Krusche, Julius, Erfinder (1878-1954). Teilnachlaßkonvolut bestehend aus Plänen, Entwürfen und Entwurfskizzen, Korrespondenzen, Briefentwürfen, Photographien u. a.

Meist Wien, 1910-1954.

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Wie dem am 14. Februar 1954 im "Neuen Österreich" erschienenen Nachruf zu entnehmen ist, war Krusche von Berufs wegen als Werkmeister der Brown-Boveri AG in Wien tätig. Daneben "steckte [Krusche] das wenige Geld, das er sich von seinem Lohn ersparen konnte, schon zu einer Zeit in Experimente und Versuche, als es noch darum ging, den Sehnsuchtstraum der Menschheit, das Fliegen, in die Wirklichkeit umzusetzen" - das von ihm konstruierte Schwingenflugzeug wurde jedoch ein Fehlschlag. Einer anderen Erfindung Krusches erging es nicht besser: Sein Wasserlaufschuh, ein in alle Teile zerlegbarer Zeltstoffgummiski zum Aufblasen, war - wie einem hier als Durchschlag vorliegenden Protokoll einer Einvernahme zu entnehmen ist - an die Wassersportschule einer Barbara Kögler geliefert worden, sollte sich jedoch als völlig unbrauchbar erweisen. Auch seine Flugmaschine verhalf ihrem Erfinder nicht zu dem Durchbruch, den er sich erhofft hatte. Mehr Erfolg hingegen war Krusche mit der Entwicklung einer Tragflächenform beschieden, die "jahrzehntelang bei verschiedensten Flugzeugtypen Verwendung" fand. Alle erwähnten Erfindungen Krusches sind in vorliegendem Teilnachlaßkonvolut auf vielfältige Weise - als Skizzen, Entwurfszeichnungen, Beschreibungen und Photos bzw. Abbildungen - dokumentiert. Trotz der relativen Fülle an Materialien zu den zwei Herzstücken seiner Erfindungen - der Flugmaschine und des Wasserlaufschuhs samt Spritzwasserschutzhose - bleibt ihr Konstrukteur und seine Persönlichkeit im Dunkel: allein einige Photographien zeigen ihn im Kreise seiner Familie als etwas der Welt und den Seinen entrückten Verwandten.

Zu Krusches Schwingenflugmaschine finden sich hier: I: Entwurfszeichnung. O. O. u. D. 1 S. Qu.-4to. Beiliegend eine Blaupause. II: Entwurfszeichnung. O. O. u. D. 1 S. Folio. III: Patent-Urkunde Nr. 52718. Gedr. Patentschrift mit detaillierter Beschreibung des Flugmaschine und gedr. Entwurfszeichnung. Zusammen 3 SS. OBr. 4to.

Zum Wasserlaufschuh und zur Spritzwasserschutzhose bzw. finden sich Entwurfszeichnungen, Notizen, Korrespondenz, Briefentwürfe, Zeitungsausschnitte u. a. An privaten Dokumenten finden sich Korrespondenzstücke mit Patentanwälten, Krusches ms. Aufzeichnungen über seinen Bruder Maximilian, Sterbeunterlagen zu seiner Gattin Leopoldine u. a. Zusammen 354 Bll. inkl. einiger Doubletten. Schließlich umfaßt vorliegendes Konvolut noch 23 Photographien sowie Krusches und seiner Gattin Leopoldines Mitgliedsausweis beim Touristenverein "Die Naturfreunde".

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