Adamovich, Ludwig, Jurist (1890-1955). Eigenh. Briefkarte mit U.

Wien, 27. IV. 1950.

1 S. Qu.-8vo. Mit eh. adr. Kuvert.

 50.00

An Josef Wesely.

"[…] Für Ihr freundliches Gedenken bitte ich Sie, meinen aufrichtigsten Dank entgegenzunehmen […]".

Adamovich schloß seine rechts- und staatswissenschaftlichen Studien an der Universität Wien 1913 ab, nahm als Offizier am Ersten Weltkrieg teil und war dann bis 1927 Beamter bei der niederösterr. Landesregierung und im Bundeskanzleramt. Er habilitierte sich 1924 für Staats- und Verwaltungsrecht, erhielt 1927 eine Professur an der Deutschen Universität Prag, im folgenden Jahr an der Universität Graz, 1934 in Wien. 1930 wurde Adamovich Mitglied des österreichischen Verwaltungsgerichtshofs und wirkte maßgeblich an der Ausarbeitung der ständisch-autoritären Verfassung vom Mai 1934 mit. Von 1934 bis 38 gehörte er dem Staatsrat an, seit November 1934 war er auch Mitglied des Bundestags. Anfang 1938 zum Bundesminister für Justiz ernannt, wurde er vom nationalsozialistischen Regime seines Amtes enthoben und in den Ruhestand versetzt. Adamovich war nach seiner Rehabilitation 1945 Rektor der Universität Wien, seit 1946 Präsident des Verfassungsgerichtshofs und entscheidend an der Formulierung der österreichischen Bundesverfassung beteiligt.

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