Press archives

Book reviews are listed with our publications.

Several of the collections and archives we offered during the past years generated considerable media attention both at home and abroad. Sometimes this attention proved helpful in selling a formerly unknown or merely unappreciated item. The following list contains most of the press features published about us since the mid-1990s, including not only important events (some comprising more than 50 international news items), but also shorter articles, often concerning a sale remarkable for the price realized.

Themen

Press archives: Antiquaria Ludwigsburg: Luther an Melanchthon

Bietigheimer Zeitung
28.01.2013

**Neben teuren Stücken gibt es auf der Antiquaria in Ludwigsburg auch kleine Kostbarkeiten**

Am Samstag ging die 27. Antiquaria in der Musikhalle zu Ende. Vor allem am Samstag fanden auch Besucher mit kleinem Geldbeutel das ein oder andere schöne Stück.

Wer hat schon 350.000 Euro für einen Lutherbrief oder 75.000 Euro für den Hexenhammer? Und: Wer will das schon? Besucher der Antiquaria mit kleinerem Geldbeutel als potente Sammler wurden an den 56 Ständen mit Tausenden von Exemplaren so dann auch dennoch durchaus fündig. Die Antiquaria erfreute sich generell im 27. Jahr einem ungewöhnlich großen Besucherandrang. Schon in den ersten Stunden wechselte das Gesamtwerk in Erstdrucken und Widmungsexemplaren von Thomas Bernhard den Besitzer für 25.000 Euro, genauso wie das Heidegger-Manuskript für 7500 Euro und das Widmungsexemplar von Boris Pasternak für 8500 Euro. […]

Gabriele Szczegulski
Bietigheimer Kreiszeitung
25.01.2013

Handschrift ist das bisher teuerste Stück der Antiquaria in der Musikhalle in Ludwigsburg

Stolz zeigen Petra Bewer, Veranstalterin der Antiquaria in der Musikhalle, sowie die Antiquare Hugo Wetscherek aus Wien und Thomas Kotte aus Roßhaupten, das gute Stück: Der Brief Luthers an Melanchthon von 1530 kostet 350.000 Euro.

Schon wieder sind es die beiden jungen Antiquare Hugo Wetscherek aus Wien und Thomas Kotte aus Roßhaupten, die das teuerste Stück der Messe Antiquaria in Ludwigsburg anbieten. Vor zwei Jahren war es auch ein Lutherbrief, der für 280 000 Euro verkauft wurde. „Aber der ist noch wertvoller, da er der letzte Brief Luthers an Melanchthon, seinen einstigen engsten Vertrauten, ist und auch beidseitig beschreiben ist“, sagt Hugo Wetscherek. […].

Das teure Schreiben, das Hugo Wetscherek und Thomas Kotte anbieten und wofür sich schon einige Interessenten gemeldet haben, bildet Luthers Schlusswort an Philipp Melanchthon in Augsburg, wo dieser sich in Vertretung für den geächteten Luther bemüht hatte, den protestantischen Glauben anerkennen zu lassen. Die Confessio Augustana wurde zurückgewiesen. Die Stimmung in dem Brief ist trotzdem sehr gelöst, Luther wird bei eine Anekdote gar witzig: Der Kurprinz Johann Friedrich hatte dem Pfarrer einen Siegelring geschenkt, mit der Lutherrose, deren Symbolik erst kurz zuvor von Luther als die seine ausgewählt wurde. Der Kurprinz war davon ausgegangen, dass Luthers Finger ebenso füllig sind wie dessen Körpermaße. Luther schreibt Melanchthon, dass der Ring sofort vom Finger kullerte. Luther interpretierte die Situation dermaßen, dass er eben nicht geschaffen sei, Gold zu tragen, darauf hätte der Fürst folgendermaßen kommentiert: „Du bist eben ein Wurm und kein Mensch – dir würden Blei oder ein Seil besser stehen, oder gleich ein Strick um den Hals.“

Die beiden Antiquare haben diesen, und den Lutherbrief vor zwei Jahren, wegen des finanziellen Risikos aus einer amerikanischen Sammlung zusammen gekauft. Noch 1934 war er in Besitz von Heinrich von Hymmen im nordrhein-westfälischen Erkrath. Der überzeugte Protestant von Hymmen stellte seine Burg während des Nationalsozialismus der Bekennenden Gemeinde zur Verfügung. Der Brief ist der einzige erhaltene an Melanchthon. Die beiden Antiquare betreiben auch auf der Antiquaria im Foyer einen gemeinsamen Stand mit alten, literarischen Werken . Unter anderem bieten sie seltene Bücher wie Originale von Boris Pasternak, Igor Strawinsky oder auch das seltenste aller Werke des Inquisitors und Autors des berühmten „Hexenhammers“, Heinrich Kramer, von 1501 an, das 85.000 Euro kostet.

Gabriele Szczegulski
Handelsblatt
25.01.2013

Die Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg sind Fundgruben für Geschichtsbewusste

[…] Das kapitalste Exponat findet sich am Gemeinschaftsstand von Kotte Autographs (Roßhaupten) und Inlibris (Wien). Die beiden Händler sind von Stuttgart nach Ludwigsburg umgezogen, da sie hier in der Vorhalle ihre Ware in den notwendigen Vitrinen angemessen präsentieren können. Unter anderem offerieren sie für 350.000 Euro den einzigen je in den Handel gelangten Brief Martin Luthers an Philipp Melanchthon. Kurz vor den Luther-Feierlichkeiten 2017 ein Must-Have für viele Gedenkstätten. […]

Stefan Kobel
Ludwigsburger Kreiszeitung
24.01.2013

„Antiquare werden sich weiter spezialisieren“ – Drei Tage lang Bücher, Grafiken und Fotografien in der Musikhalle
Wer interessiert sich heutzutage, wo Kindle und iPad zum Handgepäck gehören und Wohnungen Multimediaräume statt Bibliotheken haben, überhaupt noch für alte Bücher? Das sollte sich Petra Bewer, Gründerin und Herz der Antiquaria, eigentlich immer wieder sorgenvoll fragen, aber sie tut es offenbar nicht. Sie lächelt stattdessen. Zukunft gesichert: „Auf Dauer wird sich das Antiquariat weiter spezialisieren auf das Besondere.“ Die Überzeugung einer Frau, die Cornelia Funke Bücherfresserin nennen würde: „Das Bedürfnis, ein Buch in die Hand zu nehmen, bleibt.“

Noch gibt ihr die Geschichte recht. Nicht nur hat die Antiquaria dieses Jahr mit 58 Ausstellern einige mehr im Angebot, ohne sich groß darum bemüht zu haben. Auch hat sich Ludwigsburg neben den namhaften Antiquariatsmessen wie Frankfurt, Leipzig und Stuttgart in 27 Jahren einen stabilen Platz erobert. „Ludwigsburg hat einen sehr guten Ruf.“ Und das liegt nicht an den fast furchteinflößenden Angeboten von Inlibris und Kotte, die so wertvoll sind, dass sie nur in Vitrinen zu bestaunen sind: Ein seltenes Werk des Hexenhammer-Autors Heinrich Kramer für 25 000 Euro und ein Originalbrief Luthers an Melanchthon für 350 000 Euro. Für diese Schätze werden viele Menschen kommen, ist sich Bewer sicher. […]

Janna Werner

Ludwigsburger Antiquaria

Ludwigsburg – Zum fünften Mal lockt die Ludwigsburger Antiquaria […] Dass unter den neun neuen Ausstellern in Ludwigsburg diesmal Inlibris aus Wien und Kotte Autographs aus Rosshaupten sind, hat einigen Wirbel in der Szene verursacht: In Stuttgart hätten sie nicht den gewünschten Standort erhalten, heißt es. In der Musikhalle finden sich deswegen nun erstmals Exponate im sechsstelligen Bereich: ein Brief von Martin Luther an den Kollegen Philipp Melanchthon (350.000 Euro) und der berüchtigte „Hexenhammer“ des Heinrich Institoris, das einzige bekannte Exemplar des Erstdrucks (85.000 Euro) sowie das Gesamtwerk von Thomas Bernhard in Erstdrucken, Widmungsexemplaren und Porträtfotografien (25.000 Euro). […]

Irene Ferchl

Die Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg locken mit seltenen Ausgaben

Laptop, Smartphone, Kindle sind hier zwar nicht aus der Welt, aber ihre Welt ist es nicht. In Stuttgart wie in Ludwigsburg haben am kommenden Wochenende, wie stets zu Jahresbeginn, die Jünger Gutenbergs Saison – und das bedeutet eben nicht Bildschirm, sondern bedrucktes Papier. […]

Die Unterschiede haben sich mit der Zeit verwischt, aber ganz aufgehoben sind sie nicht. Ludwigsburg bleibt sozusagen der Cousin, der zwar zur Familie gehört und zu dem man „Du“ sagt. Aber man selbst wird doch gern mit „Sie“ angeredet. Denn Stuttgart gibt sich international, exklusiv und teuer. […]

Ludwigsburg gibt sich im Durchschnitt bescheidener als Stuttgart. Da lohnt es sich oft schon, einen Tausend-Euro-Schein zu wechseln. Aber natürlich kann man sich auch hier anspruchsvoll geben: 350.000 Euro halten Inlibris aus Wien und Kotte Autographs aus Roßhaupten für einen anderthalbseitigen Brief, den Martin Luther nach dem Augsburger Reichstag auf der Veste Coburg schrieb, für angemessen.

Sechsstellige Preise sind in Ludwigsburg die Ausnahme, in Stuttgart dagegen nicht ungewöhnlich. Wenngleich das meiste doch darunter liegt […].

Peter Dittmar
Die Zeit
17.01.2013

Auf den Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg gibt es feine Raritäten auf Papier zu kaufen. Ein Vorbericht

[…] Während die letzten großen Auktionen für Kunst der Klassischen Moderne eher enttäuschend verliefen, steigen – neben dem Wert von Altmeistergemälden – die Preise für antiquarische Bücher und für Autografe nach wie vor an […] Die deutschsprachigen Antiquariate stehen angesichts dieser anhaltenden Entwicklung vor der Frage, ob sie mithalten können oder ob sie das Geschäft mit den hochpreisigen Autografen und Büchern den internationalen Auktionshäusern überlassen müssen. Eine aktuelle Entwicklung bei der angesehenen Stuttgarter Antiquariatsmesse gibt dabei ein schlechtes Signal. Zum ersten Mal seit Jahren werden mit dem Antiquariat Inlibris aus Wien und der Autografenhandlung Kotte aus Rosshaupten zwei international konkurrenzfähige Anbieter nicht mehr mit einem Gemeinschaftsstand auf der Messe vertreten sein.

Es habe »Wünsche von verschiedenen Beteiligten gegeben, die sich, ohne eine vierte Dimension zur Verfügung zu haben, nicht unter den berühmten einen Hut bringen lassen«, verklausuliert Christian Hesse, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Antiquare e. V. und damit auch Veranstalter der Stuttgarter Messe, die Gründe. Konkreter wird Hugo Wetscherek, Geschäftsführer von Inlibris: »Wir sind darauf angewiesen, einen Eckstand zu haben, an dem wir unser Angebot in geschlossenen Vitrinen zeigen können. Alles andere – offene Regale zum Beispiel – würde wegen der wertvollen Stücke unsere Versicherung nicht erlauben.« Deshalb hätten beide Unternehmen schon vor Jahren, als es der Messe gar nicht so gut ging, ein Standkonzept für eine Fläche im Württembergischen Kunstverein entwickelt, die bis dahin nicht bespielt wurde. Dort zeigten sie über Jahre marktfrische Ware – etwa ein Konvolut von Briefen, die Franz Kafka an den jungen Mediziner Robert Klopstock schrieb und die Inlibris in einem eigenen Band wissenschaftlich dokumentierte. Nun erfuhren Wetscherek und Kotte erst am Tag der Standvergabe, dass ihr bisheriger Platz diesmal an das Antiquariat Bibermühle gehe. »Wir fühlen uns ungerecht behandelt«, kommentiert Hugo Wetscherek. »Man hätte uns zumindest vor der Entscheidung über solche Überlegungen informieren und mit uns nach einer Lösung suchen müssen. Immerhin haben wir bislang in Stuttgart jährlich für rund 300 000 Euro verkauft, für etwa dieselbe Summe aber auch bei Kollegen eingekauft. Stattdessen wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.« – »Der Verband ist bemüht, allen individuellen Wünschen der Kollegen hinsichtlich Planung und Gestaltung der Messestände gerecht zu werden«, sagt dazu Christian Hesse lapidar. »Dass diesem Streben im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung allerdings gewisse Grenzen gesetzt sind, versteht sich von selbst.«

Wenige Tage vor Messebeginn soll es nun noch ein Gespräch geben. Das Autograf allerdings, das ein Highlight der Messe hätte werden können, bieten Inlibris und Kotte nun anderswo an: einen doppelseitigen Brief, den Martin Luther im September 1530 von der Veste Coburg an seinen Theologenkollegen und Mitreformator Philipp Melanchthon in Augsburg schrieb – wenige Wochen nach der Zurückweisung der Confessio Augustana durch die römische Kirche auf dem Augsburger Reichstag. Knapp 100 000 Mark hatte die Epistel 1990 in einer Stargardt-Auktion in Marburg einen kalifornischen Sammler gekostet. Von ihm erwarben Inlibris und Kotte die Epistel im vergangenen Herbst, deutlich teurer, um sie nun für 350 000 Euro anzubieten – auf der zeitgleich stattfindenden Antiquaria Ludwigsburg (24. bis 26. Januar). An der Stuttgarter Messe geht das publikumsträchtige Stück vorbei.

Stefan Koldehoff
Ludwigsburger Kreiszeitung
16.01.2013

Die Buchmesse kommt vom 24. bis 26. Januar mit 58 Ausstellern in die Musikhalle

[…]

Ein Brief Martin Luthers

Sehet und staunet: Die Antiquariate Inlibris und Kotte haben zwei Kleinode im Gepäck. Den einzigen bekannten Erstdruck der ersten Ausgabe des letzten Werks des Inquisitors und Hexenhammer-Schöpfers Heinrich Institoris. Die dafür veranschlagten 85.000 Euro werden locker übertroffen von einem Brief von Martin Luther aus dem Jahr 1530 an seinen Mitstreiter Philipp Melanchthon – kurz nach dem Scheitern der Confessio Augustana. Ein Schatz auch der Preis: 350.000 Euro. […]

Augsburger Allgemeine Zeitung
11.01.2013

Luther/Melanchthon: Ein Brief gen Augsburg anlässlich der „Confessio Augustana“ wird verkauft

Augsburg. Spätestens, seit sich Martin Luther 1518 nach seinem Augsburger Verhör durch Kardinal Cajetan nächtens der drohenden Verhaftung entzogen hatte, lief einiges auf seine Exkommunizierung durch den Papst und seine Achtung durch den Kaiser zu. So kam es ja dann auch 1521.

Somit konnte der Reformator unter anderem auch den Reichstag 1530 in Augsburg nicht besuchen, wo sich sein Gesinnungsgenosse und Freund Philipp Melanchthon um die Anerkennung des protestantischen Glaubens durch die Katholiken mühte. Luther hatte ihn und die gemeinsamen Mitstreiter für das Augsburger Bekenntnis, für die „Confessio Augustana“, auf der Reise gen Augsburg bis nach Coburg begleitet, also bis zur südlichen Grenze des reformierten damaligen Sachsen.

Luther verblieb auf der Veste Coburg und stand seinen Freunden in Augsburg mit brieflichem Rat zur Seite. Vergeblich: Letztlich nahm die Spaltung der Kirche ihren Lauf, auch indem Kaiser Karl V. die „Confessio“ zurückwies und eine Ausbreitung der Lehre verbot.

Mitten in den für die Protestanten enttäuschenden Verhandlungen schrieb Martin Luther am 15. September 1530 von Coburg aus einen Brief an Melanchthon in Augsburg, in dem er allem weiteren argumentativen Ringen Einhalt gebietet, also gleichsam ein Schlusswort spricht, und die Freunde lieber heute als morgen in Coburg wiedersehen möchte.

Luther, der zuvor Melanchthons Kompromiss-Neigungen mit Zweifeln begleitet hatte, schreibt eigenhändig auf Lateinisch an den Theologen und Humanisten: “ …wollte doch Gott, daß ich euch in der Kürze als Entwischte sehen könnte, wenn es nicht vergönnt ist, euch als Entlassene zu erwarten. Ihr habt genug und übergenug getan; nun ist die übrige Zeit da für den Herrn, der es mache, und er wird es tun … Die elenden Leute haben schließlich diese letzte Ausflucht, dass sie in Gegenwart des Kaisers Spitzfindigkeiten erheben.“ Luther spielt an dieser Stelle vor allem auf die katholischen Theologen Faber und Eck an. Von des Letzteren und seinen „nichtigen Sophistereien“ hatte Luther nun genug.

Im Spiel: das Antiquariat Kotte aus Roßhaupten

Dieser Brief Luthers ist ein bedeutendes historisches und kirchenpolitisches Schreiben. Und er soll gleichzeitig auch der Einzige unter den rund 80 erhaltenen Luther-Melanchthon-Briefen sein, der jemals in den Autographen-Handel gelangte. Jetzt nun wird das zweiseitig beschriebene Blatt Papier mit Siegelspur und Adresse auf der Ludwigsburger Messe „Antiquaria“ (24. bis 26. Januar) von den Antiquariaten Kotte Autographs“ (Roßhaupten/Allgäu) und „Inlibris Gilhofer“ (Wien) angeboten. Beide Händler haben die Luther-Handschrift aus kalifornischer Privathand erworben, nachdem sie noch in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in prominentem deutschen Familienbesitz war, nämlich hei Heinrich von Hymmen, der während des Nationalsozialismus seine Burg Unterbach bei Düsseldorf der illegalen Bekennenden Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte. Der Briefpreis kurz und bündig: 350 000 Euro.

Diese Höhe orientiert sich an einem anderen wichtigen LutherBrief, den dieselben Antiquariate 2010 in eine texanische Sammlung verkauften: Luthers Vermächtnisbrief von 1518. Nun tritt ein Schreiben des Reformators den umgekehrten Weg an, gelangt also aus den USA nach Europa – und keine Frage ist es, wo es künftig sinnvollerweise aufbewahrt werden sollte: in Wittenberg oder in Augsburg, wo man sich allerdings gerade der Staats- und Stadtbibliothek in Richtung Freistaat entledigt hat.

Sein „Es ist genug“ gen Augsburg und Melanchthon begründet Luther auch. Er schreibt mit den ihm eigenen biblischen Wendungen u. a.: „Ihr habt Christum bekannt, Frieden angeboten, dem Kaiser gehorcht, Beleidigungen ertragen, mit Lästerungen seid ihr gesättigt worden und habt nicht Böses mit Bösem vergolten: Summa, ihr habt das heilige Werk Gottes, wie es den Heiligen geziemt, in würdiger Weise gehandelt. Freuet euch auch endlich einmal des Herrn und seid fröhlich, ihr Gerechten, ihr seid lange genug in der Welt betrübt gewesen…“

Keine Pest in Wittenberg

Im Weiteren berichtet Luther, dass er in Coburg vom sächsischen Fürsten einen goldenen Ring geschenkt bekommen habe, der ihm allerdings zu groß gewesen sei. Luther: „… aber damit ich sähe, ich sei nicht dazu geboren, Gold zu tragen, ist er mir alsbald vom Daumen auf die Erde gefallen (denn er ist ein wenig zu lose und zu weit für meine Finger).“

Seinen langen Brief an Melanchthon schließt Luther mit einem Zusatz über die gemeinsame Heimat: „Von der Pest in Wittenberg mögest du nichts glauben. Es steht alles wohl, wie ihr aus den letzten Briefen ersehen habt.“

Melanchthon & Luther
Noch bevor Philipp Melanchthon (1497-1560) im August 1518 den Lehrstuhl für Griechische Sprache an der Universität Wittenberg annahm, war er mit Luthers 95 Thesen vertraut — nämlich durch eine akademische Debatte in Heidelberg, die im April desselben Jahres großen Eindruck in ihm hinterlassen hatte. In deren Folge reiste Melanchthon mit Kollegen nach Wittenberg, um sich mit den Thesen noch intensiver zu befassen. Schnell wurde er dann sozusagen zum Publizisten der Reformation — mit den Bekenntnisschriften „Confessio Augustana“, „Apologie der Augustana“, „Tractatus de potestate papae“ als Grundlagen.

Rüdiger Heinze

Varia Antiquaria 86. Neuigkeiten für Antiquare und Büchersammler.

Im Vorfeld der 52. Stuttgarter Antiquariatsmesse (vom 25. bis 27. Januar) ist aus dem veranstaltenden Verband Deutscher Antiquare ein Grummeln zu vernehmen, weil die räumlichen Gegebenheiten im Württembergischen Kunstverein am Schlossplatz doch auf längere Sicht recht unbefriedigend sein werden. Dem Katalogleser fällt ins Auge, dass sich die Aussteller Inlibris (Wien) und Kotte (Roßhaupten) diesmal nicht zu einer Teilnahme in Stuttgart entschließen konnten, sondern lieber einen Ausstellerauftritt mit „Signalwirkung“ im benachbarten Ludwigsburg absolvieren. Der Vorsitzende der Vereinigung der Antiquare Österreich, Dieter Tausch, merkt dazu an: „Unser Kollege Wetscherek setzt preislich der Antiquaria jenes Sahnehäubchen auf, mit dem Tenschert gewohnterweise in Stuttgart itüpfelt.“ – Ob das größere Thema – die zukünftige Gestaltung der Stuttgarter Messe im Kunstverein oder anderswo – auf der Mitgliederversammlung des Verbands Deutscher Antiquare am Messefreitag offen (und womöglich folgenreich?) diskutiert werden wird, bleibt aber abzuwarten.

Weltkunst
02.01.2013

Antiquaria Ludwigsburg, 24. bis 26 Januar
Antiquariatsmesse Stuttgart, 25. bis 27. Januar

Die renommierte Stuttgarter Antiquariatsmesse, mittlerweile im 52. Jahr, ist ein „Mekka der Bibliophilie“. […]

Schon lange ist die Antiquaria im nahe gelegenen Ludwigsburg keine Konkurrenzveranstaltung mehr, sondern deckt ab, was auf der gediegenen Stuttgarter Messe nur begrenzt geboten werden kann – ein vielfältiges Angebot für jeden Geldbeutel. Die Atmosphäre in der neobarocken Musikhalle in Ludwigsburg ist lebendig und familiär. Daran ist der passionierten Organisatorin Petra Bewer, die die Messe vor 27 Jahren ins Leben rief, genauso gelegen wie an einem vielfältigen Angebot. […]

Das Kombiticket gilt für beide Veranstaltungen und bietet dem Besucher die Gelegenheit, die Angebote von insgesamt rund 140 Anbietern zu durchstöbern. Dass die Grenzen der Messen aber nicht so streng gesteckt sind, zeigt sich daran, dass der eigenhändige Brief von Luther an seinen Freund Melanchthon für 350 000 Euro in Ludwigsburg am Stand von Inlibris und Kotte angeboten wird. […]

Anna Schultz

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