Adler, Friedrich, Schriftsteller (1857-1938). 2 eigenh. Briefe mit eigenh. U.

Prag, 1918.

Zusammen 3½ SS. auf Doppelblättern. 8vo.

 100.00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Im Interesse der Familie Ehler bitte ich um die gefällige Angabe, welche Erben nach Robert Hamerling da sind und wie ihre Adressen sind. Die Familie Ehler glaubt, es sei das Mündel des Dichters Alleinerbin. Frau Ottilie Ehler, die mit Hamerling lange Jahre in Verbindung stand und im Vorjahr verstorben ist, wird Ihnen jedenfalls bekannt sein [...]" (Br. v. 8. XII. 1918).

"Ich danke Ihnen herzlich für die rasche Auskunft, die ich namens der Familie Ehler gestellt hatte. Aber der Verfasser des 'Buchs Hiob' bin ich nicht, sondern der ist Leopold Adler, früher Regisseur in Wien, Bruder des Musikgeschichtslehrers Prof. Guido Adler. Mich selbst dürften Sie vielleicht als den Autor des nach Calderon gearbeiteten Lustspiels 'Zwei Eisen im Feuer' kennen, das im Burgtheater 1900 einen so glänzenden Erfolg gehabt hat. Auch 'DonGil' nach Tirso deMolina wurde an deutschen Bühnen (zum erstenmale im Münchner Hoftheater) mit allgemeinem Beifall aufgenommen. Die Aufführung in Wien scheiterte an Kleinlichkeiten materieller Natur [...]" (Br. v. 15. XII. 1918, mit Namensstempel).

Adler unterhielt von 1891 bis 96 eine eigene Anwaltskanzlei in Prag und war dann Sekretär des Prager Handelsgremiums. Später Mitarbeiter des "Prager Tagblatts" und der "Bohemia", lehrte er romanische Philologie an der Deutschen Universität in Prag, war 1918 Dolmetscher bei der tschechoslowakischen Nationalversammlung und trat als Übersetzer aus dem Spanischen, Italienischen und Tschechischen hervor. In der literarischen Gruppe "Concordia" war er gemeinsam mit Hugo Salus tonangebend. Außer seinen dem Frühnaturalismus nahestehenden Gedichten veröffentlichte Adler auch Dramen.

Stock Code: BN#16831 Tag: