Versor, Johannes. Dicta super septem tractatus summularum Petri Hispani cum textu.

[Köln, Heinrich Quentell], 1487.

Folio (277 x 207 mm). 163 (statt 164, fehlt Titelbl.) Bll. (a8-1, b8, c6, d-f8, g-h6, i-l8, m-o6, p8, q6, r-y6.8, z8). Gotische Type, zweispaltig zu 44 Zeilen (Komm. 54-55 Z.), Spatien für einzumalende Initialen. Diagramme auf Bl. b7v und f2r. Blindgeprägter Kalbslederband des frühen 16. Jhs. über Holzdeckeln auf vier Bünden, zweifach gerahmt, beide Deckel außen mit Bordüre, vorn im Mittelfeld Muster aus rhombischen Herzstempeln mit Krone und Blattwerkstempeln; hinten im inneren Rahmen außen quadratische aneinandergereihte Stempel mit Ast und blütenbesetztem Zweig; 1 gepunzter Schließbeschlag (v. 2). Die Innendeckel bezogen mit Fragment aus Conrad Tocklers astronomischer Vorhersage "Judicium Lipsense", Leipzig 1503 oder 1508.

 7,500.00

Zweite bei Quentel gedruckte Ausgabe dieses Kommentars zu den "Summulae logicales" des Petrus Hispanus (Papst Johannes XXI.), mit dem Text dieses für die mittelalterliche scholastische Logik wohl wirkmächtigsten und verbreitetsten Werks. Darin werden "die Formen der dialektischen Disputation vorgeführt [...], anschließend die logica modernorum entwickelt und eine semantische Analyse der aristotelischen Begriffslogik [...] entfaltet" (LexMA V, 544). Die Illustrationen auf Bl. b7v und d4r zeigen jeweils ein logisches Quadrat, die auf Bl. f2r die "arbor porphyriana". Auf Bl. n2v das bekannte Merkgedicht für die Schlussmodi.

Der französische Dominikaner Johannes Versoris (gest. wohl zwischen 1482 und 1485) gilt als einer der bedeutendsten Aristoteleskommentatoren der thomistischen Schule. "Seine Bücher [...] erschienen [...] in den letzten 20 Jahren des 15. bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts, nicht selten ohne Jahr und Druckort, vielfach auch gedruckt bei Heinrich Quentel in Köln, der eifrig thomistische Werke verlegte; sie müssen viel gebraucht worden sein, da von einer Anzahl mehrere Auflagen rasch hintereinander gedruckt worden sind" (ADB 39, 637).

Einband berieben und stellenweise mit Bezugsdefekten; Schließen verloren. Die Innengelenke etwas gelockert; erste vorhandene Seite mit angeklebtem Falz des Vorsatzblattes und minimalem Eckdefekt (kein Textverlust); die letzten Blätter mit kleinen Wurmlöchern. Unterschiedlich gebräunt, zu Anfang auch gering wasserrandig. Einige zeitgenössische Tintenmarginalien (teils bei der Bindung etwas angeschnitten). Über ISTC nur in 18 Bibliotheken nachweisbar, sämtlich in Europa.

H 16036. GW, M50203. BSB-Ink V-154. Ohly-Sack 2909. ISTC iv00238300. Voulliéme Köln 1241. Nicht bei Goff.

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