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(Albertus). Elogia divi Josephi, duodecim titulis exornata. O. O., um 1790. O. O., um 1790. 16 beschr. SS. auf 10 Bll. Taubenblauer Seidenband der Zeit. Gr.-4to.

EUR 120,00

Hübsch ausgeführte, unpublizierte Handschrift, wohl österreichischen Ursprungs, mit 12 thematischen Elogen auf den Hl. Joseph: I. S. Josephus e stirpe regia; II. S. Josephus vir justus; III. S. Josephus Virginis B.mae sponsus; IV. S. Josephus angelorum alloqio honoratus; V. S. Josephus mysterii incarnationis praescius; VI. S. Josephus divinorum mysteriorum praesens sectator; VII. S. Josephus Christi custos; VIII. S. Josephus Christi nutritius; IX. S. Josepho Christus subditus; X. S. Josephus moriens beatissimus; XI. S. Josephus patrum in limbo consolator; XII. S. Josephus thaumaturgus. Am Schluß signiert von einem "Albertus". - An Ecken und Kanten berieben; der Seidenbezug am Rücken fehlt. {BN#19876}

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Das Laster des Würfelspiels

Augustinus von Hippo, Hl. Sermones de verbis domini [und andere Werke]. [Österreich?], 1448. [Österreich?], 1448. Lateinische Handschrift (gotische Buchkursive) auf Papier. 550 SS. (um 1900 mit Bleistift paginiert; davon 547 beschrieben). Blattgröße 210 x 295 mm, Schriftspiegel zumeist 140 x 190 mm. 2 Spalten, meist 30-31 Zeilen (letzte Lage: 41-43 Zeilen), teils rubriziert bzw. mit roten Kapitelüberschriften und -enden; zahlreiche rote Lombardinitialen. Zeitgenöss. gotischer Ledereinband über Holzdeckeln mit Rahmeneinfassung und schräg gekreuzten Streicheisenlinien; blindgepr. 2 verschiedene Rosetten- sowie Adlerstempel (Raute). Beschläge, Schließbänder und -haften fehlen. Kl.-Folio (235 x 314 mm).

EUR 45.000,00

Schöne spätmittelalterliche Handschrift, in der Hauptsache Predigten des Hl. Augustinus (S. 1-410) umfassend, außerdem aber vier kürzere Abhandlungen seines nur wenig älteren Zeitgenossen, des Kirchenlehrers Gregor von Nazianz (S. 411-523) und am Ende datiert (1448). Abschließend eingebunden finden sich 12 Blätter, anscheinend wenig später von einer anderen Hand geschrieben, mit theologischen Schriften des frühen 15. Jahrhunderts, nämlich zwei Abhandlungen des französischen Mystikers Jean Gerson (S. 527-540) sowie dem Traktat des Wiener Domkanonikers Johann Geuss über das Laster des Würfelspiels (S. 541-550). - Inhalt im einzelnen: A) Augustinus von Hippo. 1-121: Sermones de verbis domini secundum Mattheum (mit Gesamtverzeichnis zu Beginn, dann inc. "Evangelium audivimus ... agite penitentiam"); 122-181: Sermones de verbis domini secundum Lucam (inc. "Petite et dabitur"); 182-344: Sermones de verbis domini secundum Johannem (inc. "Capitulum Evangelii quod lectum est"); 345-347: Sermo de verbis domini evangelio secundum Lucam de verbis apostoli, omnes nos manifestari oporte ante tribunal Christi (inc. "Omnium Christianorum spes"); 348-410: Liber de spiritu et anima (inc. "Quoniam dictum est mihi", expl. "quem cernere finis est doloris"). - B) Gregor von Nazianz. 411-470: De urbana vita [ad Pronianum; tr. Rufinus] (inc. "Proficiscenti mihi ex urbe magnopere iniungebas Aproniane fili"); 470-487: De nativitate domini [oratio XXXVIII] (inc. "Christus nascitur"); 487-506: De luminibus et secundis epiphaniis [oratio XXXIX] (inc. "Iterum Jesus meus et iterum"); 506-523: De pentecoste [oratio XLI] (inc. "De sollemnitate huius diei pauca dicenda sunt"; expl. "et potestas in spiritu sancto in secula seculorum. Amen"); danach Datierung: "et finitus est liber anno etc. 1448"; 524-526 vacant. C) Johannes Gerson: 527-537: Tractatus de trepidantibus accedere ad celebrationem misse post pollutionem in sompniis habitum (inc. "Dubitandum est aput me"); 537-540: De duplicii stuatu in dei ecclesia, curatorum et privilegiatorum (inc. "Pax quam omnibus"; expl. "inveniri. Deo gratias. Deo gratias"). D) [Johannes Geuß]. 541-550 [Sermo de ludo alearum] (inc. "Confundatur sorcium distributio scribitur Numeri ultimo. Hec verba possunt intellegi de sortilegio lusorum et confusione ipsorum"; expl. "unam libram et sic posset fieri recompensatio" (fehlt Text im Umfang von vier Spalten). - Durchgehend von annähernd gleichzeitiger Hand gelegentliche Ergänzungen und Marginalien im breiten weißen Rand. Auf die letzte, nachgebundene Lage von 12 Bll. (Wasserzeichen: Typus Piccard V [Waage], Abt. V, Nr. 294 ["Wien 1461"]) dürfte ursprüglich noch ein letztes Blatt Text gefolgt sein. Einband beschabt und bestoßen; Vorderdeckel mit kl. Sprung; Spuren eines stellenweise angeklebten grauen Papierumschlags. Die Handschrift gelegentlich leicht gebräunt bzw. mit minimalem Wasserrand zu Beginn. Die ersten 3 Bll. zeigen einen kl. Randeinriss ohne Textberührung, das erste außerdem einen Eckausriss (Verlust der Paginierung und eines klösterlichen Besitzvermerks des 17. Jhs.: "Conven[tus] C[...]"). {BN#44879}

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Das Künstleralbum des kaiserlichen Deckenmachers J. F. Hörmannsperger

Barockes Musterbuch und Album des Deckenmacher-Gesellen Johann Franz Hörmannsperger. Wien, 1736. Wien, 1736. 118 numerierte Bll. (recte 115, Bll. 96, 106 und 112 in der Numerierung übersprungen). Auf das kalligraphierte Geleitwort Hörmannspergers folgen 58 von ihm gefertigte Blätter mit Textilentwürfen (meist in Rot, Blau, Grün und Gold, davon 1 doppelblattgr. gefalteter und vier Bll. mit jeweils 2 Entwürfen) und die 7 prachtvollen gold- und silbergehöhten Gouachen; zwischengebunden sind ingesamt 52 Kupfer auf 48 gestochenen Tafeln, diese durchgehend im hervorragenden, teils gold- und silbergehöhten Kolorit der Zeit. Marmorierter Pappband der Zeit. Quer-Folio (390:252 mm).

EUR 85.000,00

Unikales Dokument der bürgerlichen Handwerkskunst des Spätbarock von musealer Qualität: Das Album enthält neben 58 sauber ausgeführten Textilentwürfen Hörmannspergers 7 großformatige Gouachen, die den selbstbewußten Urheber derselben bei der Ausübung seines Handwerks im Atelier, im Umgang mit der Kundschaft bei Anpreisung und Verkauf seiner Produkte, aber auch beim Musizieren und Kegeln sowie bei der Hauptversammlung der Wiener Deckenmacherzunft zeigen. Als Zwischenblätter zu den eigenen Arbeiten hat Hörmannsperger durchwegs profane Sujets (Zwerge, Soldaten, Karikaturen u. ä.) verwendet; einige der reizvollsten und seltensten Blätter aus der Produktion der Augsburger Stecherschule um 1720 sind jeweils alternierend zwischen seine eigenhändigen Textilentwürfe und Gouachen gebunden. - Eingeleitet wird das Album durch das Selbstportrait Hörmannspergers im Atelier (am Tisch liegend sein Zirkel und einer der nachfolgenden Textilentwürfe), am gegenüberliegenden Blatt äußert sich der damals 26jährige zur Enstehungsgeschichte desselben: "dann rechte kunst lobet den Maister: allhier ist ein buech und daß ist mein mit vill riss und zig, wie sie nacheinander zu sehen sein. Thue mich darmit zwar nit prallen, habe es doch alle mit meiner Hand gemallen. mit viller Zeit und mihe beschwernus [...] Ich Johann Frantz Hörmansperger". In den Unterschriften zu den prächtigen Gouachen beweist Hörmannsperger ebenso Humor wie überraschendes Selbstbewußtsein. Eine selbstgefertigte Decke preist er der ihn aufsuchenden Kundin im Verkaufsgespräch folgendermaßen an: "Mein schönes frauenzimmer hier habens ein schöne döcken: darunter könnens sie braf ströchken: Sie ist anter halb Ehlen breit und zwey Ehlen lang: da könens sie sich darunter umköhren mit ihrem Mann" (Bl. 94), die nächste Darstellung zeigt ihn beim Verkauf von Satteldecken an hochgestellte Offiziere ("so kauffens wir und nimens mit uns ins feld", Bl. 86); daraufhin sehen wir ihn in der Freizeit beim Kegeln in einem barocken Garten ("Lustig und frölich inß gemein: weilen wir döcken machergesellen sein: Jungfrauen auch inß gleichen: es wird ihnen die Zeit nicht vellen: hier stett roter und weißer wein. da können wir lustig und frölich sein", Bl. 94) sowie beim Tanz ("Lustig wohl auf. Musicanten streichts drauf. So seindt die Döckenmacher wohl auf. und tantzen mit schönen frauen zimer bis die schue werden zu trimer", Bl. 104). Das letzte Blatt zeugt dann von der Aufnahme eines Lehrlings bei der Quartalsvollversammlung der Wiener Deckenmacher ("[Die] Döckenmacher verßamlen ßich zu disem Haubt Quartal und bereden ßich was der Lad zu nutzen falt: der Jung will zwar aufgedinet sein. er ist nit zu groß. und auch nit zu klein. doch mues er ßeine lehr iahr erfillen. bis man ihn macht zu einen gesellen", Bl. 118). Die von Hörmannsperger unter Verwendung eines Zirkels gefertigten ornamentalen Textilentwürfe teils mit frei gestalteten heraldischen bzw. figuralen Mittelstücken; ein Deckentwurf (Bl. 113) ist durch Monogramm und kaiserliche Insignien als Auftragsarbeit für Kaiser Karl VI. ausgewiesen und wurde laut späterer Bildunterschrift auch für diesen ausgeführt. Zwischen seine eigenen Entwürfe hat Hörmannsperger die Blätter der großen Augsburger Meister seiner Zeit eingebunden: So finden sich - durchwegs in hervorragendem Kolorit mit Gold- und Silberhöhung - acht Blätter des Zwergenkabinetts von Elias Bäck (Fechtschule, Saufbegierde, Fresslust und Tabakrauchfreude), ein vollständiger Jahreszeiten- und Lebensalterzyklus von Martin Engelbrecht ("Der Menschen Jahr Veränderung"), insgesamt 19 der berühmten Blätter von Pfeffel, Schmidt und Engelbrecht zum Soldatenleben (davon zwei mit beweglichen Teilen), von Albrecht Schmidt außerdem ein schönes Flugblatt mit Darstellung der sieben redlichen Schwaben, zuletzt noch ein 8 Bll. umfassender, unbezeichneter Zyklus der weiblichen Temperamente (Die Kaltsinnige, Die Scherzhaffte, Die Furchtsame usw.). - Die österreichische, speziell Wiener Bettwarenerzeugung genoss zur Zeit ihrer Hochblüte im 18. Jahrhundert einen exzellenten Ruf. Exportiert wurde an die souveränen Höfe Europas, aber auch nach Griechenland, der Türkei sowie vielen Ländern des Orients. Zur Entstehungszeit des vorliegenden Albums produzierten in Wien zehn Meister dieses Gewerbes Decken, Matratzen und dergleichen, aber auch Tornister und Kürasse. - Provenienz: 1893 "vom Schwiegersohn d. Herrn Josef Lang" durch den k. u. k. Hof-Bettwaren-Lieferanten Josef Pauly erworben und von diesem 1896 an den damaligen Genossenschaftsvorsteher der Bettwarenerzeuger, Herrn Junghofer, weitergegeben (vgl. Paulys eigenh. Geschenkvermerk am fliegenden Vorsatz); zuletzt in österreichischem Privatbesitz. Der Deckenbezug des schlichten Pappbands am unteren Kapital unauffällig erneuert, innen teils etwas fingerfleckig, zwei Bll. mit kleinen Einrissen, im ganzen aber hervorragend erhalten. {BN#30828}

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Baudrand, Barthélemi, SJ / [Basile, Vincent, SJ (Übs.)]. Rasmiscgljajte ova dobro. Otza Bartola Baudrand Druscbe Jesussove.... Prinesegne u jesik slovinski. [Wohl Balkan, um 1845]. [Wohl Balkan, um 1845]. Titel, 11-130 (recte: 129), (1) SS. (Lagen 9 und 10 hinter 12 verbunden; S. 66 in der Zählung übersprungen). Marmorbroschur um 1880. 4to.

EUR 250,00

Zeitgenössische Abschrift von Vincent Basiles illyrischer (kroatischer) Übersetzung von Baudrands erbaulicher Meditation "L'Ame Penitente" (erstmals Lyon 1778). Der sizilianische Jesuit Basile (1811-82) wurde 1840 von seinem Orden nach Albanien und anschließend nach Dalmatien und die Herzegowina versetzt. Er gab mehrere Jesuitenschriften im südslawischen Idiom heraus; die vorliegende erschien erstmals 1844 in Rom und erlebte mehrere Auflagen. - Etwas braunfleckig und angestaubt. {BN#27227}
¶ Vgl. de Backer/Sommervogel I, 1000, 1 & 1040. OCLC 55609485.

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Berg (eig. Ebersberg), Ottokar Franz, Schriftsteller (1833-1886). Die Pfarrersköchin. Lebensbild mit Gesang in vier Acten.... O. O., um 1881. O. O., um 1881. 157, (3) SS. und ein durchschossenes Bl. zwischen S. 128 und 129. Marmorierter Halbleinenband der Zeit. Kl.-4to.

EUR 200,00

Zeitgenössische Abschrift von Ebersbergs 1868 geschriebener "Pfarrersköchin". Am letzten Blatt die Freigabe der Zensur (dat. Dauba 28. X. 1881) und mit einigen von derselben im Text gestrichenen Stellen; am Titel ein eh. Besitzeintrag von Johann Hugo Kochansky v. Kochan, einem Theaterunternehmer aus Hirschberg, der das Stück aufführen wollte. - Etwas gebräunt und fingerfleckig. {BN#27242}

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Al-Zarquali's astronomical tables revised for Emperor Frederick II: a precious Renaissance manuscript commissioned by a Roman senator, illuminated and signed by the scribe

Bianchini, Giovanni. Tabulae de motibus planetarum. [Ferrara, ca 1475]. [Ferrara, ca 1475]. Folio (242 x 340 mm). Latin manuscript on paper. 160 leaves (complete including four blank leaves at the beginning and six at the end). Written in brown ink in a neat humanistic hand, double columns, 37 lines to each page, numerous two and three line initials supplied in red or blue. With one large illuminated initial and coat of arms of the Scalamonte family flanked by floral decoration on first leaf, painted in shades of blue, green and lilac and heightened in burnished gold. With altogether 231 full-page tables in red and brown, some marginal or inter-columnar annotations, and one extended annotation on final leaf. Fifteenth century blind stamped goat skin over wooden boards, remains of clasps.

EUR 380.000,00

The so-called Toledan Tables are astronomical tables used to predict the movements of the Sun, Moon and planets relative to the fixed stars. They were completed around the year 1080 at Toledo by a group of Arab astronomers, led by the mathematician and astronomer Al-Zarqali (known to the Western World as Arzachel), and were first updated in the 1270s, afterwards to be referred to as the "Alfonsine Tables of Toledo". Named after their sponsor King Alfonso X, it "is not surprising that" these tables "originated in Castile because Christians in the 13th century had easiest access there to the Arabic scientific material that had reached its highest scientific level in Muslim Spain or al-Andalus in the 11th century" (Goldstein 2003, 1). The Toledan Tables were undoubtedly the most widely used astronomical tables in medieval Latin astronomy, but it was Giovanni Bianchini whose rigorous mathematical approach made them available in a form that they could finally be used by early modern astronomy. - Bianchini was in fact "the first mathematician in the West to use purely decimal tables" and decimal fractions (Feingold, 20) by applying with precision the tenth-century discoveries of the Arab mathematician Abu'l-Hasan al-Uqilidisi, which had been further developed in the Islamic world through the writings of Al-Kashi and others (cf. Rashed, 88 and 128ff.). Despite the fact that they had been widely discussed and applied in the Arab world throughout a period of five centuries, decimal fractions had never been used in the West until Bianchini availed himself of them for his trigonometric tables in the "Tabulae de motis planetarum". It is this very work in which he set out to achieve a correction of the Alfonsine Tables by those of Ptolemy. "Thorndike observes that historically, many have erred by neglecting, because of their difficulty, the Alfonsine Tables for longitude and the Ptolemaic for finding the latitude of the planets. Accordingly, in his Tables Bianchini has combined the conclusions, roots and movements of the planets by longitude of the Alfonsine Tables with the Ptolemaic for latitude" (Tomash, 141). - The importance of the present work, today regarded as representative of the scientific revolutions in practical mathematics and astronomy on the eve of the Age of Discovery, is underlined by the fact that it was not merely dedicated but also physically presented by the author to the Holy Roman Emperor Frederick II in person on the occasion of Frederick's visit to Ferrara. In return for his "Tabulae", a "book of practical astronomy, containing numbers representing predicted times and positions to be used by the emperor's […] astrologers in managing the future" (Westman, 10ff.), Bianchini was granted a title of nobility by the sovereign. - For Regiomontanus, who studied under Bianchi together with Peurbach, the author of the "Tabulae" counted as the greatest astronomer of all time, and to this day Bianchini's work is considered "the largest set of astronomical tables produced in the West before modern times" (Chabbas 2009, VIII). Even Copernicus, a century later, still depended on the "Tabulae" for planetary latitude (cf. Goldstein 2003, 573), which led to Al-Zarquali's Tables - transmitted in Bianchini's adaption - ultimately playing a part in one of the greatest revolutions in the history of science: the 16th century shift from Geocentrism to the heliocentric model. - In the year 1495, some 20 years after our manuscript was written, Bianchini's Tables were printed for the first time, followed by editions in 1526 and 1563. Apart from these printed versions, quite a few manuscript copies of his work are known in western libraries - often comprising only the 231 full-page Tables but omitting the 68-page introductory matter explaining how they were calculated and meant to be used, which is present in our manuscript. Among the known manuscripts in public collections is one copied by Regiomontanus, and another written entirely in Copernicus' hand (underlining the significance of the Tables for the scientific revolution indicated above), but surprisingly not one has survived outside Europe. Indeed, the only U.S. copy recorded by Faye (cf. below) was the present manuscript, then in the collection of Robert Honeyman. There was not then, nor is there now, any copy of this manuscript in an American institution. Together with one other specimen in the Erwin Tomash Library, our manuscript is the only preserved manuscript witness for this "crucial text in the history of science" (Goldstein 2003, publisher's blurb) in private hands. Apart from these two examples, no manuscript version of Bianchini's "Tabulae" has ever shown up in trade or at auctions (according to a census based on all accessible sources). - Condition: watermarks identifiable as Briquet 3387 (ecclesiastical hat, attested in Florence 1465) and 2667 (Basilisk, attested to Ferrara and Mantua 1447/1450). Early manuscript astronomical table for the year 1490 mounted onto lower pastedown. Minor waterstaining in initial leaves and a little worming at back, but generally clean and in a fine state of preservation. Italian binding sympathetically rebacked, edges of covers worn to wooden boards. A precious manuscript, complete and well preserved in its original, first binding. Provenance: 1) Written ca 1475 by Francesco da Quattro Castella (his entry on fol. 150v) for 2) Marco Antonio Scalamonte from the patrician family of Ancona, who became a senator in Rome in 1502 (his illuminated coat of arms on fol. 1r). 3) Later in an as yet unidentified 19th century collection of apparently considerable size (circular paper label on spine "S. III. NN. Blanchinus. MS.XV. fol. 43150"). 4) Robert Honeyman, Jr. (1928-1987), probably the most prominent U.S. collector of scientific books and manuscripts in the 20th century, who "had a particular interest in astronomy" (S. Horobin, 238), his shelf mark "Astronomy MS 1" on front pastedown. 5) Honeyman Collection of Scientific Books and Manuscripts, Part III, Sotheby's, London, Wed May 2, 1979, lot 1110, sold to 6) Alan Thomas (1911-1992), his catalogue 43.2 (1981), sold to 7) Hans Peter Kraus (1907-1988), sold to 8) UK private collection. {BN#47198}
¶ Bernard R. Goldstein & José Chabas, 'Ptolemy, Bianchini and Copernicus: Tables for Planetary Latitudes,' Archive for the History of Exact Sciences, vol. 58, no. 5 (July 2004), pp. 553-573. Bernard R. Goldstein & José Chabas, Alfonsine Tables of Toledo (= Dordrecht-Boston-Londres, Kluwer Academic Publishers ("Archimedes, New Studies in the History and Philosophy of Science and Technology" 8), 2003. José Chabás & Bernard R. Goldstein, The Astronomical Tables of Giovanni Bianchini (Leiden & Boston: Brill, 2009). Thorndike, 'Giovanni Bianchini in Paris Mss,' Scripta Mathematica 16 (1950) 69ff. & his 'Giovanni Bianchini in Italian Mss.,' Scripta Mathematica 19 (1953) 5-17. Rashed, Development of Arabic Mathematics: Between Arithmetic and Algebra. Boston, 2013. Mordechai Feingold & Victor Navarro-Brotons, Universities and Science in the Early Modern Period. Boston 2006. R. Westman, Copernicus and the Astrologers. Smithsonian 2016. M. Williams, The Erwin Tomash Library on the History of Computing, 2008, 141. Simon Horobin & Linne Mooney, English Texts in Transition: A Festschrift Dedicated to Toshiyuki Takamiya on his 70th Birthday. Woodbridge 2014. Silvia Faschi, Prima e dopo la raccolta: diffusione e circolazione delle Satyrae, di Francesco Filelfo. Spunti dall' epistolario edito ed ineditio. In: Medioevo e Rinascimento. XIV, n.s. XI (2000), 147-166 (mentioning a connection between the Italian Humanist and Marco Antonio Scalamonte). C. U. Faye & W. H. Bond, Supplement to the Census of Medieval and Renaissance Manuscripts in the United States and Canada (1962), p. 21, no. 12 (this manuscript).

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Devotional manuscript in Dutch

Bossche, Johannes Baptista van den. Instructie om deuchdelick synen tyt [...] ghemaeckt by... den Eerwerdighen heere, Johannes Baptista vanden Bossche, prioor en pater van het Syon [...] int Jaer 1617. [No place], 1617. [No place], 1617. 8vo. Dutch manuscript on paper. 87 ff., last blank pasted to back cover (collation: A-L8).

EUR 3.500,00

Interesting devotional manuscript in Dutch containing extensive instructions and rules for behaving, praying and meditating, and living a good religious life in a monastery from hour to hour. The booklet also gives the texts prayers and meditations to perform during the day. It is a sort of "Diurnale" (a shortened Breviary), written by the prior of a monastery ("het Syon"), for his brothers. - Strangely enough the text seems to have been written by a Dutchman from the northern Netherlands where all the monasteries were demolished during the beginning of the Eighty Year's War, and where the Roman-Catholic faith was tolerated at best. "Het Syon" is an often used name for a monastery, for example one near Beverwijck, or near Delft, but, again, these cloisters were no longer in existence. Possibly, Johannes Baptista van den Bossche was a refugee from the north and active in the Southers Netherlands. The manuscript is written in a clear, sophisticated, and almost calligraphical handwriting (by Johannes van den Bossche himself?) in two scripts: italic and a script reminding the civilité type. - Very well preserved. {BN#26608}

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[Brauerei] - Welhorn, Gregor, Ingolstädter Brauer (fl. um 1786). Ganz trefliche höchstgeheime Wissenschaften, und vollkomene Explicirung der... höchst nutzbaren edlen Bierbräukunst. Ingolstadt, 1786. Ingolstadt, 1786. Deutsche Handschrift auf Papier. (2), 86 SS. (davon 66f. und 70f. weiß). Pappband der Zeit mit gepr. Deckelschildchen, datiert "1786". 4to (170 x 195 mm).

EUR 3.500,00

Umfangreiches Rezeptbuch zur Braukunst, in sechs Kapitel unterteilt. Enthält neben den Erklärungen zur Reinigung der Gerste und zur Zubereitung und Gärung von Malz auch "geheime Kunstmittel" und "fürtreffliche Arcana", etwa "wie man ein völlig sauer gewordenes Bier wieder annehmlich machen kann". Der Haupttext umfasst die Seiten 1-63 der alt paginierten Handschrift; er ist von einer Hand durchgehend in sauberer Kurrente geschrieben einschließlich der dreiseitigen rühmenden Vorrede. Laut Eintrag am Vortitel (datiert 15. Feb. 1786) wurde das Rezeptbuch angelegt von Gregor Welhorn, "Bürgerlicher Büer Brauer in der Churfürstlichen Haubt- und Vestungsstadt Ingolstadt". Als urspünglicher Verfasser wird im Vorwort jedoch Melchior Schlögl genannt, "Professor", "praxator peritissimus" (hocherfahrener Brauer) und "einer der berühmtesten Breumeister in Deutschland", der das Buch "mit allen seinen geheimen Chunstmitteln und Hauptarcanen für sich selbst zu seinen eigenen Behuf" geschrieben habe, "alles haarklein beschrieben im Jahr 1782". Dieser "berühmte Frater" wird bezeichnet als "leiblicher Bruder" von Vicelinus Schlögl, einem der "führnehmsten Professoren" - nämlich des Bäckerssohns Anton Vicelinus Schlögl (1743-1811), der es nach seiner Ausbildung im Augustinerchorherrenstift Polling bei Weilheim bis zum Professor der Mathematik und Physik an der Universität Ingolstadt brachte; beim Brauer Melchior dürfte es sich um dessen jüngeren Bruder (1752-88) handeln, der unter der Ordensnamen "Quarinus" als regulierter Chorherr und Professor der Physik im oberbayerischen Kloster Rottenbuch wirkte und am Observatorium Hohenpeißenberg meteorologische Beobachtungen anstellte (vgl. zu beiden Poggendorff II, 805). - Auf den letzten Blättern finden sich wohl zumeist in den 1790er Jahren entstandene Notizen, etwa zu Malzeinkäufen und anderen Ausgaben, weitere Braurezepte oder ein Rezept zum Vertreiben von Fliegen und Mücken. Bemerkenswert ist auch ein Eintrag über die Verstoßung einer Frau nach nur drei Ehejahren: "selben Samstag nach Willibaldi 1797 ist sie von mir zu ihren Eltern geschaft worden, aber nicht von Oberigkeits wegen, sondern blos alleinig habe ich es gedan" (S. 68). - Einband berieben und bestoßen, Rücken fehlt. Am Beginn Bindung etwas gelockert, noch vor der Paginierung zwei Blätter zwischen S. 82 und 83 herausgeschnitten. Gebräunt bzw. etwas fleckig. {BN#47516}

In meine Auswahl

[Carniolan legal manuscript]. Schönleben, Johann Ludwig, historiographer and theologian (1618-1681) (ed.). Varia Statum Politicum, Judicialem, et Oeconomicum Carnoliae Concernentia.... Conscripta per Anonymum circa annum 1590. Descripta manu scribae, et famuli Joannis Ludovici Schönleben St. Theol. Doct. Proton. Ap.lici Archidiaconi Inf. Carn. Anno MDCLXXIX. [Probably Laibach, likely 1620s, with additions to 1681]. [Probably Laibach, likely 1620s, with additions to 1681]. Small folio (205 x 300 mm). German and Latin manuscript on paper. (2), 188 (but: 186, omitting 88); (15); (4), 25; (32); (9 blanks); 4 ff. (ca. 530 written pages). With a contemporary sanguine portrait of Emperor Leopold I on the front pastedown and a receipe for aloe pills, dated 1679, written on the lower. 17th century vellum.

EUR 8.500,00

A collection of mainly German (and a few Latin) legal texts, assembled thus in the 1670s by the Carniolan protonotary apostolic and sometime Jesuit J. L. Schönleben. His title page (as quoted above) is followed by a single, frayed leaf of contents covering folios 1-62, so that at least two further leaves of contents may be assumed to be lacking at the beginning. This is followed by the first and earliest part of the collection, foliated to leaf 188 and written in an earlier 17th century hand, containing the common law of the Duchy of Carniola. Because this section incorporates large parts of the so-called Private-Law Treatises of Bernhard Walther (the "father of Austrian law" who in the mid-16th century collected the Lower Austrian customary law), the present manuscript served as an important source for Max Rintelen's 1937 edition of the Treatises (cf. references below). As a form of oath on f. 5r refers to Emperor Ferdinand II, this section can be dated to no earlier than 1620; occasional textual amendments in Schönleben's later hand suggest that it was closely studied by the scholar. - The remainder of the collection is written in a different single, later scribal hand, likely by an assistant of Schönleben's, containing copies of rare legal codes and mandates: "N. ainer Ersamen Landschafft in Crain verpesserte Landschrannen Ordnung" (copied from the book printed in Graz in 1565); "Neu-auffgerichte Bergkwerchs-Ordnung über all Eisen-, Pergk- und Hammerwerch deß Fürstenthumbs Crain" (copied from the book printed in Laibach in 1587, with a facsimile of the title page traced in ink on now browned translucent paper), various addenda ("Lebensberueff Formular", "Generale ratione ecclesiasticorum bonorum de dato 1. Januar 1587", "Cassatio privilegiorum a privatis concessorum"); a long collection of the decrees of the apostolic visitation of Laibach in 1621 (extracts of which were published in 1862 based on this MS; cf. below); the milling ordinances issues by Emperor Maximilian II in 1572; instructions issued to the verderer of Crain by Emperor Ferdinand III in 1650, and numerous similar mandates mostly issued in the 17th century (but also including a Papal bull from 1122). The end is brought up by the copy of a communication of a Laibach Capuchin monk concerning the traditional Good Friday penance procession (dated 1 June 1681), a tax list for 1633-75, and a curious, extensive and apparently unpublished polemical version of the Lord's Prayer levelled against the King of Sweden ("Des Khinigs in Schwöden Vatter Unser"), juxtaposed line for line with the received text of the prayer: "Ach Khinig du khanst noch nicht recht betten / Ich glaub nit daß auf Erden Einmall / Ein solcher Khirchenrauber gewesen sey alß / Du stilst, raubst, bringst mir schaden [...]". - Provenance: 1) autograph ownership of the Carniolan jurist and historian Johann Gregor Thalnitscher von Thalberg (Dolnitscher, in Slovene: Janez Gregor Dolnicar, 1655-1719), dated 1679, on the pastedown, and his printed bookplate, dated 1680, on the title page. Thalnitscher, who obviously received the book during Schönleben's lifetime, has been called "the spirit of cultural rebirth in the Baroque in Ljubljana". He was keenly interested in the arts, and it is likely that the gifted portrait of Emperor Leopold I (here called "Semper Augustus Princeps Carniolae") under his handwritten ownership is his own work. 2) Private collection of Baron Anton Codelli (fl. 1850s), director of the Historical Society for Carniola. 3) Acquired by the Historical Society for Carniola from Codelli in 1856. 4) Traded to the Austrian legal historian and numismatist Arnold Luschin von Ebengreuth (1841-1932) in 1880, as confirmed by a signed and sealed statement issued by the Society (represented by their secretary, August Dimitz) mounted on the reverse of the title page: "Bestätigung daß die Handschrift 'Tractate Walters, Landschrannenordnung für Krain etc.' vom historischen Verein für Krain im Tauschwege an Herrn Prof. Dr. Arnold Luschin v. Ebengreuth gegen 'Rosolenz Anti-Rungius Gründlicher Gegenbericht etc. Gräz 1607' und mehrere Familie Khisel betreffende Archivalien überlassen wurde. Laibach, 29. März 1880". 5) Given to Lushin's former student, the legal historian Max Rintelen (1880-1965), by Lushin's heirs ca. 1933 (cf. his signed note in blue ink on the reverse of the title page: "Von Luschins Erben erhalten"); his visiting card (as lecturer in Königsberg, 1909) is loosely inserted. - Spine and extremeties professionally repaired. Interior very well preserved and clean throughout; entirely complete save for the table of contents; the extant leaf of contents frayed at the edges with some loss to text (professionally repaired). {BN#47691}
¶ Von dem historischen Vereine für Krain im J. 1856 erworbene Gegenstände, in: Mittheilungen des historischen Vereins für Krain 11 (1856), p. 111 no. LXXV. A. Dimitz, Decreta visitationis Apostolicae Ecclesiae ac Diocesis Labacensis a Fre Sixto Carcano Ep.o Germanicense Visitatore Apostolico peractae ao. 1621, in: Mittheilungen des Historischen Vereins für Krain 17 (1862), pp. 11f., 30-32. A. Dimitz, Geschichte Krains von der ältesten Zeit bis auf das Jahr 1813 (Laibach 1874), p. 251 note 1. M. Rintelen, Bernhard Walthers privatrechtliche Traktate (Leipzig 1937), Ms. LK (p. XVIII).

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Manuscript Wall Map

[China]. Manuscript map of China. Japan, ca 1780. Japan, ca 1780. Manuscript map of 81 x 80 cm on mulberry paper, entirely in contemporary hand colour, folded between its original blue paper covers and preserved in a black modern leather protective case. Text in classical Japanese. Scale: ca 1:8,500,000.

EUR 45.000,00

Superb, unique manuscript map of China executed towards 1780, during the time of the powerful Qing dynasty, showing the whole extent of the Empire at the height of its power. No bibliography appears to mention our map, which is likely unique and is not known to have been published. It presents a major historical interest because it was drawn during the golden age of the Chinese civilization, when the borders of the Empire were more far-flung than ever. The reigns of Yonghzheng (1723-35) and Qianlong are considered the zenith of power of the Qing Empire, which spread out over more than 13 million square kilometres - a size unmatched in Chinese history before or after. - Qianlong (1711-99), the fourth emperor of the Qing dynasty, reigned over China from October 18th, 1735 until February 9th, 1796. His reign is considered the golden age of Chinese civilization, the height of the Qing Dynasty. The Emperor, an ambitious statesman conscious of his duty, expanded the borders of the Chinese Empire towards central Asia. A poet, accomplished painter and master of calligraphy, he promoted the development of Chinese culture across the empire and gathered one of the most important collections of art in the world. He founded the library of the four treasures, Siku Quanshu, so as to establish the largest collection of books in the history of China. This was a period of great territorial expansion and interior stability: under Qianlong, the Chinese Empire grew considerably, particularly in central Asia. Chinese Turkestan was incorporated into the Empire and renamed Xinjiang, while in the west, the valley of Ili was conquered. The magnificently hand-written map is filled with geographical and historical details. The legend indicates the distances from Nagasaki and gives multiple details about each and every Chinese province and the neighbouring countries. It also provides information about the population of the neighbouring countries such as the Philippines, Vietnam, and Java. The artist uses several colours to distinguish the various provinces of China as well as the neighbouring countries. Some elements depicted on the map are of particular interest, such as the clearly delineated Great Wall, from north-east to north-west, and the Gobi Desert, in the north and north-east of the map. Also, the illustration of the mouth of the great Yellow River is noteworthy. This river, the cradle of the Chinese civilization, has been known for changing its course since antiquity. Today, it runs to the Bohai Sea in the north of the Shandong province. On the present map, however, as on other contemporary maps, the mouth of the river is located in the south of the Jiangsu province. Other features shown include the Dongting Lake, in the Hunan province, the most important source of water in China; the sacred mountain of Taoism, Dong Yue Dai Shan, which all Chinese hope to climb one day; Korea and the Yalu River, the border between China and Korea; Japan and the sea of Japan in the north-east; Taiwan; Mongolia in the north; in the south-west, Vietnam, Malaysia, Java, the Philippines. - A red stamp of a previous Asian owner in the lower right corner of the map. The map has a high degree of precision, as 1 cm represents 100 Li (approximately 85 km). A superb and unique manuscript hand-coloured map of China, in perfect condition, revealing the extent of the Chinese Empire in the mid-18th century. {BN#47279}

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[Chromometer]. Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. u. D., [2. Hälft d. 18. Jhdts.]. O. O. u. D., [2. Hälft d. 18. Jhdts.]. 2 SS. Folio.

EUR 150,00

Instruktive Darstellung der Funktionsweise eines Chromometers, die wohl für einen Lexikonartikel oder als Aufsatz für eine technische Zeitschrift gedacht war: "Chromometer, Chromoskop oder Wärmemesser wird ein Instrument genannt, welches die Änderungen in der Wärme oder Temperatur der Luft oder eines andern Fluidums, dem es ausgesetzt, wird, genau anzeigt. Diese Kenntnis der abweichenden Temperatur ist bey mehreren ökonomischen Geschäften höchst wichtig; sie kann auch in einer regelmäßigen Bleich- und Färbeanstalt, wo man nicht auf[s] geradewohl operirt, und immer gleiche Resultate verlangt, nicht enbehrt werden; aber nur durch jenes Instrument wird sie möglich. So wie die Aräometer, so sind auch die Thermometer nach der Eintheilung ihrer Skalen verschieden. Die gebräuchlichsten sind das Reaumürische und Fahrenheit Thermometer, deren Eintheilung hinlänglich bekannt ist [...]". - Verfasser des vorliegenden Manuskript ist "Fritz v. Meiding[er]" - so die Unterschrift unter dem Text -, wohl ident mit dem Gelehrten, Naturforscher und Erfinder Johann Friedrich Reichsfrhr. von Meidinger (1726-1777). {BN#15980}

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Colon, Hernando. Historia del Almirante. Spanien, c. 1550. Spanien, c. 1550. Spanische Handschrift auf Pergament. 24,7 x 28,5 cm (Schriftspiegel 16 x 21 cm). 2 Sp. 16 Zln. Mit großer Initiale L in roter, grüner und blauer Deckfarbe vor Goldgrund. Verso mit großer Miniatur sowie reichem Rankenwerk in Deckfarben und Gold.

EUR 25.000,00

Die "Historia del Almirante", die Lebensgeschichte des Christoph Kolumbus, soll um 1530 von seinem Sohn Hernando Colón (1487-1539) niedergeschrieben worden sein. Die Originalhandschrift ist verloren. Ein erster Druck erschien 1571 in italienischer Sprache. Die spanische Druckfassung von 1749 ist lediglich eine Rückübersetzung (vgl. Sabin 14674). Daher weicht sie an vielen Stellen von der hier vorliegenden Abschrift, die die Urfassung wiedergeben dürfte, erheblich ab. Nach dem Stil der Rankeninitiale mit dünnem Fleuronée (stark abgerieben) zu schließen, ist das Blatt unseres Manuskripts wohl im mittleren 16. Jahrhundert entstanden. Der Text beginnt mit "Los rebeldes perseverando en su mal animo el Almirante resolvio enviar contre essos al Prefecto su hermano que con buenas palabras sgredviese a juicio y arrepentimento pero con compania hastante para que si quisiesen onfendere oudiese resistirlos" (in der späteren Druckfassung: "Perseverando los rebeldes en su mal ánimo y propósito, llegaron hasta un cuarto de legua de los navíos, a un pueblo de indios llamado Maima, donde después edificaron los cristianos una cuidad llamada Sevilla.") - Das Blatt ist trotz des für Pergamentmanuskripte ungewöhnlichen Quartformats offenbar unbeschnitten. Von uns nicht zu klären ist, ob die Miniatur auf der Rückseite zum originalen Bestand gehört oder eine spätere (historistische) Arbeit ist. Es sind keinerlei Spuren von Rasur zu erkennen, so daß wohl nicht von einem Palimpsest auszugehen ist. Da inmitten des Textes auch nicht mit einer leeren Seite zu rechnen ist, könnte es sich bei der Miniatur auch um ein Original des 16. Jahrhunderts handeln. Dafür spricht der Stil der figürlichen Darstellung und des Rankenornaments, jedoch erscheint das architektonische Rahmenwerk in Form eines gotischen Triptychons eher wie eine Arbeit des Historismus. Hinzu kommt, daß die Darstellung in keiner Weise zum Text paßt. Es handelt sich wohl um drei (legendäre) Szenen aus der Eroberung der Bretagne durch einen Heerführer Karls des Großen im Jahre 799 (die Bretagne, personifiziert durch eine Frauengestalt mit Beischrift "Armorica", dem keltischen Landesnamen, und Karl der Große mit Beischrift "Karolus Fran(corum) Rex", dargestellt als jugendlicher Herrscher in römischer Tracht, erscheinen vor Goldgrund in je einem Tondo des Maßwerks der Spitzbögen). - Textseite mit gebräunten Rändern und Abrieb (die Initiale stärker), die Miniatur mit wenig gebräunten Rändern, Vergoldung und Farbe (vor allem Grün) stellenw. ein wenig abgeplatzt. {BN#18222}

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Courtauld, Augustine, Polarforscher, Geograph und Seefahrer (1904-1959). Me. Wohl Gallspach (OÖ), 1956. Wohl Gallspach (OÖ), 1956. (4), 273, (1) Bll. Typoskript mit zahlr. eigenh. Strichen, Einschüben und Überarbeitungen in Bleistift (die handschr. Zusätze zusätzlich getippt und eingeheftet) sowie mit Einfügemarkierungen in rotem Buntstift. Gelocht und blockgeheftet zwischen Kartondeckeln. Gr.-4to. - Beiliegend: Ders. Man the Ropes. London, Hodder and Stoughton, 1957. 188 SS. Leinenband der Zeit mit bedr. Original-Schutzumschlag. 8vo.

EUR 2.500,00

Originaltyposkript der Autobiographie des englischen Geographen und Forschungsreisenden Augustine ("August") Courtauld, die 1957 unter dem Titel "Man the Ropes" erschien. Der Sohn einer traditionsreichen Textilunternehmerfamilie aus Essex schildert darin seine Kindheit und typisch unglücklichen Tage an der Privatschule Charterhouse (eine Anekdote von 1918, in der eine exzessive Prügelstrafe für die Verschwendung von Brot beschrieben wird, gleicht fast spiegelbildlich einer vom wenig jüngeren Stephen Spender in seiner Autobiographie beschriebenen Szene aus eben derselben Zeit an der Gresham's School), seine Studienjahre in Trinity, Cambridge, insbesondere aber seine Forschungsreisen in Eis- und Sandwüsten, seine Seefahrten, seinen Kriegsdienst in den Coastal Forces sowie seine letzten Jahre als Lokalpolitiker in seiner Essexer Heimat. - Courtaulds Forscherliebe galt den unerforschten Einöden der Welt, und schon 1926 hatte er mit dem berühmten schottischen Polarforscher James Wordie Grönland erkundet. 1927/28 erforschte er mit dem späteren Lord Rennell die Südsahara, wo er eine Ruhrinfektion nur knapp überlebte. Als Courtaulds berühmteste Forschungstat gilt seine fünfmonatige Alleinüberwinterung in der von seiner Expedition eingerichteten Wetterstation auf der grönländischen Eiskappe, 110 Meilen nördlich von Ammassalik, bei Temperaturen von -64° Kälte. Die 1930/31 von Gino Watkins geführte "British Arctic Air Route Expedition", die die Möglichkeiten einer kurzen Flugroute nach Westkanada erforschen sollte, war durch die maßgebliche finanzielle und ideelle Unterstützung Courtaulds zustandegekommen. 1935 kehrte Courtauld zurück nach Grönland, wo ihm die Erstbesteigung des Hvitserk (Gunnbjørns Fjeld) gelang, mit knapp 3700 Metern der höchste Berg der Arktis. Courtauld galt als brillanter Seefahrer, und seine zahlreichen Segeltouren führten ihn von Mallorca bis nach Trondheim (auf eine Törn nach Nordfrankreich nahm er gar Evelyn Waugh mit, der sich aber wegen des fortgesetzten Schlechtwetters bald davonstahl). Als der Krieg nahte, erkundete er für den englischen Marinenachrichtendienst die Nordküste Norwegens; er bildete gegen den Widerstand der Admiralität die "Royal Naval Volunteer Supplementary Reserve" und unterstützte die britischen Kommando-Einheiten in Norwegen. Nach dem Krieg versuchte er mit seiner Yawl eine Transatlantikfahrt nach Amerika, die aber am schlechten Wetter scheiterte; den Winter 1947 verbrachte er dennoch in Jamaika in der Villa Ian Flemings, wo sich sein Sohn im warmen karibischen Wasser von seiner Polioerkrankung erholte. In seinem 49. Lebensjahr erkrankte Courtauld selbst an Multipler Sklerose. Im Sanatorium Zeileis in Gallspach bei Grieskirchen (OÖ), wo er die letzten Jahre seines Lebens in Behandlung verbrachte, verfaßte er seine vorliegenden Lebenserinnerungen, deren Erscheinen im Druck er noch erlebte. Wie der Vergleich mit der Druckfassung zeigt, wurde das vorliegende Typoskript noch umfassend überarbeitet. Viele Änderungen dürften auch auf den Verlag zurückgehen, der stilistisch glättend eingriff - nicht immer zum Vorteil des Werks. Das notorisch trockene Understatement des Verfassers ist im Manuskript noch prononcierter, das auch das Urteil seines Reisegefährten Francis Rodd (Lord Rennell) bestätigt: "He was no linguist, but made himself understood." Courtauld starb am 3. März 1959 und wurde auf See bestattet. Dorothy Middleton würdigte den vielseitig begabten Courtauld als Forscher "who could have been more famous if he had been less modest and (perhaps) less of an individualist" (The Geogr. Journal 146/3 [1980], S. 446). Über zwei Jahrzehnte nach seinem Tod erschien eine Biographie von Nicholas Wollaston: "The Man on the Ice Cap". Courtaulds Witwe Mollie heiratete noch im Herbst 1959 Richard Austen ("Rab") Butler of Saffron Walden (1902-82, englischer Schatzkanzler, Innen- und Außenminister; Witwer von Courtaulds Cousine, Sydney Courtauld Butler) und feierte 2007 ihren 100. Geburtstag. - Vereinzelt schwach braunfleckig; die Ränder teils leicht lappig. Insgesamt wohlerhaltenes, vollständiges Typoskript der Autobiographie in der wohl letzten vom Autor selbst überarbeiteten Fassung. {BN#20992}

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Der Kepleriania Chronica. Der Kepleriania Chronica. Begnadet unter Schirmherrlicher Imprimatur, berichtet,... geschrieben und herfürgegeben von Magister Weishar, Chronist und Geheimschreyber etc. der Kepleriania. Wien, 1917. Wien, 1917. Manuskript in rot und schwarz mit zahlreichen, teils figürlichen Initialen und tw. blattgroßen Illustrationen in Federzeichnung. 241 SS. Blind- und goldgeprägter grüner Ganzleinenband der Zeit mit Deckeltitel. Ornamentale Vorsätze, dreiseitiger Rotschnitt. 4to.

EUR 850,00

Äußerst aufwendig gestaltete, ausführliche Chronik einer "Ritterschaft" (ein ambitioniertes Mittelschüler-Corps) am Wiener Gymnasium am Favoritener Keplerplatz. Die blattgroßen Illustrationen zeigen Ansichten mehrerer beliebter Ausflugsziele um Wien, die bei den "Heerfahrten" heimgesucht wurden, wie die Burgen Greifenstein, Liechtenstein, Kreuzenstein und Kammerstein, sowie Ortsansichten von Altenberg und Pötzleinsdorf. Die übrigen Illustrationen nehmen Alltagsszenen und Begebenheiten von Mitgliedern der Ritterschaft aufs Korn. Beim Buchschmuck nahm sich der Autor manche Anregung bei den Illustratoren der Wiener Secession zum Vorbild: So ziert etwa der Ritter, den C. O. Czeschka für die 1000-Jahr-Feier Mödlings 1908 als Plakatmotiv wählte, die Einleitung des vorliegenden Manuskripts. {BN#11145}

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[Eisenindustrie - Waidhofen an der Ybbs]. Register aller Stahl- und Eisen Commerzial-Arbeiter zu Waidhofen... an der Yps. Waidhofen/Ybbs, 26. VIII. 1823. Waidhofen/Ybbs, 26. VIII. 1823. Manuskript (Tinte auf Papier), 64 SS. mit zahlreichen Tusch- bzw. Aquarellillustrationen, überwiegend in Grisaillemanier (Eisengerät und Marken bzw. Zeichenschläge). Pappband der Zeit mit montierter geprägter Rahmenbordüre und Papierapplikationen, rosafarbener Rückenbezug, die Deckel mit türkisfarbenem Papier bezogen. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-4to (256 x 204 mm).

EUR 15.000,00

Seit dem Mittelalter war Waidhofen das Zentrum der niederösterreichischen Eisenverarbeitung. Die besonders schöne Waidhofener Handschrift zeigt die Produkte der namentlich genannten lokalen Schmiede sowie ihre Zeichenschläge (Marken) in Aquarellen sehr hoher graphischer Qualität und kann somit als Schlüssel zur Zuweisung einzelner erhaltener Eisengeräte herangezogen werden. Unter anderem abgebildet sind Sensen, Sicheln, Strohmesser; Erzeugnisse der Knittel- und Hammergewerken; solche der Drahtzugswerker (ohne Marken), der Zirkel-, Schrott- und Zeugschmiede; der Schermesserschmiede(Rasiermesser); der Hacken-, Huf- und Waffenschmiede (keine Marken), der Kriegelschmiede, Krimmwerker, Klingenschmiede, Büchsen- und Lichtputzenmacher, Weiß- und Schwarz-Nagelschmiede (keine Zeichen); Lettschlosser, Feilenhauer, Sägeblätterschmiede; Nadler, Scherenschmiede, Krautmesserschmiede, Pfannen-, Löffel- und Kupferschmiede etc. - Gewidmet dem 30-jährigen Erzherzog Ferdinand (1793-1875), später (1835-48) als Ferdinand I. Kaiser von Österreich, mit illustriertem Widmungsblatt nach dem Titel: "Ihro Kais. Kön. Hoheit dem Kronprinz Ferdinand von Oesterreich bey Hochderselben Durchreise in der Commerzial-Stadt Waidhofen an der Yps, den 26. August 1823, in Ehrfurcht gewidmet vom Stadtmagistrat zu Waidhofen an der Yps". - Einband berieben bzw. stellenweise minimal fleckig. Schönes Dokument zur niederösterreichischen Handwerksgeschichte und zur Geschichte der Stadt Waidhofen an der Ybbs von hohem Quellenwert. {BN#46110}

In meine Auswahl

Erlach, Franz von, Musiker (fl. um 1830). Sammlung auserlesener Lieder mit Begleitung der Guitarre. Wohl Österreich, um 1830. Wohl Österreich, um 1830. Deutsche Handschrift und Notenhandschrift. Tinte auf Papier. (1) Bl. Widmung, 106, (1) SS. Schöner klassizistischer Halblederband der Zeit mit goldgepr. grünem Lederrücken; die Deckel bezogen mit strukturiertem kobaltblauem Papier mit attraktiver goldgepr. Schmuckordüre; am Vorderdeckel mittig goldumkränzte rote Auflage mit goldgepr. Deckeltitel "Auserlesene Lieder mit Begleitung der Guitarre". Stehkantenvergoldung. Vorsätze aus altrosafarbenem Lackpapier. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-8vo (222:143 mm).

EUR 650,00

Schöne handschriftliche Sammlung des nicht näher nachweisbaren, wohl österreichischen Gitarrenspielers und Lieddichters, der sich am Widmungsblatt nennt: "Zum Andenken von Franz von Erlach". Die 36 notierten und mit mehrstrophigem Text niedergeschriebenen Lieder aus eigener und fremder Feder sind betitelt "Hedwigs Klage", "Heysa, juhe" (Ariette aus dem tragisch-komischen Original Zauberspiel: Moisasuras Zauberfluch v. Ferd. Raimund. Musik v. eben demselben)", "Die Harfenistin (Erzählung von Lafontaine)", "Aria aus der Schweizer Familie", "Der glückliche Mann", "Schäferlied", "An den Abendstern", "Des Jünglings Klage", "An den Mond (Duetto)", "Liebesklage", "Lied aus der Ferne", "Die Rose", "Die drey Reiche der Natur", "An die Geliebte", "Wenn die Hoffnung nicht wär", "Hektors Abschied von Andromache", "Das Schweitzer Heimweh", "Liebeserklärung", "Der Geisbock und die Todtenbeine", "Mein Garten", "Lied eines österreichischen Landwehrmanns auf Piquet", "Einladung zur Kirchweih (in Baierischer Volksmundart)", "Wiegenlied (v. Körner)", "Der Greis an seine Jugendjahre", "Liebesempfindungen", "Der Schlosser und sein Gesell", "Der Fremdling", "Abschied von der Heimath", "Der Arzt", "Das Schöne", "Sehnsucht um den Geliebten", "Das Nichts", "Die reine Liebe", "An Elise", "Das Echo" und "Liebes-ABC"; nach einem Gesamtregister folgt noch der Text eines Lieds "Der Zigeunerbube im Norden". - Durchgehend etwas gebräunt bzw. braunfleckig; Innengelenke angeplatzt; Ecken minimal bestoßen, sonst von sehr schöner Erhaltung. {BN#22543}

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Ferdinand III., röm.-dt. Kaiser (1608-1657). Pergamentmanuskript mit eigenh. U. Schloß Kaiserebersdorf bei Wien, 25. VIII. 1637. Schloß Kaiserebersdorf bei Wien, 25. VIII. 1637. Lateinische Handschrift, Tinte auf Pergament. 156 unnumerierte SS., 27 Zeilen. Pergamentband der Zeit auf 4 durchzogenen Bünden mit schöner goldgepr. Deckelbordüre (Rankenwerk mit Knospen und Blüten; oxydiert), Eckfleurons, Rückenvergoldung und zwei verschiedenen goldgepr. Wappensupralibros. Dreiseitiger Goldschnitt. Innenrand durchgehend gelocht; die Kordel mit dem Siegel nicht mehr vorhanden. Reste von Bindebändern. Folio.

EUR 12.000,00

Sammlung von habsburgischen Urkundenabschriften zum Haus Gonzaga und zum Mantuanischen Erbfolgekrieg, zusammengestellt von der kaiserlichen Hofkanzlei und eigenhändig unterzeichnet von Kaiser Ferdinand III. Die Dokumentsammlung, welche Textzeugnisse von Friedrich III., Maximilian I., Karl V., Maximilian II., Rudolf II., Matthias, Ferdinand II. etc. vereint, wurde höchstwahrscheinlich angelegt für den Herzog Ferrante III. Gonzaga, Graf von Guastalla (1618-78) zur Dokumentation und Sicherung seiner im Interesse des Kaiserhauses liegenden Ansprüche auf das Herzogtum Mantua, welches der Mantuanische Erbfolgekrieg wenige Jahre zuvor der französischen Einflußsphäre zugeschlagen hatte. - Das seit dem 12. Jahrhundert nachweisbare Haus Gonzaga regierte Mantua seit 1328; 1530 nahm Federico II. Gonzaga den Titel eines Herzogs von Mantua an. Als sich die Familie Mitte des 16. Jhs. die Grafschaften Montferrat und Guastalla einverleibte, befand sie sich auf dem Höhepunkt ihrer politischen und kulturellen Bedeutung: Durch die beiden territorial nicht angrenzenden Gebiete Mantua und Montferrat verliefen wichtige Verkehrs- und Handelswege. Das Herzogtum Mantua konnte ausschließlich durch die männliche Linie vererbt werden. Als Francesco IV. Gonzaga 1612 ohne männlichen Erben starb, folgten ihm seine Brüder Ferdinando und Vincenzo, die als Kardinäle allerdings kinderlos waren. Mit dem Tod von Vincenzo II. Gonzaga im Jahr 1627 erlosch der Hauptstamm der Familie, was den Mantuanischen Erbfolgekrieg auslöste: Kaiser Ferdinand II., Gatte von Eleonora Gonzaga, Vincenzos Schwester, versuchte Mantua als erledigtes Reichslehen einzuziehen, um es an die (auf spanischer Seite stehende) Seitenlinie Gonzaga-Guastalla zu vergeben. Dagegen standen die Interessen der älteren Linie des von Frankreich unterstützten Hauses Gonzaga von Nevers und Rethel. Die Kriegshandlungen endeten erst, als Schweden 1630 in den Dreißigjährigen Krieg eingriff und Kaiser Ferdinand seine Truppen rasch abziehen musste: Der Herzog von Nevers und Rethel wurde Herr über die verwüsteten, entvölkerten Länder von Mantua und Montferrat, und Frankreich faßte in Oberitalien Fuß. (Erst ein Dreivierteljahrhundert später sollte die kaiserliche Sache obsiegen: Der Spanische Erbfolgekrieg beendete die Auseinandersetzung 1708 im Sinne Habsburgs; der Herzog von Mantua und Montferrat stellte sich auf die französische Seite, und der Kaiser zog das Land ein.) - Die vorliegende Abschriftensammlung soll die Erbfolge des Hauses Gonzaga-Guastalla aus Archivalien und Urkunden belegen; dies unterstreicht auch das kaiserliche Supralibros am Vorderdeckel (Doppeladler; auf der Brust gevierter Wappenschild mit den Balken von Gonzaga und böhmischen Löwen, eingefaßt von spindelförmigem Ranken- und Knospenwerk, darin je im Oval die vier Evangelisten mit ihren Attributen) sowie am Hinterdeckel Guastallas aufbäumender Löwe im gekrönten Schild. Immer wieder gehen die Textzeugnisse ein auf die Feudalrechte der Gonzaga-Guastalla gegenüber ihren Vasallen und Untertanen und auf die Erblande der Gonzaga, insbesondere die Gebiete von Castiglione delle Stiviere und Castel Goffredo: "Ad perpetuam rei memoriam recognoscimus, ac postum facimus tenore praesentium universis, quod cum nobis submissime exponendum curavit. Illustris Ferdinandus Gonsaga, Priceps Castilionis à Stiveriis, Consanguineus et Princeps Noster charissimus, quem ad modum maiores olim sui ab Augustissimis Romanorum Imperatoribus & Regibus Praedecessoribus Nostris sacratissime recordationis super Marchionatu Castilionis à Stiverys, & Castro Guiffredi cum omnibus suis pertinentys investiti. Pater verò suus quondam Franciscus Gonsaga de eodem Marchionatu Castilionis et permutatione Castri Giuffredi [...] Matthias Romanorum Imperator semper Augustus [...] agnoscimus & notum facimus tenore praesentium universis. Quod cum Illustris Franciscus Gonsaga Princeps Castilioni à Stiverys, consanguineus et princeps noster charissimus, demisse Nobis esponi curavit, non tantum Maiores suos, verum etiam se ipsum à Predecessoribus Nostris Divis Romanorum Imperatoribus & Regibus praeclarissimae memoriae de Marchionatu Castilioni à Stiverys, et de Castro, et Terra Castri Guiffredi cum omnibus suis pertinentys investium, alijsque insignibus privilegys ornatum fuisse [...]". Am Schluß die eigenhändige Signatur von Kaiser Ferdinand III., gegengezeichnet von den Reichshofräten Conrad Hiltprandt und Johann Walderode. {BN#21943}

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Spectacular late 18th-century Italian manuscript on fireworks, illustrated throughout

[Fireworks]. Arte Pirotecnia. [Italy, late 18th century]. [Italy, late 18th century]. Large 4to (270 x 195 mm). 36 ff. With 72 very interesting pen-and-ink drawings, partly coloured in brown, yellow and reddish washes. Contemporary marbled boards. In custom-made cloth portfolio.

EUR 27.500,00

Spectacularly illustrated manuscript describing and illustrating many moveable and rotating pyrotechnical units and machines, including rockets. The title-page, bearing the name of a former owner (Valentino Vieri, who probably also added some probationes pennae), is followed by a description of the first 62 coloured drawings, beginning with the "Giuoco della Luna e Sole" (games of moon and sun), including all sorts of revolving, spouting, exploding and firing units, rockets, and other gadgets: On fol. 20r three objects are illuminated: an aloe vase, a tree, and a coat of arms, inscribed "Dini". Fols. 20v-23r show full-page installations, including a "Colona Trionfante" with a winged angel on top, a Lion of St. Mark, the symbol of the free Republic of Venice, holding an open book with his right paw (displaying the text "Pax tibi Marce Evangelista meus"), an oval on top of a balustrade, bearing the text "W. Gesu Giuseppe e Maria", a "Piramicia Egiziana", and a cupola with lanterns and fire pots. Fols. 23v-25r contains two double-page war scenes: the first, a fortified castle by a coast, with a vessel and a galley at sea; the second, a fortified tower and an army camp with tents opposite, with symbols of war and military equipment in the foreground. The final fols. 25v-36v contain indexes and instructions for fireworks: (1) "Indice delli Giuochi di Fuocho" (the various units and rockets; fols. 25v-26v); (2) "Regole Generali": 84 numbered instructions for construction and operation of fireworks (fols. 27r-35r); (3) "Indice delle Misture" (fols. 35v-36r); and "Catalogo de Generi ed Utensili" (fol. 36v). - There may be a connection between this manuscript and the Papal Master of Ceremonies Msgr. Giuseppe Dini (d. 1799). The Library of the Getty Research Centre possesses a ms. written by Dini ("Relazione o sia diario di tutto quelle che e stato osservato in Roma nelle venuta del Re delle due Sicilie Ferdinando IV e la Regina Maria Carolina Arciduchessa d'Austria", 1791) containing biographical and historical notes, including descriptions of the preparations for the royal visit with details about the route, the number of soldiers guarding the visitors, and the costs of the entertainment (including operatic performances and fireworks). At the back of that manuscript are printed announcements of the firework display and official appearances by Pope Pius VI. - In 1782 Dini - as that Pope's Master of Ceremonies - published a diary of the Papal journey, via Venice, to Vienna (undertaken with an aim to mitigate the social and ecclesiastical reforms enacted by Emperor Joseph II). Perhaps the ms. with its explicit references to the Republic of Venice can be connected with this 1782 journey (a German edition, "Vollständiges Tagebuch von der Reise des Pabsts Pius VI. nach Wien", appeared in Breslau in 1783). Another possibility is a connection with the election of the new Pope Pius VII in March 1800 in Venice, after a very difficult conclave in Venice that began in December 1799, soon after the death of Pius VI and just before the death of Dini on 2 November 1799. - Spine slightly damaged; some browning. In good condition. {BN#28367}

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[Fischereiordnung]. - Mondsee. Ordenliche Visch und Vischkhauffs ordnung von Johannes Christophorus,... "Abbte des Gotshaus Männsee". [Mondsee], 1. III. 1593. [Mondsee], 1. III. 1593. Deutsche Handschrift auf Papier. 5 SS. auf 3 Bll. sowie das hintere Bl. des Umschlags mit Datierung. Roter Pappband unter Verwendung alten Materials. Folio.

EUR 2.200,00

Entstanden unter dem Benediktinerabt Johannes Christophorus zu Mansee, regelt die vorliegende Fischereiordnung in 25 Punkten alle Belange des Fischfangs und -handels am Mondsee. - Der gegen Ende des 16. Jhdts. nachweisbare Abt war Verfasser des 1599 in Salzburg erschienenen "Berichts von S. Wolfgang, Bischofs zu Regensburg, Herkommen, Leben und Ableben" (vgl. Jöcher/Adelung II, 2301). - Das Wasserzeichen nicht bei Piccard, aber ähnlich zu Piccard IX/1, 508 (Ortenberg, Salzburg um 1575). - Aus der Privatsammlung von Michaela Gräfin Almeida, München, der bis ins Jahr 2007 Besitzerfamilie des Mondsee. {BN#11220}

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Gebetbuch. Lateinische Pergamenthandschrift. Rheinland, frühes 16. Jh. (nach 1503). Rheinland, frühes 16. Jh. (nach 1503). 109 Bll. (von späterer Hand in Bleistift foliiert I, 108); so offensichtlich komplett. Lateinische Bastarda auf Pergament. Durchgehend mit ein- bis fünfzeiligen blauen und roten Lombardinitialen, einige wenige (Bll. 31r, 49r, 69r, 71v, 74v) mit Federwerk. Holzdeckelband der Zeit (Rücken fehlt; Hinterdeckel gebrochen). 12mo (65 x 90 mm).

EUR 12.500,00

Hübsches, keiner bekannten Sammlung zuordenbares Gebetbuch im Taschenformat, nach dem wenig aufwendigen Fleuronnée und der Litanei wohl in den (nördlichen) Rheinlanden entstanden. Titel Bl. 1r: "Exhortacio salutaris terrorem iudicii ac timorem incutiens divinem ul[tionis]; incipit "Expergiscere o miserabilis homo" (zum Beginn, aber nicht zum weiteren Verlauf vgl. Nicolaus de Saliceto, Antidotarius animae). Enthält viele Ablassgebete; unter anderem Bl. 80r/v von Papst Alexander VI. zu Ehren der hl. Anna (1494; diese Bl. 38v auch in der Litanei an erster Stelle der weiblichen Heiligen genannt). Die Datierung kann mit hoher Wahrscheinlichkeit nach 1503 angesetzt werden, weil der Ablass für das Beten des Gebetes "Ave sanctissima virgo", den Papst Sixtus IV. gewährt hatte, gemäß Rubrum von Papst Julius II. (1503-13) verdoppelt wurde (Bl. 67r). Nach den Bußpsalmen (ab Bl. 31r) folgen Kyrie und Litanei (37v-38v: mit hl. Gereon und hl. Odila); auf Bll. 88r-97v Heiligengebete (u. a. für die Heiligen Rochus [Bl. 93v], Odilia [Bl. 95r], Gertrud [Bl. 95v], Apollonia [Bl. 96r], Maria Magdalena und Ursula [Bl. 97r]). - Im Rand des ersten Blatts recto späteres Zitat aus Maleachi 4.2 ("orietur vobis timentibus Deum sol iustitiae"); die weiße Versoseite mit hinzugesetzer längerer Notiz "Dum quis intrat Ecclesiam Auffer a nobis quis Domine cunctas iniquitates nostras" etc.; vereinzelt weitere frühneuzeitliche Marginalien. Am vorderen Innendeckel hs. Besitzvermerk "Co[...] Rabenau" (2. H. 18. Jh.). Einband mit Spuren früheren Lederbezugs und Abdruck eines Supralibrosstempels; Hinterdeckel knapp nach der Bindung gebrochen. Rechte Kante des Vorderdeckels sowie der Buchblock rechts unten durch Mäuseverbiss beeinträchtigt (kein Textverlust). {BN#45354}

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