rücken mit Spuren alter Kalkung; das ursprüngliche Frakturmanuskript, dessen Tintenlettern mit der Einbandschwärzung reagierten, nunmehr negativ wieder sichtbar, wodurch der Band eine ungewöhnliche, sehr charakteristische Gestalt gewinnt. {BN#20702}
¶ VD 16, ZV 875. BM-STC German 51 (ohne Variantenunterscheidung). Holzmann/Bohatta II, 5559. Vgl. OCLC 65517149 (nur Mikrofilm). Nicht bei Adams.

Add to shortlist

Einband des Eisenacher Lateingymnasiums

Sylburg, Friedrich (Hrsg.). Historiae romanae scriptores latini minores, qui altius exorsi,... augustae historiae aut viam straverunt, aut partem eius aliquam ab urbe condita usque ad sua tempora brevi compendio deduxerunt. Tomus primus. Frankfurt, Andreas Wechels Erben, Claude Marne & Jean Aubry, 1588. Frankfurt, Andreas Wechels Erben, Claude Marne & Jean Aubry, 1588. Nur erster Band (von 2). (8), XXVIII, 590 SS., 591-632 Spp., (1), 633-633 SS., 664-793 [recte: 794] Spp., 794-893 [recte: 894], (4) SS. Mit Holzschnittdruckermarke am Titel und wdh. am letzten Bl. verso. Blindgepr. Schweinslederband (dat. Eisenach 1613) auf 5 Doppelbünden über Holzdeckeln mit abgeschrägten Deckelkanten mit hs. Rückentitel. 7 von 8 ziselierten Messingeckbeschlägen mit Buckeln. 2 intakte Schließen. Dreiseitiger Rotschnitt. Folio (340:220 mm).

EUR 1,000.00

Einzige Ausgabe. - Bedeutende, von F. Sylburg edierte Sammlung von Historikern der "silbernen" Latinität. Mit Textvarianten, reichen philologischen Kommentaren und weiteren Beiträgen. Am Beginn die Fasti Consulares ac Triumphi Acti, von Carl Sigonius ediert und kommentiert. "Sylburg gehört zu den bedeutendsten Kennern der griechischen Sprache und Litteratur, die das 16. Jahrhundert aufzuweisen hat" (ADB). Vom Landgrafen von Hessen mit einem Ehrensold für seine wissenschaftlichen Arbeiten ausgestattet, war Sylburg später in der Heidelberger Bibliothek tätig, wo er den Katalog der griechischen Handschriften erstellte. - Ohne den zweiten Band. 1590 erschien noch ein dritter Band, der die "Scriptores graeci minores" enthielt. - Schöner, annährend zeitgenössischer Rollenstempelband des Eisenacher Lateingymnasiums im alten Predigerkloster: außen eine schmale Köpferolle mit der Bezeichnung "Hei - Dur" (Haebler I, 490, 3), danach ein breiterer Bogenfries, wovon wiederum eine Figurenrolle umschlossen wird (Salvator - Petrus - Paulus - Johannes: Haebler I, 490, 2 = ebd. II, 201: Dr. 134). Im Mittelfeld schöner Plattenstempel (ebd. I, 491, IV): Trinität in Kartusche, unten von Putti gestützt; oben links Wappenschild mit dem Hl. Georg, rechts das neunfach geteilte sächsische Wappen mit Rautenkranz. Über der Platte, getrennt durch mehrere Streicheisenlinien und eine Köpferolle mit Blattwerk (Haebler I, 490, 1?), ein zweizeiliges Textfeld "Schola Isennacen"; unten analog das Bindejahr "1613". Der Hinterdeckel gleichartig angeordnet, jedoch im Mittelfeld anderer Plattenstempel: Crucifixus mit Bundeslade (Haebler I, 490, II), oben monogrammiert "I.W.". Haebler spekuliert, ob hiermit womöglich der Dresdner Meister Jacob Weidlich bezeichnet wird: "Um einen sächsischen Buchbinder scheint es sich nach dem Wappen in Platte IV jedenfalls zu handeln; die selten auftretende Darstellung des hl. Georg in dieser Verbindung würde aber besser zu einem Meister mit diesem Taufnamen gepaßt haben. Dazu kommt, daß Weidlich wohl ein älterer Zeitgenosse des Jakob Krause gewesen ist, während Platte IV noch auf dem Einbande eines Druckes von 1603 [und hier sogar 1613] erscheint. Zu einiger Sicherheit ist jedenfalls darüber nicht zu gelangen" (I, 491). Haebler nennt einen in Zwickau aufbewahrten Band (Zehner, Similitudines biblicae. Leipzig 1603) mit eben demselben verwendeten Stempelmaterial. - Vorderdeckel minimal fleckig; am Hinterdeckel fehlt der untere Beschlag am Rücken; die Prägung jedoch sehr schön erhalten. Innen leicht gebräunt (Titel etwas stärker); einige Marginalnumerierungen des 20. Jhs. (Bleistift und Kugelschreiber) in den Fasti Consulares. {BN#16738}
¶ VD 16, S 10349. Adams S 786. BM-STC German 845. Jöcher IV, 956f. ADB 37, 284.

Add to shortlist