Wagner, Richard, Komponist (1813-1883). Visitenkarte Josef Standthartners mit einigen eigenh. Zeilen und U. von Richard Wagner.

[Wohl Wien, zwischen 21. II. und 1. III. 1875].

2 SS. Visitkartenformat.

 3,000.00

"Dr. J. Standthartner [dies gedruckt] und Richard Wagner / verte / zu später Abendstunde - die hoch geehrte Brünnhilde zu begrüssen, zu grüssen und zu bitten, uns gut zu sein.

Morgen etwas Probe!" - Das Ehepaar Wagner war im Zuge einer Konzertreise nach Wien und Budapest, um Gelder für das Festspielunternehmen zu erwirtschaften, am 21. Februar in Wien angekommen und hatte in der Wohnung von Wagners Freund Josef Standthartner Quartier genommen. Die Tage darauf waren mit Proben gefüllt, und am 1. März fand das erste Konzert "im übervollen Musikvereinssaal" statt: "Wagner dirigiert mit großem Erfolg zunächst den 'Kaisermarsch' und dann drei Ausschnitte aus der 'Götterdämmerung', gesungen von Amalie Materna (u. a. auch mit Brünnhildes Schlussgesang) und Franz Glatz. Es spielen 108 Musiker der verstärkten Hofopernorchesters" (Eckart Kröplin, Richard Wagner-Chronik, Stuttgart, Metzler, 2016, S. 451).

Die Brünnhilde der vorliegenden Karte, Amalie Materna, war seit dem Jahr zuvor mit Wagner bekannt, der die so sehr schätzte, daß er sie als Brünnhilde für die erste vollständige Aufführung des "Nibelungen"-Zyklus in Bayreuth 1876 verpflichtete. Es folgte eine reiche musikalische Zusammenarbeit der beiden, die bis Wagners Tod 1883 währen sollte. Sie selbst blieb Wagner auch später eng verbunden; ihr Abschied von der Bühne sah sie 1894 als Elisabeth im "Tannhäuser", ihr letzter öffentlicher Auftritt erfolgte 1913 als Kundry in einem Konzert zu Wagners 100. Geburtstag.

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