Slezak, Leo, Kammersänger und Filmschauspieler (1873-1946). Eigenh. Brief mit U.

Berlin, 28. IX. 1935.

1¼ SS. 4to. Zusammen mit Ersttagsbrief mit Ersttagsstempel erschienen zum 100. Geburtstag von Leo Slezak.

 380.00

An eine namentlich nicht genannte Adressatin: "Wonnenumloderte Gnädige! - Haben Sie schönen Dank für den lieben Brief - den ich umgehend beantworte - Walter ist schon wieder in Californien - nun werde ich ihn väterlich ermahnen, dass er die [...] Bilder schickt, widrigenfalls er mehrere briefliche Watschen von seinem greisen Vater zu erwarten hat. Das Buch des Engländers habe ich in Wien - wenn ich heim komme werde ich es heraussuchen und Bericht erstatten. Hoffentlich kann ich das mündlich tun, wenn Sie unser lieber Gast sind, und wir Sie in unserem Salon Louis Quatorze dem Fünfzehnten bekannt unter dem Namen Louis Seize - begrüßen dürfen [...]." - Leo Slezak, der "zu den berühmtesten Interpreten der Tenor-Rollen Wagners gehörte" (MGG XII, 767), sang abgesehen von einem dreijährigen Gastspiel an der New Yorker Met seit 1901 an der Wiener Hof- bzw. Staatsoper, die ihm 1926 die Ehrenmitgliedschaft verlieh. Als Filmschauspieler wirkte Slezak zwischen 1932 und 1943 an 42 Produktionen mit, darunter Carl Froehlichs "Es war eine rauschende Ballnacht" mit Zarah Leander und Marika Rökk (1939) und Josef von Bákys "Münchhausen" mit Hans Albers und Brigitte Horney (1943), Slezaks letzte Filmrolle. Sein im Brief erwähnter Sohn Walter übersiedelte 1930 in die USA und erhielt 1936 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er war als Film- und Theaterschauspieler erfolgreich; seine bekannteste Rolle ist die des deutschen U-Boot-Kommandanten in Alfred Hitchcocks "Lifeboat" (1944).

Auf Briefpapier des Berliner Hotels Hessler; leicht fleckig.