Liebig, Justus von, Chemiker (1803-1873). Eigenh. Brief mit U. Bad Kreuth bei Tegernsee, 25. IX. 1852. Bad Kreuth bei Tegernsee, 25. IX. 1852. 1 S. 8vo.

EUR 400,00

An einen Freund: "Erlauben Sie mir in dem Ehrbringer dieses Herrn Graham aus Glasgow bei Ihnen einzuführen und ihn sowohl wie seine lobenswürdige Frau Ihrem freundlichen Wohlwollen zu empfehlen. Herr Graham ist ein Schwager von Walter Crum [schottischer Chemiker und Unternehmer, 1796-1867] in Glasgow den Sie wohl persönlich kennen. Vorigen Winter brachte H. Graham mit seiner Familie in Nizza zu und er war einen guten Theil des Sommers in München, zum Theil genöthigt durch die Krankheit einer seiner Tochter. Er ist auf dem Wege nach Malta oder Corfu und will sich einige Wochen in Wien aufhalten. Er ist ein gescheiter, trefflicher Mann, ein wenig alter Tory, der ihnen gewiß gefallen wird. | Seit dem 25 Aug. bin ich von München hinweg und treibe mich im Lande hauptsächlich im Gebirg herum; ich habe mit dem hiesigen Leibarzt Dr. Stephen einige fishing excursions als Lehrling gemacht und bin sehr dafür eingenommen. Leider zwingt uns die Welt bald zurückzukehren. Leben Sie wohl mein verehrter Freund, empfehlen Sie mich Hr. Baumgartner u. H. v. Ettinghausen bestens und behalten Sie in freundlichem Andenk[en] [...]". - Auf Briefpapier mit gepr. Vignette. {BN#40942}

In meine Auswahl

Aus der Bibliothek der Herzöge in Bayern auf Schloß Tegernsee

Sanquirico, Alessandro. Raccolta di varie decorazioni sceniche inventate e dipinte... per l'I. R. Teatro alla Scala. [Mailand, o. Dr., 1818-1829]. [Mailand, o. Dr., 1818-1829]. Titel und 62 gest. kolorierte Umrißradierungen von A. Sanquirico (alle auf Papier mit Wasserzeichen "J. Whatman, Turkey Mill"), die zwischengebundenen Transparentpapiere (Wasserzeichen "FB") durchwegs erhalten. Moosgrüner Pappband der Zeit mit neoklassizistischer Vergoldung. Decken mit Rahmen aus Fileten mit Wellenband sowie breitem Mäanderband. Rücken durch stilisierte Blütenbänder in neun Felder geteilt. Dreiseitiger Farbschnitt. Im gleichfarbigen Originalschuber mit dreipaßförmiger Ausnehmung am Vorderschnitt. Quer-Folio (485:405 mm).

EUR 85.000,00

Die nie in den Handel gekommene und von Sanquirico nur an höchste Würdenträger verschenkte erste Ausgabe dieser Gesamtschau seines Werkes, mit 62 Blättern wie vorliegend komplett. "La grandiosa collezione del Sanquirico, in fogli di grande formato, stampati e colorati con estrema cura, era evidentemente destinata a clienti 'facoltosi'" (Ferrero). Im Jahre 1818 begann Sanquirico mit den Arbeiten zur "Herausgabe eines größeren Werkes, welches die von ihm ausgeführten Theaterdecorationen, in Umrissen radirt, sorgfältig ausgetuscht und colorirt, enthält und im Jahre 1829 in 62 Blättern unter dem Titel: 'Raccolta die varie decorazioni [...]' in einem Bande vorlag, aber nicht in den Handel gekommen ist" (Wurzbach). Sanquirico gilt als bester Bühnenbildner seiner Zeit und war von 1817 bis 1832 als "scenografico unico" an der Mailänder Scala tätig, wo er "durch einen immerwährenden Reichtum neuer Schöpfungen gesteigerte Bewunderung erregte. Er ist ein Meister in der Perspektive und auch als Maler vom feinsten Geschmacke im Stande, durch Farbe und Licht magische Effekte hervorzubringen. Jede seiner Dekorationen hat neuen Zauber und reiche Mannigfaltigkeit der Erfindung. Es verging daher keine Oper oder ein anderes pomphaftes Schauspiel, in welchem Sanquirico neben den gefeierten Sängern und anderen Bühnenhelden nicht ebenfalls seinen Triumph feierte" (Nagler). "La sua attività coincise con uno dei periodi più interessante della lirica italiana, quando ai nomi ormai famosi di Mayr, Mozart e Meyerbeer si alternavano quelli di Rossini, Bellini, Donizetti e Pacini, e il balletto italiano trovava la sua nova espressione nelle pantomime eroiche" (Enc. dello Spettacolo). Als Papier für das hier vorliegende Album verwendete Sanquirico das beste damals erhältliche, nämlich jenes dicke Velin der Turkey Mill, auf dem auch James Audubon zur gleichen Zeit seine 'Birds of America' druckte (vgl. hierzu Bannon/Clark, Handbook of Audubon Prints, 35). Das Kolorit der Blätter ist meisterhaft ausgeführt und von außergewöhnlicher Leuchtkraft: Hunderte von feinsten Farbnuancen - etwa in der tropischen Pflanzenwelt, den kostbaren Kostümen der auftretenden exotischen Völker oder in den rötlich zarten Wolkenformationen des Abendhimmels über den Ideallandschaften und -architekturen - erzeugen eine atmosphärische Dichte, die die Ansichten zu den schönsten ihrer Art werden ließ. - Makelloses und völlig fleckenfreies Exemplar im originalen Pappband der Erstauslieferung. Lediglich der zugehörige Schuber mit Restaurierungsspuren, sonst gänzlich unberührt und bis zuletzt in der Bibliothek der Herzöge in Bayern auf Schloß Tegernsee. {BN#24469}
¶ Wurzbach XXVIII, 196. Nagler XVI, 135. Enc. dello Spettacolo VIII, 1483. M. V. Ferrero, La Scenografia della Scala nell'età neoclassica, Mailand 1983, 91-140.

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Slezak, Leo, Kammersänger und Filmschauspieler (1873-1946). Eigenh. Postkarte mit U. Egern am Tegernsee, 1. VIII. 1927. Egern am Tegernsee, 1. VIII. 1927. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 150,00

An Rosa Richter in Wien mit der Bitte um ein Belegexemplar. - Im linken Rand gelocht (geringf. Textberührung); etwas fleckig. {BN#49068}

In meine Auswahl

Hofpauer, Max, Schauspieler (1845-1920). Eigenh. Brief mit U. ("M. Hofpauer"). Egern am Tegernsee, 6. VIII. 1890. Egern am Tegernsee, 6. VIII. 1890. 1¾ SS. auf Doppelblatt. Gr.-8vo.

EUR 100,00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten mit der Bitte um eine Auskunft: "[...] Es ist mir zum Engagement Herr Schweighofer empfohlen worden und zwar als Darsteller für Charakterrollen in Dialectvolksstücke[n] (Hutterl, Wurzelsepp u. dgl.). Nun kenne ich den Herrn Schweighofer überhaupt als Darsteller nicht - am wenigsten aber habe ich eine Gewähr dafür, ob ihm die bezeichnete Rollengattung, wozu Gemüth, Natürlichkeit und Einfachheit vor allem gehören, liegt, während Sie durch Ihre Eigenschaft als Kritiker gewiß in die Lage versetzt sind mir ein genaues Bild geben [zu] können auf welchem Gebiete Herrn Schweighofers gestaltende schauspielerische Kraft liegt [...]". - Von Marie Geistinger als Komiker und Volksschauspieler entdeckt, kam Max Hofpauer 1870 an das neugegründete Münchner Volkstheater und später nach Wien. Er "zog 1879 mit einem bayerischem Ensemble nach Berlin und war dort mit Dialektstücken so erfolgreich, daß er die Gastspieltruppe 'Münchner' gründete und mit ihr Deutschland, die Niederlande, Rußland, Österreich, die Schweiz und Amerika bereiste. 1892 kehrte er nach Berlin zurück, war Schauspieler, Spielleiter, zuletzt Theaterdirektor und ging 1904 als Leiter des Stadttheaters nach Riga. Zu seinen bedeutendsten Rollen zählte der Habakuk in 'Der Alpenkönig und der Menschenfeind' von Ferdinand Raimund" (DBE). - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf des "Ensemble-Gastspiels der Münchener". {BN#24192}

In meine Auswahl

Schwartz, Heinrich, Pianist (1861-1924). Eigenh. Brief mit U. Egern am Tegernsee, 4. August, O. J. Egern am Tegernsee, 4. August, O. J. 1 S. 8vo.

EUR 150,00

An einen Herrn Schmid: "Von beiliegenden Liedern möchte ich gerne 4 in Druck erscheinen lassen und zwar die mit römischen Ziffern eingemerkten in der angegebenen Reihenfolge [...]". {BN#34355}

In meine Auswahl

Gabrilowitsch, Ossip, Pianist, Dirigent und Komponist (1878-1936). Eigenh. Postkarte mit U. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 30. VI. 1913. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 30. VI. 1913. 1 S. (Qu.-)8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 120,00

An Herrn und Frau Kommerzienrat Schwabacher: "Dies ist wo wir wohnen u. wo wir Sie sehr gerne bregrüssen würden [...]". - Ossip Gabrilowitsch studierte Klavier und Komposition am Sankt Petersburger Konservatorium bei Anton Rubinstein, Anatoli Ljadow, Alexander Glasunow und Nikolai Medtner und ging nach seinem Abschluß 1894 nach Wien, wo er weitere zwei Jahre bei Theodor Leschetizky studierte. Hernach als gefragter Konzertpianist weltweit tätig, wurde er 1905 von M. Welte & Söhne als einer der ersten Pianisten in deren Leipziger Aufnahmestudio eingeladen, wo er zehn Stücke für Welte-Mignon einspielte. Von 1910 bis 1914 war Gabrilowitsch Dirigent des Münchner Konzertvereins (den heutigen Münchner Philharmonikern) und ging anschließend in die USA, wo er 1918 Gründungsdirigent des Detroit Symphony Orchestra war und den Bau einer neuen Konzerthalle, die als Orchestra Hall (Detroit) verwirklicht wurde, anregte. - Die Bildseite mit einer Ansicht von Kreuth; mit einer Knickfalte. {BN#35310}

In meine Auswahl

Gabrilowitsch, Ossip, Pianist, Dirigent und Komponist (1878-1936). Ms. Brief mit eigenh. U. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 5. VII. 1913. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 5. VII. 1913. 1 S. Gr.-4to.

EUR 200,00

An Frau Kommerzienrat Schwabacher in Würzburg: "So gerne ich Ihnen definitiven Bescheid jetzt schon geben würde, geht es leider aus folgendem Grunde nicht. Es handelt sich, wie Sie wissen, hauptsächlich um das Münchener Concertvereinsorchester. Nun hat die Stadt München vor einigen Tagen die Subvention an das Orchester abgelehnt und es hiess infolgedessen, dass das Orchester sich auflösen würde. Jetzt heisst es aber wieder dass die Stadt sich eines Bessern besinnen werde. In diesem Falle würde das Orchester weiter bestehen. Diese Frage muss sich in den nächsten 8-10 Tagen definitiv entscheiden, so dass ich Ihnen spätestens 15. Juli definitive Nachricht geben kann [...]". - Ossip Gabrilowitsch studierte Klavier und Komposition am Sankt Petersburger Konservatorium bei Anton Rubinstein, Anatoli Ljadow, Alexander Glasunow und Nikolai Medtner und ging nach seinem Abschluß 1894 nach Wien, wo er weitere zwei Jahre bei Theodor Leschetizky studierte. Hernach als gefragter Konzertpianist weltweit tätig, wurde er 1905 von M. Welte & Söhne als einer der ersten Pianisten in deren Leipziger Aufnahmestudio eingeladen, wo er zehn Stücke für Welte-Mignon einspielte. Von 1910 bis 1914 war Gabrilowitsch Dirigent des Münchner Konzertvereins (den heutigen Münchner Philharmonikern) und ging anschließend in die USA, wo er 1918 Gründungsdirigent des Detroit Symphony Orchestra war und den Bau einer neuen Konzerthalle, die als Orchestra Hall (Detroit) verwirklicht wurde, anregte. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. {BN#35308}

In meine Auswahl

Gabrilowitsch, Ossip, Pianist, Dirigent und Komponist (1878-1936). Ms. Brief mit eigenh. U. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 15. VIII. 1913. Dorf Kreuth bei Tegernsee, 15. VIII. 1913. 1 S. Gr.-4to.

EUR 200,00

An Frau Kommerzienrat Schwabacher in Würzburg: "Ich erhalte soeben einen Brief von Frau Professor Schultze worin sie mir mitteilt dass sie Herrn Hofrat Kaim bereits abgeschrieben hat. Vielleicht lässt sich das geplante Orchester-Konzert in der künftigen Konzert-Saison (1914-15) verwirklichen [...]". - Ossip Gabrilowitsch studierte Klavier und Komposition am Sankt Petersburger Konservatorium bei Anton Rubinstein, Anatoli Ljadow, Alexander Glasunow und Nikolai Medtner und ging nach seinem Abschluß 1894 nach Wien, wo er weitere zwei Jahre bei Theodor Leschetizky studierte. Hernach als gefragter Konzertpianist weltweit tätig, wurde er 1905 von M. Welte & Söhne als einer der ersten Pianisten in deren Leipziger Aufnahmestudio eingeladen, wo er zehn Stücke für Welte-Mignon einspielte. Von 1910 bis 1914 war Gabrilowitsch Dirigent des Münchner Konzertvereins (den heutigen Münchner Philharmonikern) und ging anschließend in die USA, wo er 1918 Gründungsdirigent des Detroit Symphony Orchestra war und den Bau einer neuen Konzerthalle, die als Orchestra Hall (Detroit) verwirklicht wurde, anregte. - Auf Briefpapier mit gedr. Briefkopf. {BN#35309}

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Ettlinger, Karl, Schriftsteller und Journalist (1882-1939). 2 eigenh. Bildpostkarten mit U. Nürtingen und Egern am Tegernsee, 1932 und 1938. Nürtingen und Egern am Tegernsee, 1932 und 1938. Zusammen 2 SS. (Qu.-)8vo. Jeweils mit eh. Adresse.

EUR 60,00

Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Geburtstagswünsche. - Seit 1902 Mitarbeiter und später Redakteur der Wochenschrift ‘Jugend’ schrieb Ettlinger unzählige Satiren und Parodien. Mit seinen Lustspielen und Novellen wurde Ettlinger zu einem bekannten Humoristen seiner Zeit, dem nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 jedoch jegliche Möglichkeit für eine publizistische Tätigkeit genommen wurde. Vgl. Kosch IV, 563f. - Die Bildseiten mit je einer Ansicht von Nürtingen und Egern. {BN#7462}

In meine Auswahl

Ettlinger, Karl, Schriftsteller (1882-1939). Eigenh. Postkarte mit U. Egern am Tegernsee, 26. I. 1934. Egern am Tegernsee, 26. I. 1934. 1 S. Qu.-8vo. Mit eh. Adresse.

EUR 80,00

Dankt Josef Wesely für ihm übersandte Glückwünsche. {BN#32906}

In meine Auswahl

[Villa Bruneck]. Gästebuch der Villa Bruneck in Kreuth am Tegernsee.... Mit ganzseitiger eigenh. Handzeichnung von Gabriel von Seidl. Ebd., 1908 bis 1938. Ebd., 1908 bis 1938. 170 meist beidseitig beschrieben und 34 unbeschr. Bll. Leinenband der Zeit mit zwei intakten Schließen. 4to.

EUR 2.500,00

Das vorliegende Gästebuch umfaßt die ersten dreißig Jahre von Haus Bruneck, das 1907/08 von Gabriel von Seidl errichtet worden war. Auftraggeberin war Sascha (Alexandrine) Gräfin von Schlippenbach (geb. 1852) gewesen - die Tochter des Bankiers Wilhelm von Metzler und Gattin von Friedrich Graf von Schlippenbach, Graf von Wath und Sköfde (1834-1882), preußischer Kammerherr bei Prinzessin Friedrich Carl von Preußen -, die nach dem Tod ihres Gatten einen bekannten politischen Salon in Berlin unterhalten hatte, der (in der Nähe des Reichstagsgebäudes gelegen) seinen Höhepunkt zur Zeit der ersten Kanzlerschaft Bülows i. d. J. 1900 bis 1909 erlebte. Unter den zahlreichen prominenten Gästen von Haus Bruneck finden sich u. a. der Indologe und Religionswissenschaftler Helmuth von Glasenapp (1. X. 1911) sowie (mehrfach) dessen Vater Otto von Glasenapp, der Vizepräsident der Reichsbank, samt Gattin; der Komponist Hans von Vignau (7. bis 18. VIII. 1915); die Schriftsteller Elisabeth von Heyking (u. a. 27. X. 1913 und 29. VIII. bis 11. IX. 1917, davon einmal mit ganzseitiger, hübsch ausgeführter Handzeichnung, Herbst 1921), Annette Kolb (19. IX. 1912) und Ludwig Thoma (19. IX. 1912); der Tenor Walter Kirchhoff und dessen Gattin Berta Gardini Kirchhoff (18. bis 23. Juli 1913); der preußische Regierungspräsident Walther von Miquel (28. VIIII. bis 3. IX. 1909, 29. VIII. bis 17. IX. 1913, 8. bis 17. IX. 1915, 19. bis 30. IX. 1916, August 1922 ["nach 6jähriger Pause"], 28. VII. bis 19. VIII. 1923, 28. VIII. 1924, 7. bis 31. VIII. 1925, 28. VIII. bis 26. IX. 1927, 11. bis 30. VIII. 1928, 5. VIII. bis 4. IX. 1929, 10. VIII. bis 10. IX. 1930, 28. VII. bis 26. VIII. 1931, 22. VIII. bis 16. IX. 1934); General Theodor von Graevenitz (Juni 1926); der Romanist Ernst Robert Curtius (September [1921]); Johann Georg Herzog zu Sachsen und dessen zweite Gattin Maria Immacolata (24. VIII. 1917); Maria Josepha von Portugal (11. X. 1918), Louis Ferdinand Prinz von Preußen (22. IX. 1927) sowie Franz Joseph Prinz von Thurn und Taxis und dessen Gattin Elisabeth (13. X. 1928, allein auch 11. X. 1925). - Weitere Gäste von Gräfin Schlippenbach waren neben dem Diplomaten Ottmar von Mohl (21. VIII. 1919) auch zahlreiche Mitglieder der Familien Tattenbach (darunter Botschafter Franz Graf von T., 13. bis 25. IX. 1919, 6. bis 11. X. 1919, 8. und 9. VII. 1920, 10. bis 26. IX. 1928, August 1930, 1931 und 1932) und Radowitz, da Gräfin Sascha eine Schwägerin der deutschen Botschafters in Portugal, Christian Graf von Tattenbach, und eine Cousine der Frau des deutschen Botschafters in Konstantinopel und später Madrid, Joseph Maria von Radowitz, war. - Den Titel des Gästebuchs ziert eine ganzseitige Zeichnung der Villa a. d. Hand von Baumeister Gabriel von Seidl; sauber ausgeführt und mit Buntstift koloriert, widmet Seidl den Band mit den Worten: "Viel Freud' hat mir der Bau gemacht | anno 1907 und 8. - | Allen, die darin verkehren, | Mög' er gleiche Lust bescheeren [!]". - Gräfin Sascha, die als Wohltäterin der Gemeinde Kreuth zu Ansehen gelangt war und 1918 das Kriegerdenkmal am Kirchberg gestiftet hatte, wurde 1922 Ehrenbürgerin der Gemeinde; ihr zum Gedenken wurde die vom Rathaus zum Haus Bruneck führende Straße nach ihr benannt; die Villa selbst wurde Mitte der 1950er Jahre zu einer Seniorenresidenz umgestaltet und wird bis zum heutigen Tag als solche betrieben. {BN#33694}

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Stieler, Joseph, Maler (1781-1858). Eigenh. Brief mit U. ("J. Stieler"). Tegernsee, 3. IX. o. J. Tegernsee, 3. IX. o. J. ¾ S. 4to.

EUR 250,00

An einen namentlich nicht genannten Adressaten: "In Eile empfehle ich mich u. meine Familie nochmals in Euer Excellenz Andenken u. wiederhole mein Bedauern über die nur allzu flüchtige Erscheinung Ihrer Gegenwart in Tegernsee [...]". - Joseph Stieler, ein Schüler von Johann Christoph Fesel, Heinrich Füger und François Gérard, war seit 1812 für König Maximilian I. von Bayern tätig, "ging 1816 in dessen Auftrag nach Wien, um das Kaiserpaar zu porträtieren, und wurde 1820 zum Hofmaler König Ludwigs I. von Bayern ernannt. Zu seinen Werken zählen die Bildnisse ‚Ludwig van Beethoven' (1819) und ‚Johann Wolfgang von Goethe' (1828) sowie Porträts für die Schönheitsgalerie Ludwigs I. in Schloß Nymphenburg" (DBE). - Papierbedingt leicht gebräunt und mit kleinen Randläsuren; gering und gleichmäßig fleckig und mit einem kleinen alten Brandloch inmitten. {BN#27621}

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