Sortieren nach:

Albrecht, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen (1817-1895). Brief mit eigenh. U. ("Eh. Albrecht"). Wien, 10. II. 1867. Wien, 10. II. 1867. 2¾ SS. auf Doppelblatt. Folio.

EUR 150,00

An Erzherzog Karl Ferdinand über den Vorsitz von Erzherzog Ferdinand bei einer Kommission für die "1866 eingelangten Individual-Beschreibungen". - Erzherzog Albrecht übernahm nach der Schlacht von Königgrätz den Oberbefehl über das gesamte kaiserliche Heer. Als Generalinspekteur hatte er wesentlichen Anteil an der Reorganisation der Armee. - Auf Briefpapier mit blindgepr. Briefkopf. {BN#25356}

In meine Auswahl

Albrecht, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen (1817-1895). Eigenh. Brief mit U. Wien, 7. V. 1889. Wien, 7. V. 1889. ½ S. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.

EUR 300,00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "Eben hat Erzherzogin Isabella von Erzherzogin Maria Theresia die telegr. Antwort erhalten, daß selbe die Trauer 4. Juni tragen wird [...]". - Erzherzog Albrecht übernahm nach der Schlacht von Königgrätz den Oberbefehl über das gesamte kaiserliche Heer. Als Generalinspekteur hatte er wesentlichen Anteil an der Reorganisation der Armee. - Stellenweise stärker fleckig. {BN#27232}

In meine Auswahl

Albrecht, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen (1817-1895). Kabinettphotographie mit eigenh. U. [Krakau, 1. bis 3. September 1880]. [Krakau, 1. bis 3. September 1880]. 140:97 mm.

EUR 280,00

Brustbild im ¾-Profil aus dem Atelier Victor Angerer, Wien. Die Datierung von anderer Hand nachgetragen und von selber auf der Verso Seite beschrieben mit: "Dieses Bild schenkte mir S. kais. Hoheit [...] gelegentlich der Kaiserreise in Krakau". - Etwas knapp beschnitten, die Ecken abgeschrägt. {BN#26951}

In meine Auswahl

Albrecht, Erzherzog von Österreich und Herzog von Teschen (1817-1895). Schriftstück mit eigenh. U. Mailand, 23. VIII. 1849. Mailand, 23. VIII. 1849. 1 S. Folio.

EUR 150,00

Auf dem beim hiesigen Garnisons Auditoriate im Monat März v. J. aufgenommenen Inventar und Lizitations Protokolle über den Nachlaß des Kaplans Marchi erscheinen die beiden Oberlieutnants Thun und Löffler als Commissions-Mitglieder gefertigt, von denen den gepflogenen Erhebungen zu Folge der Erstere damals im Stande des Regiments sich befunden hat. Das Regiment wird demnach angewiesen, anher zu berichten, wo dieser Offizier sich gegenwärtig befinde [...]. - Erzherzog Albrecht übernahm nach der Schlacht von Königgrätz den Oberbefehl über das gesamte kaiserliche Heer. Als Generalinspekteur hatte er wesentlichen Anteil an der Reorganisation der Armee. - Mit mehreren Gegenzeichnungen; an den Rändern stärker lappig und angestaubt. {BN#17217}

In meine Auswahl

Albrecht, Herzog zu Sachsen-Weimar (1599-1644). Brief mit eigenh. U. Weimar, 19. VI. 1623. Weimar, 19. VI. 1623. ¾ S. auf Doppelblatt. Folio.

EUR 400,00

An seine Untertanen: "Uns ist euer untertheniger bericht des General Tylli aufbruch betreffende vorgetragen worden. Wir [haben] an solcher, und vorhero ergangener avisation ein besonder gnediges gefallen [gefunden]. Alßo erkennen wir es auch in gnaden und begehren ferner, Ihr wollet [das], was euch weiter zuekommen wirdt, ungesäumbt gehorsamblich berichten, Und do gleich berürter aufbruch erfolget sein möchte; Dennoch an mehrer und fleißiger Kundschafft nichts ermangeln laßen, sondern dieselbe auch in der ferne zuerlangen [...]". - Der Sohn Herzog Johanns von Sachsen-Weimar und der Herzogin Dorothea Maria, einer geborenen Fürstin von Anhalt, bereiste von 1619 bis 1621 Frankreich "und übernahm nach seiner Zurückkunft für seine älteren abwesenden Brüder die gemeinschaftliche Regierung des weimarischen Landes [...] [Er] galt als ein edler und weiser Fürst, der zwar das Verbrechen streng bestrafte, aber immer mit Gerechtigkeit und kluger Sorgfalt sein Land regierte. Schmeichler und Verleumder haßte er. Die Drangsale, welche seine armen Unterthanen in Folge des dreißigjährigen Krieges auszustehen hatten, verbitterten die letzten Jahre seines Lebens [...]" (ADB I, 319). - Mit papiergedecktem Siegel und kl. Randläsuren; das leere Bl. 2 etwa zur Hälfte ausgeschnitten. {BN#18477}

In meine Auswahl

Albrecht VII., Erzherzog von Österreich (1559-1621). Brief mit eigenh. U. Madrid, 18. Januar 1594. Madrid, 18. Januar 1594. 2 SS. auf Doppelblatt. Folio. Mit eh. Adresse (Faltbrief).

EUR 800,00

An seinen Bruder Maximilian (1558-1618) über den Kammerdiener Johann Baptist Caprin, ihren gemeinsamen Bruder Erzherzog Ernst und über den Türkenkrieg. - Der für die geistliche Laufbahn bestimmte jüngste Sohn von Kaiser Maximilian II. war 1577 Kardinal und Erzbischof von Toledo geworden und war von 1583 bis 1593 Statthalter von Portugal und seit 1596 auch in den spanischen Niederlanden. "Nachdem er mit päpstlicher Erlaubnis die geistlichen Würden niedergelegt und die Erbin der Niederlande, die Tochter Philipps II., Isabella Clara Eugenia, geheiratet hatte, war er seit 1599 selbständiger Landesfürst der Niederlande. Der Friede von Vervins mit Frankreich (1598) und der zwölfjährige Waffenstillstand mit den Generalstaaten (1609) schufen die Voraussetzungen für wichtige Aufbauarbeiten" (DBE). - Mit zahlreichen, meist alt hinterlegten Papierdurchbrüchen; etwas angestaubt und fleckig. {BN#27314}

In meine Auswahl

Albufera, Malvine Duchesse d', Herzogin (1822-1977). Eigenh. Brief mit U. Billancourt [?], 30. VIII. 1846. Billancourt [?], 30. VIII. 1846. 1½ SS. auf Doppelblatt. 8vo.

EUR 50,00

In französischer Sprache an einen namentlich nicht genannten Adressaten. {BN#16989}

In meine Auswahl

Album amicorum des Johannes Zumler, später Pfarrer in Brück.... Meißen, Königliche Landesschule St. Afra, 1602-1603. Meißen, Königliche Landesschule St. Afra, 1602-1603. 32 Bll., davon 15 SS. Gedichte und 32 SS. mit 39 Eintragungen und 1 S. mit zeitgenöss. geistlichen Eintragungen von 3 Verfassern. Flexibler Pergamentband der Zeit. 8vo.

EUR 3.500,00

Die Einträge in diesem auch optisch ungewöhnlichen Stammbuch entstanden ausschließlich während des Aufenthaltes von Zumler an der königlichen Landesschule St. Afra in Meißen, wo er als Schüler von September 1598 bis August 1604 nachgewiesen ist. Das Stammbuch ist deshalb auch nicht als studentisches, sondern als ein frühes Beispiel eines Lyzeumsstammbuches anzusprechen. Neben einer Reihe von Geistlichen - darunter ein Verwandter des Georg Agricola - haben sich mehrere Persönlichkeiten eingetragen, die später Bedeutung erlangt haben, allen voran der Humanist Gallus von Racknitz. Den Einträgen vorangestellt sind 15 handschriftliche Seiten mit lateinischen Gedichten, sämtlich entnommen den Werken von Georg Fabricius (1516 Chemnitz-1571 Meißen), der 1546 Rektor der Fürstenschule St. Afra gewesen war. Der Einband besteht aus einer frühen Pergamenthandschrift. - Unter den besonders erwähnenswerten Beiträgern finden sich 1) Gallus L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Gallus Freiherr von Racknitz (1590-1658), Geistlicher Dichter, Humanist. - 2) Mauritius L. Baron Räcknitz et Perneck, d. i. Moritz III Freiherr von Racknitz (geb. um 1590, gest. vor 1658), Vetter des Einträgers Gallus v. Racknitz; emigrierte mit diesem und ist Begründer der noch florierenden badischen Linie, sein Sohn Christoph Erasmus (1638-1703) war kurpfälzischer Kammerherr. - 3) Michael Fleischer ("amico Joh. Tzschumler"), d. i. Michael Fleischer (1580-1653), Pfarrer in Krakau (Sachsen). - 4) Paulus Werner Gottlauiensis, d. i. Paul Werner (gest. 1626), Diakon in Seyda bei Schweinitz, erlebte den Kirchenbau in Gentha 1624 mit. - 5) Johannes Helbigius ("suo Zumlero"), d. i. Johannes Helbig (um 1590-1646), ab 1608 Schulverwalter zu St. Afra bis 1645. (Seine Berichte zu den Nöten des 30jährigen Krieges sind teilweise abgedruckt in Wenke Bönisch, Universitäten und Fürstenschulen zwischen Krieg und Frieden, 2013.) - 6) Caspar von Hermsdorf (gest. 1619), mittlerer Sohn des Haugk von Hermsdorf, nach dessen Tod Besitzer von Oberulbersdorf. - 7) Bartolomäus Sättler (D. n. b.), ein Sohn des Magisters Jacob Sättler(1540-1619), des Pfarrers an St. Nikolai in Freiberg. Jacob Sättler war ein Sohn aus der Verbindung des Tuchmachers Ambrosius Sättler und der Anna Bauer, Schwester des herausragenden Renaissancegelehrten Georg Agricola (1494-1555). Somit war der Einträger ein Großneffe des Georg Agricola. Über den Lebensweg des Einträgers konnte - im Gegensatz zu einigen seiner Schwestern und Brüder- nichts gefunden werden, der weitere Einträger Israel Maukisch wurde sein Schwager. - 8) Daniel Menius (1585-1604), der Sohn des langjährigen Rektors von St. Afra, des gleichnamigen Daniel Menius (1548-1625), starb als Student "als er eben Magister werden wollte". - 9) Johannes Richter (gest. 1609) wurde als Student in Leipzig erstochen ("[…] ward […] Johann Richter unter währender Haus-Stürmung eines Schmiedes im Brühl mit einer Partisane durchstochen, daß er zu Boden gefallen und des anderen Tages darauff verstorben" (J. J. Vogel, Leipzigisches Geschicht-Buch oder Annales [...] der weltberühmten Stadt Leipzig [1756], S. 341). - 10) Georg Lönig (gest. 1639), ab 1610 Pfarrer in Lössnig bei Leipzig, ab 1613 bis zu seinem Tod in Zehmen. - 11) Christoph Glaser (gest. 1613), ab 1613 Bergprediger in Annaberg. - 12) Johann Ulrich (D. n. b.), Pfarrer in Dommitzsch. - 13) Johannes Conrad (gest. 1636), Prediger in Böhmen, wo er verjagt wurde. Ab 1628 Pfarrer in Großwaltersdorf bei Freiberg, ab 1633 Diakon in Meißen. - 14) Abraham Plato (1570-1637), Hofmeister des Einträgers Gallus von Räcknitz, an dessen christlicher Erziehung er hohen Anteil hatte. Vater des gleichnamigen Stadtschultheiß und Ratskonsulenten in Regensburg, späteren Assessors beim Kammergericht in Speyer. - 15) Christian Gassmann (gest. 1640), ab 1610 Magister in Leipzig, ab 1612 Lehrer in St. Afra, ab 1615 Conrector bis zu seinem Tod. - 16) Sylvester Zenck (D. n. b.) aus Wien, mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiterer Hofmeister der Räcknitz. Nachweisbar 1601 in der Matrikel Wien und in der Matrikel Wittenberg. - 17) Gabriel Wagner (1587-1655), Theologe; ab 1610 Hospitalprediger in Freiberg, ab 1633 Amtsprediger an St. Nicolai in Freiberg bis zu seinem Tod. - 18) Samuel Starck (D. n. b.), war Amtsnachfolger des Pfarrers Michael Starck in Hirschfeld. - 19) Wolfgang Schaller (1582-1626), deutscher Mediziner. Prof. in Wittenberg, zwei Mal Rektor der Alma Mater. Leibarzt der sächsischen Kurfürstin Hedwig von Dänemark. - 20) Samuel Richter (gest. 1633), Pfarrer; ab 1606 in Pleisa bei Chemnitz, ab 1612 an St. Nicolai in Chemnitz. - 21) Israel Maukisch (1584-1654), 1612 Conrector in Braunschweig, dann Pfarrer in Pulsnitz (1613), Berthelsdorf (1617) und ab 1635 in Freiberg. Heiratete eine Schwester des Einträgers Sättler. - 22) Johannes Nicolai (gest. 1643), ab 1610 Schlossprediger in Pillnitz, ab 1614 Pfarrer in Seifersbach bei Sachsenburg. {BN#47867}

In meine Auswahl

Mit 46 Eintragungen von Schweizer und deutschen Wissenschaftlern, darunter Daniel Bernoulli und Johann Jacob Breitinger

Album amicorum des Johannes Hotze (1734-1801) mit 46 Eintragungen von... Schweizer und deutschen Wissenschaftlern, darunter Daniel Bernoulli, Johann Jacob Breitinger und Johann Ernst Hebenstreit. Tübingen, Leipzig, Frankfurt, Coburg, Erfurt, Erlangen, Halle, Jena, Basel, Zürich, Straßburg, 1753-1757. Tübingen, Leipzig, Frankfurt, Coburg, Erfurt, Erlangen, Halle, Jena, Basel, Zürich, Straßburg, 1753-1757. Titel und 97 (davon 46 beschriebene) Bll. Roter Maroquinlederband mit reicher Deckel- und Rückenverzierung. Qu.-8vo.

EUR 18.000,00

Der Stammbuchhalter Johann Hotze war ein Schweizer Arzt von großem internationalem Ansehen und der Cousin des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi. Einer bekannten Chirurgenfamilie entstammend, besuchte Hotze das Collegium Carolinum in Zürich und studierte anschließend in Straßburg, Tübingen und Leipzig, von wo auch zahlreiche Eintragungen datieren. Goethe, der ihn zweimal besuchte, bezeichnete ihn in "Dichtung und Wahrheit" als "höchst verständigen, wohlwollenden Mann" (4. Teil, 18. Buch). "Laut dem Dichter Matthisson behandelte Hotze Arme gratis und versah sie auch unentgeltlich mit Heilmitteln aus seiner wohlversehenen Apotheke. Das soziale Engagement ging bis zur physischen Erschöpfung" (Wikipedia). - Unter den Beiträgern dieses an vorzüglichen Wissenschaftlern und Gelehrten der Zeit reichen Stammbuchs finden sich neben Bernoulli, Breitinger und Hebenstreit auch der evangelische Philosoph und Theologe Christian Augustus Crusius (1715-75), der Arzt und Mathematiker Johannes Gesner (1709-90), der Arzt und Botaniker Christian Gottlieb Ludwig (1709-73), der Naturforscher Casimir Christoph Schmidel (1718-92), der Arzt Heinrich Friedrich Delius (1720-91), die Botaniker Philipp Friedrich Gmelin (1721-68) und Christoph Jacob Trew (1695-1769), der Mathematiker und Professor von Gauss, Abraham Gotthelf Kästner (1719-1800), der Mediziner, Anatom und Arzt von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, Philipp Adolph Böhmer (1711-89) sowie Andreas Elias Büchner (1701-69), erster Doktor des Kaisers und Präsident der Leopoldina. {BN#46965}

In meine Auswahl

Sic pagina jungit amicos

Album amicorum des Philologen Nikolaus Weber aus Nürnberg mit 51... Eintragungen von Gelehrten, Wissenschaftlern und Künstlern der Zeit, darunter Andreas Celsius, Johann Gabriel Doppelmayr und Christoph Jacob Trew. Nürnberg und Altdorf, 1717-1749. Nürnberg und Altdorf, 1717-1749. 179 Bll. mit 51 Eintragungen sowie eh. Besitzvermerk Webers auf Bl. 2r. Zeitgenöss. brauner Lederband mit reicher Rücken- und Deckelvergoldung, Brokatpapier-Vorsätzen und dreiseitigem Goldschnitt. Quer-8vo.

EUR 25.000,00

Einzigartiges Gelehrten-Stammbuch des Philologen und Rektors der Nürnberger Spitalschule Nikolaus Weber (1699-1751) mit Einträgen von vorwiegend Wissenschaftlern der Universitäten Nürnberg und Altdorf. Unter den beinahe ausnahmslos biographisch nachweisbaren Beiträgern der schwedische Astronom Andreas Celsius (1701-1744), der sich unterm 22. Juli 1733 wie folgt eintrug: "Problema: Unam eandemq[ue] theologiam et religionem per universum terrarum orbem propagare. - Resolutio: Doceatur ubiq[ue] gentium Philosophia certa et solida" (Übers.: Problem: Wie läßt sich auf der ganzen Welt ein- und dieselbe Theologie und Religion verbreiten? - Lösung: Indem allen Völkern überall eine feste und sichere Philosophie gelehrt wird). Celsius hatte 1732/33 im Auftrag der schwedischen Krone die wichtigsten Observatorien Europas besucht, um sich über den neuesten Stand der Astronomie zu informieren. Seine astronomische "Grand Tour" hatte ihn auch nach Nürnberg geführt, wo er drei Monate bei dem Astronomen Johann Gabriel Doppelmayr (s. u.) gewohnt und regelmäßig an den fachwissenschaftlichen Gesprächen teilgenommen hatte, die im Haus des Mediziners Christoph Jacob Trew (s. u.) stattfanden. Aus dem Jahr 1733 datiert nicht nur Celsius' Eintragung, sondern auch seine Schrift "316 Observationes de Lumine Boreali" - die erste zusammenfassende Beschreibung des Nordlichts -, die in diesem Jahr bei Endter in Nürnberg erschienen war, sowie die erste exakte geographische Breitenmessung der Stadt, die er während seines Aufenthalts vorgenommen hatte. - Celsius' Quartiergeber Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750), bekannt für seinen 1750 erschienenen Himmelsatlas "Atlas coelestis", verewigte sich schon viele Jahre vor Celsius, und zwar unterm 17. Juli 1717 mit einem Wort Senecas ("Animum sursum vocant initia sua", Epist. 79). Verbunden sind die zwei einander gegenüberliegenden Seiten von Celsius' und Doppelmayrs Eintrag durch die - von Weber oder Celsius stammende - Überschrift "Sic pagina jungit amicos" (So verbindet die Seite die Freunde). - Ein dritter bedeutender Eintrag stammt von dem Mediziner und Botaniker Christoph Jakob Trew (1695-1769), der ebenso wie Doppelmayr aus dem Nürnberger Raum stammte und nach seinem Medizinstudium in Altdorf eine dreijährige Studienreise durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Holland unternahm. 1720 ließ er sich als praktischer Arzt in Nürnberg nieder, wo er in den nächsten Jahrzehnten eine rege wissenschaftliche Tätigkeit auf mehreren Gebieten entfaltete und Mitglied der bedeutendsten zeitgenössischen Akademien wurde; seine mehr als 34.000 Bände umfassende Bibliothek war die größte Sammlung naturkundlicher Literatur ihrer Zeit; nicht minder bedeutsam war Trews naturwissenschaftlich ausgerichtete Autographen- und Korrespondenzsammlung, die mehr als 19.000 Briefe von Universalgelehrten von der Frühneuzeit bis zur Aufklärung (darunter Albrecht von Haller, Conrad Gesner und Lorenz Heister) enthielt. Heute wird Trew zumeist mit seinem botanischem Hauptwerk "Plantae selectae" (1750-73) in Verbindung gebracht. - Zahlreiche Einträge zeichnen sich dadurch aus, daß Weber die Todesdaten der einzelnen Beiträger, sofern sie freilich vor ihm verstarben, hinzufügte, was in einigen Fällen eine exaktere als bislang bekannte Datierung ermöglicht. - Weitere Beiträger sind u. a. Siegmund Jakob Apin (Schriftsteller, Pädagoge und Philologe, 1693-1732), Andreas Christian Eschenbach (Theologe, Diakon und Philologe, 1663-1722), Johann Wilhelm Feuerlein (evangelischer Theologe, 1689-1766), Christoph Fürer von Haimendorf (Dichter, 1663-1732), Gottfried Engelhart Geiger (Pädagoge, 1681-1748), Johann Jakob Hartmann (Theologe, 1671-1728), Georg Jeremias Hofmann (Lehrer für orientalische Sprachen und Theologe, 1670-1732), Johann David Köhler (Historiker, 1684-1755), Michael Friedrich Lochner von Hummelstein (Mediziner und Polyhistor, 1662-1720), Bernhard Walther Marperger (Theologe und lutherischer Liederdichter, 1682-1746), Jonas Meldercreutz (Mathematiker und Bibliophiler, 1713-85), Gustav Philipp Mörl (Professor, Theologe und Bibliothekar, 1673-1750), Johann Heinrich Müller (Physiker, Astronom und Mathematiker, 1671-1731), Joachim Negelein (Theologe und Philologe, 1675-1749), Johann Heinrich Schulze (Mediziner und Philologe, 1687-1744), Christian Gottlieb Schwarz (Philologe, Historiker und Professor, 1675-1751), Gottfried Thomasius (Polyhistor und Arzt, 1660-1746), Johann Siegmund Wernberger von Wernberg (Jurist, 1678-1737), Justin Wetzel (Prediger und Professor für Geschichte und Politik, 1667-1727), Georg Karl Wölker (Jurist, 1660-1723) und Johann Wülfer (Philologe und Prof. der Kirchengeschichte, 1651-1724). - Der dekorative Einband minimal berieben, sonst prachtvoll erhaltenes Stammbuch von großem wissenschaftsgeschichtlichem Wert. - Autographen von Celsius, Trew und Doppelmayr sind von größter Seltenheit. - Detaillierte Verlistung auf Anfrage. {BN#18569}

In meine Auswahl

Album amicorum der Charlotte Heine, geb. Chatillon (1778-1852). Dresden, Leipzig u. Umgebung, vorwiegend 1794-1816 mit Nachträgen bis ca. 1850. Dresden, Leipzig u. Umgebung, vorwiegend 1794-1816 mit Nachträgen bis ca. 1850. Deutsche und französische Handschrift auf Papier. 95 Bll. mit über 90 Einträgen, 3 Gouachen, 6 Aquarellen, 4 Zeichnungen und 2 Seidenstickereien. Annähernd quadratischer roter Maroquinband der Zeit mit Rückenvergoldung, Deckelbordüren mit Eckfleurons, Steh- und Innenkantenvergoldung, Lackpapiervorsätze, dreiseitiger Goldschnitt. Grüner Pappschuber der Zeit. 12mo (95:105 mm).

EUR 4.500,00

Das Album stammt von Charlotte Chatillon (19. IV. 1778 bis 24. V. 1852), die den Dresdner Architekten Heine (1769-1831) heiratete; eines ihrer Kinder war der spätere Theologe und Domherr Emil Heine. Unter den bekannteren Beiträgern finden sich der Buchhändler Friedrich August Leo (1764-1842, für sein "Magazin für Freunde des guten Geschmacks" arbeiteten die Beiträger Coudray und Klinsky) und seine Frau Friederike, geb. Breitkopf, in einem Eintrag vom 13. V. 1795 zu einer feinen Blumenstickerei; der Dresdner Kirchenmusiker Franz Anton Schubert (1768-1824) in einem Beitrag vom 23. II. 1793 mit einem Aquarell-Medaillon; der Architekt Clemens Wenzeslaus Coudray (1775-1845) mit seinem Beitrag vom 27. X. 1797; Johann Gottfried Kinsky, ebenfalls Architekt in Dresden: "3 Tage vor seiner Abreise nach Rom am 31. October 1793", dazu ein Aquarell mit einer romantischen Flusslandschaft; eine heitere Reimerei: "Mit Gunsten, geehrte Frau Hein! / Sing' doch nicht dein Liedchen allein, / Lieb Weibchen, laß uns dazu pfeifen; - / Die Sache ist so zu begreifen: / Erst mußt du Großmutter seyn, / Dann soll Dir der alte Freund Hein / das lieblichste Schlummerlied pfeifen. / Wohl möcht'ich Kalkante dann seyn / Wie wollt ich mich freun!" Unterzeichnet "Zschiederitz", illustriert mit einer lavierten Federzeichnung mit einer Totentanzdarstellung. - Beiliegend 7 feine Blumen-Scherenschnitte aus grünem und weißem Papier. Ferner Zuschriften von Karl Bursian; Henri und Louise Gaudi; "Votre sincere ami Himmler"; Augusta Carolina und August Friedrich Jasper; A. X. V. Jungnickel; Johanna Dorothea Lindner; "Pitschel dis altere den 16. März 1796 Zwey Stunden vor der Abreise nach dem Rhein", dazu ein Aquarell mit einer Abschiedsszene im Wald; in roter Tinte: Johanna Charlotte Töpfer, geb. Schach und, in grüner Tinte, Carl Friedrich Töpfer (1. XII. 1793); Charlotte von Vitzthum (Dresden, 29. I. 1802). - Teils leicht stock- oder fingerfleckig. Ein Doppelblatt mit Zuschrift und lavierter Federzeichnung lose. Ein Blatt angefalzt. Der hübsche Schuber stark beschabt und bestoßen, jedoch der Einband sehr gut erhalten. {BN#50993}

In meine Auswahl

Album amicorum der Sophie Beate Maximiliane von Seydlitz (1772-1853). Striegau, Breslau, Wohlau, Warmbrunn, Pilgramshain, Altwasser u. a. O., 1794-1822. Striegau, Breslau, Wohlau, Warmbrunn, Pilgramshain, Altwasser u. a. O., 1794-1822. Deutsche Handschrift auf Papier. 111 Bll. mit 85 Einträgen, 10 Aquarelle (9 blattgr., 1 winziges), 1 Bleistiftzeichnung. Marmorierter Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschildchen ("Denckmahle der Freundschaft"), goldgepr. Deckelbordüre und Initialen "S.M.E.v.S." am Vorderdeckel. Dreiseitiger Goldschnitt, Buntpapiervorsätze. Qu.-8vo (180 x 114 mm).

EUR 8.500,00

Stammbuch der Sophie Beate Maximiliane von Seydlitz, geb. von Wiese und Kayserswaldau, Äbtissin des Damenstifts in Tschirnau/Schlesien. Mit Einträgen von Verwandten und Freunden wie C. v. Wiese, Wagenhoff geb. von Seydlitz, Karoline von Pfuhl, Seydlitz geb. Pfeil, Charlotte von Hirsch, Caroline von Holtei, Friederike von Nickisch, Charlotte von Seydlitz, Freiin von Nostitz, Julie von Rabenau geb. von Tschammer, Charlotte von Falkenhayn, Julie Holthey, van der Velde, von Haugwitz, von Studnitz, Friederike von Humboldt geb. von Buttlar u. v. m. - Die reizenden, sorgfältig ausgeführten Aquarelle, teils über Feder, mit einigen Landschaften, Allegorien auf die Freundschaft, nächtliche Flusslandschaft mit Grotte und kleinem Wasserfall, Schäferszene, "Der Erinnerung" u. a. - Beiliegend 2 Bll. Ausschnitte. 1) Kleiner Stahlstich mit Ansicht des Seydlitz’schen Besitzes Pilgramshain in Schlesien, der bis 1884 im Besitz der Familie war. 2) Kolorierte Lithographie mit einer Kostümdarstellung. - Deckel stellenweise leicht berieben. 3 Aquarelle (davon 1 aufgezogen) und 1 Stammbuchblatt lose; vereinzelt leicht fleckig; sonst wohlerhalten. {BN#50994}

In meine Auswahl

Album amicorum des Bartholomäus Hermsdorff. Quedlinburg, Leipzig, Jena u. a. O., 1633 bis 1639. Quedlinburg, Leipzig, Jena u. a. O., 1633 bis 1639. Deutsche, griechische, hebräische, lateinische Handschrift auf Papier. 212 Bll. mit 90 Einträgen. Schwarzer Lederband der Zeit mit Rücken- u. Deckelblindprägung. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-8vo (156:105 mm).

EUR 6.500,00

Stammbuch des Jurastudenten Bartholomäus Hermsdorff. Neben zahlreichen Einträgen seiner Kommilitonen und Honorationen aus Quedlinburg sind besonders hervorzuheben: Balthasar Voigt (Voidius), dat. 1638, der "Ostpreußische Ovid" (1592-1654). Michael Ludovici, dat. 1633, Professor der Beredsamkeit, Superintendent zu Wismar, im 30jährigen Krieg schwedischer Generalfeldsuperintendent. Stiftsdame Dorothea Gräfin zu Oldenburg und Delmenhorst, dat. 1633, sowie die Dechantin Anna Dorothea v. Schomburg. Ferner aus Jena: der Jurist Petrus Theodoricus, der Philosoph Paul Slevogt, die Theologen Joh. Maior und Joh. Tobias Maior. Aus Leipzig: die Juristen Johann Böhem, Andreas Corvinus, Caspar Jungermann, Valentin Riemer und Georg Tobias Schwendendörffer, die Mediziner Johann Heintz und Johann Michaelis, die Theologen Moritz Burchard, Heinrich Höpfner und Johann Höpner. Aus Wittenberg: die Theologen Jakob Martini und Wilhelm Lyser, der Historiker Reinhold Franckenberger. - Meist durchgehend etwas gebräunt, teils stockfleckig. Zahlreiche Bll. mit Abklatsch bzw. Durchschlag. Spiegel an den Rändern stark gebräunt. Beschabt und bestoßen. Bindebänder fehlen. - Aus der Sammlung des Theologen, Pädagogen, Philologen und Autographensammlers Gotthilf Sebastian Rötger (1749-1831) mit seinen Archivnummern in roter Tinte auf einigen Bll. sowie 2 lose Bll. (folio) mit seinen Anmerkungen zu vorliegendem Stammbuch. {BN#51008}

In meine Auswahl

Album amicorum des Friedrich Heinrich Stock. Göttingen, Barntrup, Detmold, Herford, Wennigsen u. a., 1781-1794. Göttingen, Barntrup, Detmold, Herford, Wennigsen u. a., 1781-1794. Mit koloriertem Kupferstich (Titelblatt) und einer lavierten Federzeichnung. Insgesamt 193 num. Seiten, davon etliche leer und 16 Bll. alt entfernt. Am Schluß 4 Bll. Register. Brauner Original-Lederband mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Buntpapiervorsätzen und Goldschnitt. Qu.-8vo (175:110 mm).

EUR 8.500,00

Friedrich Heinrich Stock, geboren um 1760, besuchte das Gymnasium in Lemgo und studierte anschließend Jura an der Universität Göttingen. Die meisten und interessantesten der rund 70 Einträge dieses Stammbuches stammen von Gelehrten und Professoren der Universität Göttingen. Zuerst sei hier Johann Nikolaus Forkel (1749-1818) genannt, der hier am 3. IV. 1787 ein Zitat von Aristoteles niederschrieb ("Quod majori labore acquiritur, magis diligitur"): Forkel, der erste Bach-Biograph und Begründer der historischen Musikwissenschaft, war seit 1769 in Göttingen, zunächst als Student, dann als Privatgelehrter und ab 1779 als Universitäts-Musikdirektor. Weiters finden sich Eintragungen von Göttinger Professoren wie Georg Ludwig Böhmer (1715-97; Straf- und Kirchenrechtslehrer), Johann Stephan Pütter (1725-1807, Publizist und Staatsrechtslehrer), Johann Beckmann (1739-1811, Philosoph und Ökonom); Johann Peter Waldeck (1751-1815, Jurist), Justus Friedrich Runde (1741-1807, Jurist und Rechtshistoriker), Justus Claproth (1728-1805, Jurist und Erfinder des Recyclingpapiers) sowie Johann Ludwig Ewald (1748-1822, Theologe und Pädagoge, Hofprediger und Generalsuperintendent in Lippe-Detmold) und Johann Heinrich Bösenberg (1745-1828, Theaterschauspieler und Bühnenautor). Außerdem konnten noch weitere 20 Freunde und Kommilitonen ermittelt werden (eine Liste ist auf Anfrage erhältlich). - Bei den alt entfernten Beiträgen handelt es sich laut Register offenbar hauptsächlich um Familienmitglieder und Bürger Lemgos. - Äußerst gehaltvolles Stammbuch mit namhaften Beiträgern und von sehr schöner Erhaltung. {BN#51032}

In meine Auswahl

Album amicorum des Johann Georg Schlupper (1729/30-1809). Meist Bayreuth, aber auch Münchberg, Hof, Stockenroth, Oberkotzau, Sparneck, Liebstadt, Erlangen und Kirchenlamnitz, 1751-1762. Meist Bayreuth, aber auch Münchberg, Hof, Stockenroth, Oberkotzau, Sparneck, Liebstadt, Erlangen und Kirchenlamnitz, 1751-1762. 117 Blatt, davon etliche leer, etwa 12 Blatt alt entfernt. Brauner Original-Lederband (beschabt, Rücken mit kleinen Fehlstellen, Innengelenke gebrochen) mit überaus reicher Rücken- und Deckelvergoldung sowie Buntpapiervorsätzen und Goldschnitt, Innendeckel mit gekröntem Monogramm "J. G. S." und der Jahreszahl 1751. Qu.-8vo (185:125 mm).

EUR 9.500,00

Stammbuch von Johann Georg Schlupper aus Münchberg, in verschiedenen Diensten des Markgrafen von Bayreuth. Als bemerkenswerteste Beiträger dieses rund 100 Einträge umfassenden Albums sind die drei Kleinknecht-Brüder zu erwähnen, die sich allesamt in Bayreuth und darüber hinaus als Musiker einen Namen gemacht haben. Allen voran Jacob Friedrich Kleinknecht (1722-94), der sich hier mit einer kleinen Notenhandschrift verewigt hat (dat. Bayreuth, 3. IV. 1757). Kleinknecht wurde 1743 Flötist, später Violinist der Bayreuther Hofkapelle. 1748 erschienen erste Kompositionen von ihm im Druck, später wurde er Hofkomponist und 1764 Musikdirektor der Bayreuther Hofkapelle. Auch seine beiden Brüder Johann Wolfgang Kleinknecht (1715-86) und Johann Stephan Kleinknecht (1731-1806), ebenfalls Musiker an den Höfen von Bayreuth und Ansbach, lieferten jeweils einen Eintrag (ebenfalls 1757). Des weiteren sind zu nennen: Johann Adam Ludwig Wezel (1736-1808), Hofmeister zu Bayreuth, Bibliothekar zu Ansbach; Gottlieb Friedrich Wilhelm Wezel (1738-nach 1800), kgl. Preußischer Kriegsrat, Kammersekretär zu Bayreuth; Johann Daniel Wezel, Justiz- und Polizeidirektor zu Aisch; Johann Andreas Lübeck (1723-82), Verlagsbuchhändler in Bayreuth; Ferdinand Heinrich Frenzel (1723-64), Pfarrer zu Weißdorf und Schriftsteller; Andreas Nicolaus Funk (1699-1758), Pfarrer in Ahronberg; Georg Wolfgang Fischer, Postbeamter in Bayreuth; Johann Benedict Scholler, Militär, Stadt- und Landphysikus in Bayreuth; Johann Wilhelm Hofmann, Kammerkanzlist und Kopist zu Bayreuth. - Mitunter leicht gebräunt und fleckig, teils leicht gelockert. Höchst interessantes Forschungsobjekt zur Geschichte des Bayreuther Hofes mit Notenautograph von Jacob Friedrich Kleinknecht. {BN#51033}

In meine Auswahl

Album amicorum des Rudolf Johann Dominik von Vivenot (1833-1870). München, Wien, Budapest, Rom, Neapel, 1848-1859. München, Wien, Budapest, Rom, Neapel, 1848-1859. Deutsche, französische, englische, italienische und ungarische Handschrift auf Papier. 74 lose Bll. mit 28 Einträgen, 1 Aquarell, 1 Notenbeilage, 4 Bleistiftzeichnungen, 2 Kupfern und 1 gepressten Blume. In roséfarbenem Moirée-Lackpapierumschlag sowie Leinenkassette der Zeit. Qu.-8vo (167:110 mm).

EUR 1.800,00

Stammbuchkassette des aus einer bedeutenden Medizinerfamilie stammenden Chirurgen und Fachschriftstellers Rudolf Rt. von Vivenot. Die Einträge stammen von u. a. "Antonio Coêlho de Sá e Alburquerque" (1821-68, Politiker im Kaiserreich Brasilien, mehrf. Außenminister u. seit 1864 Senator des Kaiserreichs), von "Deiner treuen Tante Emilie Colloredo Mannsfeld", Alexander Goldschmidt, Emmy Knorr, Adolf Löwinger, Charles de Marchthal, D. H. Mordecai, Georg Schweiger, Betti Swatosch, Abráham Szonthag (1830-1902, Arzt), Alfred (von Vivenot), Franziska von Vivenot, Walburga von Vivenot, Emilie Vogler und Fanny Voigt. Unter den Illustrationen zwei Darstellungen eines Jagdhundes, eine Zeichnung leicht ankoloriert und weiß gehöht, signiert "Könyöky József 1848" (1829-1900, Museumsverwalter). Eine weitere Zeichnung zeigt einen liegenden jungen Mann mit aufgestütztem Kopf, signiert "J. v. Frankl". Eine Zeichnung von Therese Ulbricht zeigt einen Kirschzweig mit Schmetterling (montiert); eine kleine, feine Federzeichnung zeigt einen Felsen mit Bäumen dahinter; ferner eine Fabelillustration mit drei als Tiere verkleideten Menschen. Ein delikat ausgeführtes Aquarell "Kedves Barátom!" ("Lieber Freund!") stellt einen ungarischen Husaren dar, die Widmung unterzeichnet mit "Wadja Endres". Das Albumblatt von C. de Beriot mit einem Notenzitat: "J'ai écrit cette marche pour mon ami Rodolphe [...]" (Charles Aug. de Bériot, Komponist und Violinist, 1802-70). - Gepflegtes, kaum fleckiges Album, viele, teils farbige Kartonblätter unbeschrieben, durchwegs mit Goldschnitt. {BN#50987}

In meine Auswahl

Ostpreußisches Stammbuch mit Seidensphinx

Album amicorum der Friederike Sophie Mielcke, geb. von Hamilton (1786-nach 1832). Zumeist Königsberg; ferner Woplaucken, Rastenburg, Ragnitz, Rosendahl, Wolk, Wilkam, Queden, Partsch, Heinrichshöfen, 1801-1831. Zumeist Königsberg; ferner Woplaucken, Rastenburg, Ragnitz, Rosendahl, Wolk, Wilkam, Queden, Partsch, Heinrichshöfen, 1801-1831. (82) Bll. mit 87 Einträgen und 16 Illustrationen (Blumenaquarelle, Urnen- und Ruinenszenen in Aquarell und Bleistift, Pflanzenblätter und Sphinx aus Seide etc.). Lederband der Zeit mit goldgepr. Verzierungen. Buntpapiervorsätze. Dreiseitiger Goldschnitt. Qu.-8vo (ca. 192 x 122 mm).

EUR 5.000,00

Schönes ostpreußisches Freundschaftsalbum des frühen 19. Jahrhunderts, überwiegend von Damenhand verfasst, mit Einträgen aus den Familien Goltz, Trenck, Quooß, Schenk von Tautenburg, Schönermarck, Lebbin etc. Die Eignerin Friederike Mielcke war die Tochter des preußischen Generalmajors Ernst Wilhelm von Hamilton (1744-1811), ab 1814 verheiratet mit dem späteren kgl. Geheimen Regierungsrat August Gottfried Mielcke (1774-1837). Alle Einträge bis auf neun entstanden in der Zeit vor ihrer Eheschließung 1814, in erster Linie in Königsberg, und spiegeln das soldatische Umfeld der Generalstochter wider (mit Einträgen mehrerer Generale und sonstiger Stabsoffiziere sowie vieler Generalstöchter). Der prominenteste Einträger ist wohl der preußische Generalmajor Johann Friedrich von Herrmann (1739-1818), der mit seiner berühmt gewordenen Rede ("Preußen oder Tod!") bei der französischen Belagerung der Festung Pillau seine Offiziere auf den eigenen Sarg schwören ließ. Hier trägt er sich am 6. Nov. 1812, knapp 73-jährig, mit dem Vierzeiler ein: "Das Glück soll Dir an jedem Morgen / Der Freundschaft schönste Rosen streun, / Und niemals müßen finstre Sorgen / Beherrscher Deines Hertzens seyn." Friederikes Vater hat sich am 22. Oktober 1806 eingetragen, nur wenige Monate vor seiner schweren Verwundung in der Schlacht bei Preußisch Eylau: "Gott selbst hat Dir Dein Loos beschieden: / nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. / Erfülle jede Pflicht zufrieden, / die sie mit diesem Loos verband. // Bey allen vorkommenden Begebenheiten Deines Lebens erinnere Dich Deines aufrichtig liebenden Vaters." Unter den zahlreichen, fast ausschließlich von weiblicher Hand beigetragenen Illustrationen ragt die aus Seide gestickte ägyptische Szene hervor, die Ernestine Philippine Pascha (1787-1854), Tochter des Königsberger Handelsmanns Carl Friedrich Pascha, am 12. April 1803 in Anspielung auf ihren orientalisierenden Familiennamen beigesteuert hat: Die Sphinx von Gizeh vor der Großen Pyramide, im Schatten von Palmen. Doch auch die konventionelleren Urnen- und Blumenaquarelle sowie die aus grüner Seide ausgeschnittenen und einmontierten Pflanzenblätter sind mit Sorgfalt und Talent ausgeführt. - Die Einträge gewähren einen Blick auf die gesellschaftlichen Verbindungen zu einer Vielzahl von Angehörigen namhafter Offiziersfamilien und deren vielfältigen verwandschaftlichen Beziehungen untereinander. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Stammbuchhalterin selbst keinen Offizier heiratete, sondern einen Juristen. Dessen Vater Daniel Friedrich Mielcke (1739-1818), sein Onkel Christian Gottlieb Mielcke (1733-1807) und Großvater Peter Gottlieb Mielcke (1692-1753) waren im 18. Jahrhundert "an der aktiven Gestaltung des Kulturlebens Ostpreußens beteiligt und haben deutliche Spuren in der litauischen Literaturgeschichte" hinterlassen (Zavinta Sidabraite, Neue Fakten zur Biographie von Christian Gottlieb Mielcke). - Ein Blatt anscheinend herausgerissen, sonst durchwegs wohlerhalten und mit teils besonders reizvollem Illustrationsmaterial. {BN#49347}

In meine Auswahl

Jenenser Studentenalbum im Umkreis von E. T. A. Hoffmann und E. M. Arndt

Album amicorum des Karl Gottfried Weber (1780-1859) aus Steinwenden. Zumeist Jena (sowie vier Einträge aus Steinwenden), 1798-1800 & 1806. Zumeist Jena (sowie vier Einträge aus Steinwenden), 1798-1800 & 1806. 268 (statt 284) num. SS. mit 176 Eintragungen. Lederband der Zeit mit Rücken- und Deckelvergoldung. Dreiseitiger Goldschnitt. Buntpapiervorsätze. Qu.-8vo.

EUR 8.500,00

Der Stammbucheigner K. G. Weber war der älteste Sohn des Steinwendener Pfarrers Johann Karl Weber (1738-1800), des führenden Vertreters des pfälzischen Physiokratismus und Gegenspielers des Goethefreundes Heinrich Jung-Stilling. Als 17-jähriger Student hat sich Weber am selben Tag wie sein jüngerer Bruder, Ludwig Christian Wilhelm Weber (1783-1830), nämlich am 23. April 1798, in der Matrikel der Universität Jena eingetragen und gehörte - gemeinsam mit seinem Bruder und mehreren Dutzend weiteren Einträgern in diesem Stammbuch - zu den Mitunterzeichnern der beiden studentischen Petitionen zur Wiederanstellung Fichtes in Jena von 1799/1800, die von Herzog Karl August abgelehnt wurden. Das Stammbuch enthält eine Vielzahl prominent gewordener Einträger und gibt mit seinem eng gedrängten Entstehungszeitraum einen ausgezeichneten Einblick in die intellektuelle Aufbruchsstimmung in Jena nach Fichtes Abgang. - Von größter Seltenheit sind die Einträge des Dichters Gotthard Christian August Thieme (1780-1860: "Immer fidel Herr Bruder, bis dort oben der große Commersch angeht", 239, mit Zeichnung gekreuzter Degenklingen) und des Naturforschers Friedrich August Gebler (1781-1850: "Mit Männern sich geschlagen / Mit Mädchen sich vertragen / Und mehr Credit, als Geld / So kommt man durch die Welt", 158). Daneben finden sich auch Einträge von Personen aus dem Umfeld von E. T. A. Hoffmann (Carl Friedrich Speyer: Schillers "Zwey Tugendwege", 127), von Ernst Moritz Arndt (Johann Friedrich Hindrichs: "Adam war der einzige Ehemann, der mit völliger Gewißheit wußte, daß er Evchen als Jungfer in seine Arme schloß. Anmerk.: Die Gelehrten streiten sich darüber, ob er einen Nabel gehabt, weil er von keinerm Weibe geboren ward", 96), oder von Clemens von Brentano (Carl Friedrich von Mülmann: Horazzitat, 95). Einige Einträger werden in Goethes Tagebuch und/oder im Briefwechsel Goethes mit Schiller und anderen erwähnt (so etwa der Entomologe Carl Friedrich Posselt); ein Einträger (der Advokat Friedrich Wilhelm Rupp: "Der Kuss, den mir die blühende Tochter giebt [...]", nach Hölty; 151) war Taufpate der Geschwister von Karl Marx, ein anderer der Täufer von Georg Büchner (Johann Jacob Wiener: "Laß dich vom Teufel bei Einem Haare faßen, und du bist sein", 111), wieder ein anderer der akademische Lehrer Büchners an der Universität (Georg Friedrich Wilhelm Balser: "Sanftmuth ist die schönste Perle im Kranze weiblicher Tugend", 64). Es finden sich zahlreiche bekannte Politiker aus Baden, aber auch der langjährige Bürgermeister Weimars, Carl Schwabe (mit einer Traumanekdote, 205), der mit der mehrfachen Bestattung/Umbettung von Schillers Gebeinen bekanntgeworden ist. - Aufgrund des Todes seines Vaters am 18. Mai 1800 beendete der Weber seine Jenenser Studien und übernahm gemeinsam mit seinem Bruder die Stelle in Steinwenden. Er war später eng befreundet mit dem Mitinitiator des Hambacher Festes, Philipp Jakob Siebenpfeiffer, sowie mit Johann Wirth; die bayerische Regierung leitete eine Untersuchung gegen ihn ein. Sein Sohn Carl David Weber wanderte in die USA aus, wo er die kalifornische Stadt Stockton gründete. - Das vollständige Register enthält 165 Namen; 11 der aufgeführten Einträge fehlen, 22 der Einträge nicht im Register erfasst. Es fehlen die Seiten 21f., 35-38, 43f., 51-54, 65f., 81f., 115f., 123f., 137f., 145f., 165f., 183-186, 201f., somit 16 Blätter mit insgesamt 11 Einträgen (lt. Register). - Einige wenige Blätter gelockert oder lose; der hübsche Einband von sehr schöner Erhaltung. Gesamtverlistung der Einträger auf Anfrage. {BN#47868}

In meine Auswahl

Album amicorum des Carl Gottlob Deckart (1746-1827). Sagan, Leipzig, Halle, Breslau, Dresden u. a. O., 1759 bis 1772. Sagan, Leipzig, Halle, Breslau, Dresden u. a. O., 1759 bis 1772. Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. 168 Bll. mit 114 Einträgen. Lederband der Zeit mit reicher Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüre und Eckfleurons. Dreiseitiger Goldschnitt. Kattunpapiervorsätze. Qu.-8vo (192:124 mm).

EUR 2.500,00

Schönes Studentenstammbuch, betitelt "Viris illustribus excellentissimis amplissimis gravissimis honoratissimisque litterarum atque artium omni qua decet, observantia colendis suspiciendisque hanc abam submisse, decenter, observantissimeque sacram esse voluit". Mit den Einträgen des Eigners, der Kommilitonen, Professoren und Beamten, darunter die Namen Chr. Jac. Birner, Joh. E. Chr. Bodenus, C. G. Boerner, Cochlovius, Gg. Gottfr. Daeneke, Joh. Aug. v. Ernst, J. S. v. Faber, Sav. Giuliani, Joh. W. Gerlach, Fr. Leop. Kircheisen, Fr. G. Lotter, M. L. Linde, der Dichter Fr. Ludw. Lachmann (Halle 1770), v. Mandelsloh, v. d. Osten, B. C. H. v. Opitz, Fr. Eberh. Rambach, Hch. Rathmann, G. H. v. Schlechtendall, E. S. Uhse u. v. a. - Carl Gottlob Deckart (15. IX. 1746 bis 27. III. 1827) aus Sagan war Regierungs-Kanzleidirektor und Herausgeber von "Briefe nebst einer Zueignungsschrift an eine Schöne" (1768) und "Über Briefe und Titulaturen", in: Schlesisches Titular-Buch (1785). Daneben redigierte Deckart vom 8. Band an die schlesische Ediktensammlung und gab 1790 das allg. Register zu derselben während der Regierung Friedrichs II. heraus (vgl. Neuer Nekrolog V, 1103). - Hübsches Album auf gutem Papier, Kanten und Gelenke gering beschabt, kaum fleckig. Aus der Slg. W. G. Adelmann v. Adelmannsfelden. {BN#50983}

In meine Auswahl

Album amicorum der Auguste Büttner. Ammelshain, Borna, Langenhennersdorf, (meist) Pirna und Sorau, 1843-1850. Ammelshain, Borna, Langenhennersdorf, (meist) Pirna und Sorau, 1843-1850. 22 Bll. Mit 1 kolorierten Lithographie und 1 Aquarell. Halbleder-Kassette der Zeit mit Goldprägung. Qu.-kl.-8vo.

EUR 250,00

Hübsche Stammbuchkassette. Nach einem Blatt mit einer kolorierten Lithographie (zwei schnäbelnde Tauben über Spruchband "Liebe entzückt" und gedr. Reim "Freundschaft beglückt") und einem Blatt mit einer kleinen Widmung der Stammbuchhalterin folgen 22 Bll. mit zusammen 19 Einträgen mit Sinnsprüchen für das Leben: "Brich wo Du kannst des Lebens Rose. | Sie brechen ist der Weisheit Pflicht. | Der Weisheit Pflicht ist nebst der Rose | Zu pflücken ein Vergißmeinicht". - Gelegentlich stellenweise stärker fleckig. {BN#47562}

In meine Auswahl